Corona-Fall beim Löschzug Wüllen: Massentest und Quarantäne

hzCoronavirus und Feuerwehr

Beim Löschzug Wüllen gibt es einen Corona-Fall. Der betroffene Wehrkamerad war nach der Infektion noch für die Feuerwehr im Einsatz. Eine große Test-Aktion wurde bereits durchgeführt.

Ahaus

, 17.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Feuerwehr gehört zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“, deren dauerhafte Einsatzbereitschaft für die Aufrechterhaltung der Gefahrenabwehr unabdingbar ist. Natürlich auch in Zeiten der Coronakrise. Doch was, wenn sich ein Feuerwehrmann mit dem Virus infiziert hat und danach noch mit den Feuerwehrkameraden im Einsatz war?

Ein Szenario, das jüngst beim Löschzug Wüllen zur Realität wurde. Dort ist ein Feuerwehrmann nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Infektion hat sich der Mann mutmaßlich im Urlaub zugezogen. Nach seiner Deutschland-Rückkehr hat er sich in Süddeutschland freiwillig testen lassen. Das Problem: Der positive Befund lag dem Kreis Borken erst Tage später vor. Und so ist der Mann mit seinen Kameraden noch zum Einsatz ausgerückt.

Die Einsatzbereitschaft ist gegeben

Befindet sich darum nun der gesamte Löschzug in Quarantäne? Ist die Einsatzbereitschaft des Löschzuges überhaupt noch gegeben? Fragen, die Berthold Büter, Leiter der Ahauser Feuerwehr im Gespräch mit der Redaktion eindeutig beantwortet: „Die Einsatzbereitschaft ist gegeben und niemand der Feuerwehrmänner ist in Quarantäne.“

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Ausgenommen der Infizierte selbst natürlich. Zudem sind 13 Personen aus dem privaten Umfeld des Feuerwehrmannes in häuslicher Quarantäne. Und dem Zufall wird dabei natürlich nichts überlassen. „Nachdem wir Kenntnis von dem positiven Befund hatten, haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt“, sagt Kreis-Pressesprecher Karlheinz Gördes.

DRK nimmt Abstrichproben

Und so waren noch am Freitag (14. August) Einsatzkräfte des DRK unter Leitung von Jürgen Rave in Wüllen im Einsatz um insgesamt 31 Abstrichproben beim Löschzug zu nehmen. „Die Familie haben wir ebenfalls getestet“, so Karlheinz Gördes. Die Ergebnisse stehen derzeit noch aus.

Dass keiner der beprobten Feuerwehrmänner vorsorglich in Quarantäne muss, hängt schlicht mit der vom Kreisgesundheitsamt als sehr gering eingeschätzten Wahrscheinlichkeit zusammen, dass das Virus während des Einsatzes verbreitet wurde.

Feuerwehr hat ein umfangreiches Sicherheitskonzept

„Wir haben direkt als die Krise aufkam ein umfangreiches Sicherheitskonzept für alle Einsatzkräfte, egal ob hauptberuflich oder ehrenamtlich, aufgestellt“, hebt Berthold Büter hervor. Nicht nur, dass auf jedem Einsatzfahrzeuge Mund-Nasen-Masken, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel deponiert seien. „Das alles hat bei uns jeder auch als persönliches Sicherheitspaket bekommen.“

Zudem seien, nicht zuletzt wegen der aktuell hohen Temperaturen, die Fenster der Fahrzeuge bei der Fahrt zum Einsatzort geöffnet. Stichwort Luftzirkulation. „Zudem gibt es nach jedem Einsatz eine Wischdesinfektion“, so der Feuerwehrchef. „Alle halten sich hier ausnahmslos an die Hygienevorschriften. Das ist sehr bemerkenswert. Und es gibt uns und den Angehörigen ein gutes Gefühl.“

Die Ergebnisse der Abstriche stehen noch aus

Und was, wenn doch mal ein Großteil des Löschzugs in Quarantäne müsste? „Bei solch einem Ausfall wären natürlich Kompensationsmaßnahmen notwendig“, stellt Berthold Büter klar. Sprich benachbarte Löschzüge und Wehren müssten in diesem Fall aushelfen. „Wir haben und müssen weiterhin lernen, diese Krise zu meistern – auch bei der Feuerwehr.“

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Worte, die deutlich machen, dass von Panik wegen des jüngsten Corona-Falls keine Rede sein kann. „Wir tun alles, um das Risiko zu minimieren. Das hat bisher gut funktioniert. Jetzt warten wir auf die Ergebnisse der Abstriche“, so der Feuerwehrchef. Wann die Ergebnisse allerdings vorliegen, ist noch unklar. Die Abstrichproben gehen an Labore, die aktuell alle Hände voll zu tun haben.

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