Corona-Pandemie schlägt ein Millionen-Loch in die Stadtkasse

hzCoronavirus

Kämmerer Hans Georg Althoff rechnet im Etat mit erheblichen Einbußen durch die Corona-Pandemie. Nach seiner Prognose belaufen sich die Mindereinnahmen bis Jahresende auf 6,7 Millionen Euro.

Ahaus

, 31.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona kostet Ahaus Millionen. Über die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie berichtete Kämmerer Hans-Georg Althoff in der jüngsten Sitzung des Rates.

Die Verwaltung rechnet bei der Gewerbesteuer bis Ende des Jahres mit Mindereinnahmen in Höhe von vier Millionen Euro. Laut Plan sollten in Ahaus 1100 Betriebe 26,5 Millionen Euro in die Stadtkasse spülen.

Der Kämmerer informierte, dass 180 Betriebe Anträge auf die Anpassung der Vorauszahlung der Gewerbesteuer gestellt hätten. Die Prognose von Hans-Georg Althoff geht deshalb von Einnahmen bei der Gewerbesteuer in Höhe von nur 22,5 Millionen Euro aus.

Prognosen des Kämmerers

Ähnlich verhält es sich beim kommunalen Anteil an der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer. Geplant waren bei der Einkommensteuer in diesem Jahr Einnahmen in Höhe von 18,3 Millionen Euro. Die Prognose des Kämmerers geht von 16,5 Millionen Euro aus. Das entspricht Mindereinnahmen in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Der Anteil an der Umsatzsteuer sollte laut Plan bei 4,9 Millionen Euro liegen. Die Prognose des Kämmerers geht von 4,3 Millionen Euro aus (600.000 Euro weniger).

Jetzt lesen

„Wir wissen nicht, wie schnell sich die Unternehmen erholen und wie lange die Corona-Beschränkungen fortgeführt werden“, erklärte Hans-Georg Althoff den Ratsmitgliedern. Die Prognose mit Blick auf die Finanzen „kann besser ausfallen, sie kann auch schlechter ausfallen.“ Und weiter: „Wir können erst in ein paar Monaten sehen, wie stark die Ahauser Firmen betroffen sind.“

Insgesamt rechnet der Kämmerer im laufenden Etat mit Mindereinnahmen von 6,7 Millionen Euro. Die Steuerstundungen haben ein Gesamtvolumen von 640.000 Euro. Den größten Anteil hat dabei die Gewerbesteuer mit 600.000 Euro, die Stundungen bei der Spielgerätesteuer (Spielhallen) liegen bei 39.000 Euro und bei der Wettbürosteuer bei 1000 Euro.

Mitarbeiter „im Normalbetrieb“

Bürgermeisterin Karola Voß berichtete über weitere aktuelle Entwicklungen in Sachen Corona in Ahaus. Das Aquahaus und die Sporthallen sollen ab dem 2. Juni in Betrieb genommen werden, Trauungen und Beisetzungen seien wieder mit mehr Gästen möglich und in den Veranstaltungsräumen der Stadt würden die Veranstaltungen anlaufen.

Rathaus-intern seien nahezu alle Mitarbeiter wieder „im Normalbetrieb“, berichtete die Bürgermeisterin. Zudem seien – „wo es sich anbietet“ – Heimarbeitsplätze eingerichtet worden. „Es gibt mehr als 100 bei der Stadtverwaltung.“

„Wir-für-Ahaus-Gutschein“

Der von der CDU-Fraktion beantragte „Wir-für-Ahaus-Gutschein“ sei ein voller Erfolg, erklärte die Bürgermeisterin. Nach 15 Tagen (Stand Mittwoch) seien 10.302 Gutscheine in der Geschäftsstelle von Ahaus Marketing und Touristik verkauft worden. Online wurden 2957 Gutscheine geordert. Die Gesamtsumme der Gutscheine liege bei fast 800.000 Euro.

„Mittlerweile gibt es in Ahaus 170 Akzeptanzstellen“, sagte Karola Voß. „Im Wesentlichen Handel und Gastronomiebetriebe.“ Die Stadt beteiligt sich bis zum 30. September mit jeweils 25 Prozent an den verkauften Gutscheinen, die es in verschiedenen Stückelungen zwischen 10 und 100 Euro gibt. Maximal steuert die Stadt 25 Euro pro Person bei.

Lesen Sie jetzt