Kegeln ist nicht verboten, aber strenge Vorschriften machen es oft unmöglich

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Kegeln ist wegen des Coronavirus nicht verboten, doch die Anforderungen für den Betrieb der Kegelbahn sind hoch. Kaum ein Gastronom kann sie erfüllen. Viele Bahnen bleiben noch geschlossen.

Ahaus

, 25.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein Lichtblick für viele Kegelvereine, als Dirk Rolfes, Inhaber der Marktschänke Rolfes, in der vergangenen Woche verkündet hat, dass auf seiner Kegelbahn wieder gekegelt werden darf. Auch in anderen Gaststätten in der Region liefen die Telefone heiß. Viele Kegelclubs wollten zurück auf „ihre“ Bahn, bekamen dort aber Absagen von den Wirten. Sie können oder dürfen den Betrieb noch nicht wieder aufnehmen.

Kegeln ist wegen des Coronavirus nicht überall möglich

Ein Beispiel ist die Gaststätte Am Schulzenbusch: „Ich würde meine Kegelbahn auch gerne öffnen“, sagt Geschäftsführer Antonius Schwartenbeck am Montag. Das Ordnungsamt habe ihm aber eine Absage erteilt. „Für mich war eigentlich schon nach der Infoveranstaltung der Stadt klar, dass ich meine Kegelbahn nicht öffnen kann“, sagt er.

Auf seinen zwei Bahnen sei es gar nicht möglich, für ausreichend Abstand zu sorgen. „Ein bisschen blöd für uns, aber leider nicht zu ändern“, sagt er. Das habe er auch den Kegelvereinen erklärt, die bei ihm wieder kegeln wollten.

Im Gegensatz zu Darts oder Billard – auch das ist in Restaurants und Kneipen noch verboten – ist Kegeln auch nur erlaubt, weil es als Breitensport betrieben werden kann.

Vorgaben sind für Gastronomen in der Regel nicht zu erfüllen

Hans-Georg Althoff, Erster Beigeordneter der Stadt Ahaus, stellt klar, dass die Stadt allen Gastronomen empfohlen habe, die Kegelbahnen noch nicht wieder zu öffnen. „Allein schon wegen der komplizierten und strengen Vorschriften“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das ist in der Regel gar nicht zu erfüllen“, sagt er.

Natürlich würde auch Antonius Schwartenbeck für die vielen Kegelclubs die Bahnen wieder öffnen. Doch im Moment gibt es dafür noch zu strenge Vorgaben. Auf seinen beiden Bahnen könnte er nicht genügend Personen unterbringen.

Natürlich würde auch Antonius Schwartenbeck für die vielen Kegelclubs die Bahnen wieder öffnen. Doch im Moment gibt es dafür noch zu strenge Vorgaben. Auf seinen beiden Bahnen könnte er wegen der Abstandsregelungen nicht genügend Personen unterbringen. © Stephan Teine

So müsse zwischen dem Kegelbetrieb und der Bewirtung klar unterschieden werden. „An den Tischen gelten dieselben Regeln wie im Restaurant“, sagt er. Mindestabstand, maximal Personen aus zwei unterschiedlichen Haushalten an einem Tisch, Mundschutzpflicht gilt, sobald man sich im Raum bewegt.

Betreiber müssen abwägen, ob sie Kegeln erlauben oder nicht

Auch habe das Ordnungsamt im Gespräch mit Dirk Rolfes nicht ausdrücklich über die Kegelbahn, sondern über die übrigen Vorkehrungen in der Gaststätte gesprochen. Jeder Betreiber müsse für sich abwägen, ob die Voraussetzungen zum Kegeln erfüllt werden könnten oder nicht.

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Genau das habe die Stadt den Gastronomen bei der Infoveranstaltung in der Stadthalle am vergangenen Montag auch so geraten. Auch die Dehoga in Nordrhein-Westfalen, der Hotel- und Gaststättenverband, rät seinen Mitgliedern, die Kegelbahnen noch geschlossen zu lassen.

Dehoga rät dazu, Kegelbahnen noch nicht zu eröffnen

Der Betrieb könne nur erlaubt werden, wenn eine klare räumliche Trennung zwischen den Bahnen der Kegelbahn und dem Gastraum gegeben sei und im Bereich der Bahnen keine Bewirtung erfolge. Ansonsten müsse Kegelbetrieb oder Bewirtung unterbleiben.

Für die Bahnen bedarf es eines den Auflagen der Sport- oder Freizeitstätten folgenden Hygienekonzeptes. Die Sportler sollten nicht durch den Gastraum laufen müssen.

Antonius Schwartenbeck hat diese Abwägung schon hinter sich. „Meine Kegelbahn bleibt noch geschlossen“, sagt er ganz deutlich. Einmal abgesehen von den strengen Vorgaben bleibe ja von einem typischen Kegelabend auch nicht viel übrig, wenn die Kegler so weit auseinander sitzen müssen.

Kein generelles Verbot für Kegeln aber strenge Auflagen

Das sieht auch der Kreis Borken so: „Pauschal ist Kegeln nicht verboten“, erklärt Pressesprecherin Ellen Bülten nach Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt. Allerdings müssten strenge Auflagen erfüllt werden: Maximal dürften Vertreter aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen. „Der Betrieb auf einer typischen Kegelbahn mit einem langen Tisch ist nicht erlaubt“, sagt sie.

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Das komme aber eben ganz auf die Örtlichkeit in der jeweiligen Gaststätte an. Zuständig für die Genehmigung ist die jeweilige Kommune.

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