Cinetech-Umbau: Kino in Ahaus öffnet Mitte Juni wieder

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Das Cinetech Münsterland in Ahaus dürfte am 30. Mai wieder öffnen. Doch die Türen bleiben zu. Denn Betreiber Dominik Paffrath baut das Kino aktuell für eine größere sechsstellige Summe um.

Ahaus

, 28.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Kinoleinwände in den Sälen im Cinetech Münsterland in Ahaus werden wohl noch einige Zeit schwarz bleiben. Das liegt aber nicht nur an den Corona-Beschränkungen, die auch die Kinobetreiber hart getroffen haben. Das liegt im Cinetech in Ahaus vor allem daran, dass Betreiber Dominik Paffrath das Kino aktuell für eine größere sechsstellige Summe umbaut. Eine konkrete Zahl will er öffentlich nicht nennen.

„Wir renovieren den kompletten Eingangsbereich und den Freizeitbereich vor den Sälen“, erklärt Dominik Paffrath am Dienstag bei einem Ortstermin. Dazu zählen auch die Sportsbar – die allein zwölf neue Videoflächen bekommt – das Bistro und das angeschlossene Restaurant. Neue Theken, neue Technik, neue Verkaufsstellen: „Alles wird in eine große Theke integriert“, erläutert der 48-Jährige. „Auch der Verkaufsbereich für die Kinokarten.“

Insgesamt gut acht Wochen sollen die Umbauarbeiten im Cinetech dauern.

Insgesamt gut acht Wochen sollen die Umbauarbeiten im Cinetech dauern. © Christian Bödding

Mit Blick auf die Corona-Vorgaben sei natürlich entsprechender Schutz vorgesehen. Für die nächste Zeit seien im Thekenbereich Plexiglaswände vorgeschrieben, zum Schutz der Gäste und des Personals.

Corona-Beschränkungen im Kino

Die möglichen Sitzplätze vor dem Kinobereich – insgesamt rund 160 – würden Corona-bedingt wohl auf 50 zusammenschrumpfen. Statt der normalerweise 45 Sitzplätze im Restaurantbereich gebe es zunächst wohl nicht mehr als fünf Tische, um die geforderten Abstände einhalten zu können.

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„Eigentlich war der Umbau für den Spätsommer und im laufenden Betrieb geplant“, berichtet Dominik Paffrath. „Wir hätten ihn dann in Teilabschnitten realisiert.“ Jetzt nahm er die Corona-bedingte Schließung zum Anlass, den Umbau auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern vorzuziehen. „Glücklicherweise hatten die Handwerker und Firmen Zeit.“

Der Eingangsbereich bekommt mehrere Podeste und Sitzgruppen.

Der Eingangsbereich bekommt mehrere Podeste und Sitzgruppen. © Christian Bödding

Seit vier Wochen wird im Cinetech, das es seit 1996 zwischen Bahnhofstraße und Van-Delden-Straße gibt, gewerkelt. Noch weitere vier Wochen sollen die Umbauarbeiten voraussichtlich dauern.

Überrascht zeigt sich der Ahauser Kinobetreiber von den geplanten Kinoöffnungen in NRW. Rund zwei Monate nach der Schließung der Kinos aufgrund der Corona-Pandemie dürfen in NRW ab dem 30. Mai Kinos wieder öffnen. Dominik Paffrath: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Lockerungen so schnell kommen.“

Starttermine der Blockbuster

Das Problem, das der Kinobetreiber sieht: „Für ein oder zwei Bundesländer wird kein Zulieferer neue Filme in die Kinos bringen.“ Mindestens eine bundesweite Öffnung der Kinosäle mache dafür Sinn, „besser noch eine europaweite, denn die Starttermine liegen in Europa ziemlich gleich.“

Hoffnungen setzt die Kinobranche vor allem auf den Starttermin von „Tenet“ Mitte Juli, dem neuen Film von Regisseur Christopher Nolan. „Mitte Juni wird es wohl schon ein paar kleinere Filmstarts geben, zum Teil von deutschen Verleihern.“

Öffnen dürfen die Kinos nur unter bestimmten Voraussetzungen. So gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Zuschauern. „Unser Kassensystem ist in der Lage, die Leute so zu platzieren, dass die Abstände eingehalten werden“, erklärt Dominik Paffrath. „Allerdings sind wir auch in der Pflicht zu kontrollieren, dass die Leute so sitzen.“

Das Cinetech Münsterland in Ahaus gibt es seit 1996.

Das Cinetech Münsterland in Ahaus gibt es seit 1996. © Christian Bödding

Das bedeute: weniger Auslastung bei höherem Personaleinsatz. Personal müsse er auch für eine Einlasskontrolle abstellen, zum Beispiel für die Kontrolle der Maskenpflicht und der maximal möglichen Gäste. Einen erheblichen Mehraufwand sieht Dominik Paffrath bei der Reinigung der Sanitäranlagen. „Im Prinzip sehen die Vorgaben so aus, dass wir nach jedem Toilettenbesuch eines Gastes mit Desinfektionsmitteln hintergehen müssen. Das ist ein Aufwand, der ist noch gar nicht abschätzbar.“

Maskenpflicht

Die Maskenpflicht gilt laut Dominik Paffrath im Kino nur dann, wenn man sich im Raum bewegt. „Wer sitzt, darf sie abnehmen, wenn der Sicherheitsabstand gewährleistet ist.“ Das Cinetech Münsterland verfügt über neun Kinosäle mit insgesamt 1200 Sitzplätzen.

Am Dienstag konferierte der Ahauser per Videochat mit Kollegen. Gesprochen wurde darüber, was auf regionaler Ebene von den Kinobetreibern umsetzbar ist. „Ich habe keine Lust auf einen Alleingang“, erklärt Dominik Paffrath.

Kostenapparat

Er und seine Kollegen möchten einen Marschplan, der vom Verband gestützt wird. „Es geht darum, dass wir mit der Kinoöffnung nicht noch mehr Verlust machen als ohnehin schon.“ Schließlich müsse bei geringerer Kapazität ein größerer Kostenapparat geschultert werden. „Das ist problematisch, der Gastronomie geht es genauso.“

Das von Dominik Paffrath auch in Ahaus organisierte Autokino konnte den finanziellen Schmerz aufgrund der Kinoschließung nur ein wenig lindern. „Es macht durchaus Spaß und wir konnten den Leuten in ihrer Freizeit etwas bieten. Aber Gewinne sind damit nicht zu erzielen. Das reicht nur, um die Verluste zu verkleinern.“ Gleichwohl sei er trotz der Corona-Krise in der Lage, alle seine fest angestellten Kräfte selber zu bezahlen. „Bei uns gibt es keine Kurzarbeit.“

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