Chillen, chatten, chargen: UWG will smarte Sitzbänke für Ahaus

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Mit Sonnenkraft ins Internet: Nach dem Willen der UWG sollen in Ahaus und in den Ortsteilen smarte Solar-Sitzbänke aufgestellt werden – als Ladestation für Smartphones und als W-Lan-Hotspot.

Ahaus

, 30.07.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ist das Datenvolumen für das Internet verbraucht und der Akku schon wieder leer? „Für die Generation Smartphone ist das ein echtes Problem, wenn sie nicht mehr mit Freunden chatten und online surfen kann“, sagt Andreas Beckers. Der UWG-Ratsherr will, dass sich die Stadt für eine Lösung stark macht, und hat auch eine Idee wie: mit einer smarten Straßenbank, die beispielsweise im Schlossgarten, am Bikepark in der Ork und in den Ortsteilen aufgestellt werden könnte.

„Klimaschonende Vernetzung“In einem Antrag an den Rat erläutert Andreas Beckers, was die smarte Straßenbank, die sogenannte „Smartbench“ auszeichnet: „Sie vernetzt klimaschonend Menschen virtuell und real. In die Sitzfläche ist ein Photovoltaik-Modul eingebaut. Es lädt den Batteriespeicher in der Bank, der immer genügend Strom bereitstellt, um mehrere Handys per USB-Kabel oder induktiv aufzuladen. Die Sonne speist auch einen W-Lan-Router, der einen kostenlosen Internetzugang ermöglicht.“

Ausbau des FreifunknetzesAus Sicht von Andreas Beckers könnten die Smartbenches mit Unterstützung der Stadtwerke Ahaus einen aktiven Beitrag zum Freifunk-Netz in der

Stadt darstellen. „Das wäre besonders für die Ortsteile interessant.“ Zunächst sollte aber seiner Ansicht nach eine Smartbench „im Bereich der Ahauser City“ als Pilotprojekt installiert werden. Weitere Standorte in den Ortsteilen könnten dann je nach Sponsoren in den Ortsteilen geschaffen werden.

Dank 100 Prozent Solarstrom und einem passender Batteriespeicher könne die Bank an nahezu jedem beliebigen, sonnigen Ort platziert und im

Boden verankert werden. Was für Andreas Beckers auch wichtig ist: „Die Bänke sehen nicht nur gut aus, sie sind auch vandalismussicher. Das Design ist minimalistisch, gradlinig und passt zum Mobiliar der

Ahauser Fußgängerzone. Die Bänke sind perfekt zum Chillen, Chatten und Chargen des Mobiltelefons oder Tablets geeignet.“

Die smarte Bank kostet bis zu 5000 EuroDie smarte Bank hat aber ihren Preis. Beckers hat bereits bei Anbietern nachgefragt: „Eine Smartbench kostet 4000 bis 5000 Euro.“ Der UWG-Ratsherr ist optimistisch, dass die Kosten nicht den städtischen Haushalt belasten müssen. Er schlägt vor, dass die Stadt das Gespräch mit potenziellen Sponsoren suchen soll. „Ahaus ist im Bereich Software gut aufgestellt, vernetzt und bekannt. Da müssten sich doch – auch mit Unterstützung der Wirtschaftförderin – Sponsoren finden lassen.“ Über diese Frage soll nach der Sommerpause der Wirtschaftsausschuss diskutieren. Das hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung entschieden.

PRO: Die würde ich nutzen

Kommentar von Anne Winter-Weckenbrock Eine smarte Bank? Die würde ich nutzen. Wahrscheinlich. Mit Sonnenkraft unterstützt im Internet surfen, während man gemütlich auf einer Bank sitzt. Und dann kann das Smartphone auch noch aufladen in der Zeit. Ist doch praktisch. Zumindest für so Leute wie mich, die zwar eine Powerbank haben, diese aber lieber in der Schublade lassen, als sie in die Handtasche zu stecken. Die wird ja nur noch schwerer. Wichtig ist nur, dass die vielseitigen Bänke dort aufgestellt werden, wo etwas los ist. Gerade für die Ortsteile ist die Idee, kostenfreie W-Lan-Hotspots anzubieten, sicher interessant und ein Schritt auf dem Weg zur vergleicharen Infrastruktur mit der Innenstadt, wo der freie Zugang zum Internet selbstverständlich ist. Egal, wie groß das Datenvolumen ist – man muss ja erst mal Netz haben in Graes oder Alstätte. Was die Kosten angeht, ist die Idee der Sponsorensuche nicht nur charmant, sondern zwingend. Steuergeld sollte, wenn überhaupt, nur in übersichtlichem Maß verwendet werden.

Contra: Das braucht kein Mensch

Kommentar von Victoria Thünte Das braucht wirklich kein Mensch. Ja, das Smartphone ist heute gerade für junge Menschen quasi überlebenswichtig. Aber genau deswegen haben sie ja auch immer eine Powerbank dabei. Das ist ein kleines, handliches Gerät für 20 bis 50 Euro, mit dem sich das Handy problemlos unterwegs aufladen lässt. Quasi eine Smartbench to go. Der große Nachteil dieser smarten Straßenbänke ist doch, dass sie an einem festen Ort stehen. Die Jugendlichen müssten sich also eine längere Zeit auf eine Bank setzen und darauf warten, dass das Handy aufgeladen ist. Das halte ich für völlig lebensfremd. Und auch ein W-Lan-Hotspot wird sie nicht an die Bank fesseln können. Schließlich wird mobiles Datenvolumen auch immer günstiger. Zumindest wesentlich günstiger als ein paar tausend Euro für eine (nicht wirklich) smarte Bank.
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