Corona: Alles ist anders – ein Spaziergang durch die Ahauser Innenstadt

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Mit Maske und Abstand durch den Alltag ist das Motto zu Corona-Zeiten. Ein kurzer Gang durch Ahaus zeigt, dass zurzeit vieles anders ist. Viele Regelungen finden sich auch im Stadtbild wieder.

Ahaus

, 14.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon vor den Ladentüren wird auf die geltenden Regeln hingewiesen. Absperrbänder, Abstands-Aufkleber auf dem Bürgersteig, Plakate und mehr gehören zum Stadtbild. Jetzt, wo die Lockerungen greifen, Friseure, Einzelhändler und Gastronomen wieder öffnen dürfen, haben wir einen fotografischen Spaziergang unternommen. Wie gehen die Einzelhändler mit den neuen Anforderungen um, wie reagieren die Gäste und Kunden darauf? Bis jetzt, so die Befragten, zeigen die meisten viel Verständnis.

Lieber ein „Eis to go“ als den Namen aufzuschreiben

Filippo Belbruno vom Eiscafé Venezia an der Bahnhofstraße stellt fest, dass die Leute ihr Eis lieber mitnehmen, als ihren Namen in Listen einzutragen, um es im Cafße zu genießen.

Filippo Belbruno vom Eiscafé Venezia an der Bahnhofstraße stellt fest, dass die Leute ihr Eis lieber mitnehmen, als ihren Namen in Listen einzutragen, um es im Cafße zu genießen. © Markus Gehring

Filippo Belbruno vom Eiscafé Venezia an der Bahnhofstraße verkauft schon seit einiger Zeit „Eis to go“, aber seit Montag dürften sich die Gäste auch zum Genießen hinsetzen. Allerdings: Jeder muss sich dann mit seinem Namen in eine Liste eintragen. Auf dieses Muss weist Filippo Belbruno seine Gäste auch schriftlich hin. Aber: „Viele wollen das nicht und nehmen ihr Eis dann lieber mit“, hat der Eis-Experte festgestellt.

Rotes Seil und Klingelschild: Kein Wartebereich im Salon

 Sabine Koerdt hat vor ihrem Friseursalon ein rotes Seil gespannt und eine Klingel montiert.

Sabine Koerdt hat vor ihrem Friseursalon ein rotes Seil gespannt und eine Klingel montiert. © Markus Gehring

Die Friseurgeschäfte arbeiten nach und nach den Kunden-Ansturm ab. Auch dort gelten strikte Regeln. Vor „Sabines Haarstudio“ an der Bahnhofstraße zum Beispiel ist ein rotes Seil gespannt, ein großes Schild macht darauf aufmerksam, dass wirklich niemand einfach so den Salon betreten soll: „Bitte klingeln“ heißt es da. „Es wird nur auf Termin gearbeitet, und es gibt keinen Wartebereich im Moment“, erklärt Inhaberin Sabine Koerdt.

Das Bier wird mit mit Mundschutz gezapft und serviert

Gastwirt Dirk Rolfes hat sein Lokal auf die aktuellen Bestimmungen eingerichtet. Er selbst zapft mit Mundschutz.

Gastwirt Dirk Rolfes hat sein Lokal auf die aktuellen Bestimmungen eingerichtet. Er selbst zapft mit Mundschutz. © Markus Gehring

Die Gaststätten dürfen seit Montag öffnen. Auch in der Marktschänke Rolfes wird darauf geachtet, dass die Gäste genügend Abstand halten, die Tische sind so angeordnet und es gilt die Regel, dass Gäste höchstens aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen können. Es gibt am Eingang die Möglichkeit zur Handdesinfektion, das Servicepersonal ist mit Mund-Nasen-Schutz unterwegs.

Schlange stehen kein Problem: Ahaus Gutschein ist der Renner

Seit Anfang der Woche ein gewohntes Bild auf dem Oldenkottplatz: Die Leute stehen Schlange, um einen bezuschussten Ahaus Gutschein zu ergattern.

Seit Anfang der Woche ein gewohntes Bild auf dem Oldenkottplatz: Die Leute stehen Schlange, um einen bezuschussten Ahaus Gutschein zu ergattern. © Markus Gehring

Seit Anfang der Woche ein gewohntes Bild auf dem Oldenkottplatz: Die Leute stehen Schlange, um einen bezuschussten Ahaus Gutschein zu ergattern. 250.000 Euro an Subventionen hat der Rat der Stadt Ahaus zur Verfügung gestellt, ein 100-Euro-Gutschein wird zum Beispiel mit 25 Euro subventioniert. Die Gutscheine können im Ahauser Einzelhandel und der Gastronomie eingelöst werden. Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass die Gutscheine baldmöglichst in den Wirtschaftskreislauf getragen werden.

Plakate informieren über Maskenpflicht und Höchstzahl von Kunden

An allen Ladentüren werden Kunden auf die Maskenpflicht hingewiesen, auch beim Bekleidungsgeschäft Engbers.

An allen Ladentüren werden Kunden auf die Maskenpflicht hingewiesen, auch beim Bekleidungsgeschäft Engbers. © Markus Gehring

An allen Ladentüren werden Kunden auf die Maskenpflicht hingewiesen. Auch bei Engbers in der Ahauser Innenstadt. Engbers-Mitarbeiterin Peggy Wachter – natürlich selbst mit Mundschutz ausgestattet – freut sich, dass die Kunden sehr aufmerksam sind. Neun Kunden dürfen sich gleichzeitig im Geschäft aufhalten – „die Kunden halten sich daran und fragen auch schon einmal nach, ob sie eintreten dürfen“, hat sie festgestellt.

Abstand halten beim Warten und dann klingeln

Bei Zweirad Kestermann ist jede Menge los.

Bei Zweirad Kestermann ist jede Menge los. © Markus Gehring

Bei Zweirad Kestermann ist – wie bei den Kollegen in der Branche – jede Menge zu tun. Fahrradfahren war und ist auch in Corona-Zeiten immer erlaubt, und der eine oder andere lässt seine „Fietze“ reparieren oder kauft sich ein neues Zweirad. Sowohl für den Verkaufsbereich als auch den Reparaturbereich gilt für die Kunden: Abstand halten beim Warten und klingeln. „Die Kunden nehmen sich die Zeit und haben Verständnis“, sagt Geschäftsführer Bernhard Isfort.

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