Wahlwerbung in Ahaus: CDU und SPD liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Bundestagswahl

Desaströse Umfrage-Werte sorgen für Nervosität bei der Ahauser CDU

In 14 Tagen ist Bundestagswahl – und das Rennen ist offener denn je. Während die Straßenwahlkämpfer der Ahauser SPD den Aufschwung ihrer Partei spüren, macht sich bei der hiesigen CDU Anspannung breit.

Samstag ist Wahlkampf-Tag in Ahaus. Auf dem Oldenkottplatz haben sich die Parteien versammelt, um mit dem Wahlvolk auf Tuchfühlung zu gehen – soweit man davon in Zeiten von Corona sprechen kann.

Und es geht für die beiden „Großen“ um viel: Sah die CDU vor einigen Monaten wie der sichere Sieger aus, hat sich die Situation komplett gewandelt. Die SPD ist in den Umfragen an der Union vorbeigezogen, die eigenen Umfragewerte nähern sich der Marke von 20 Prozent.

Umfragen spielen auch auf der Straße eine Rolle

Eine solche Situation war lange Zeit kaum vorstellbar – sowohl für CDU als auch für die SPD: „Wenn man die letzten Wochen zum Vergleich nimmt, hat sich die Stimmung deutlich geändert“, berichtet SPD-Fraktionschef Andreas Dönnebrink, der am Samstag damit beschäftigt ist, Wahlkampfmaterial unter die Leute zu bringen.

Das merke man auch bei den Menschen: „Bei der Landtags- oder auch Kommunalwahl, da waren die Leute eher abwehrend.“ Inzwischen sei alles „ein wenig positiver“.

Am Stand nebenan ist die Stimmung nicht ganz so optimistisch wie bei den Sozialdemokraten. „Es ist ein schwieriger Wahlkampf, ein Stück weit zäher als zuvor“, räumt Dr. Michael Räckers, CDU-Fraktionschef und Vorsitzender des Stadtverbands, ein. Man werde auf die Kandidatenfindung im Bund angesprochen. Und: „Aber die Stimmung ist nicht so schlecht wie man vermuten könnte.“

Dass es ein anderer Wahlkampf werden würde als in den Jahren zuvor, ist aus seiner Sicht abzusehen gewesen. Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt nicht noch einmal an und stellt ihre Partei damit vor eine große Herausforderung: „Anspannung ist schon da“, sagt Michael Räckers. Das gilt umso mehr, als der zeitweilig deutliche Umfrage-Vorsprung verloren ist. Im Bund, versteht sich: „Wir sind hier mit Jens Spahn sehr gut aufgestellt.“

Aber was hat diesen Umschwung gebracht? Andreas Dönnebrink verweist auf die „soziale Komponente“ und Themen wie bezahlbares Wohnen: „Die Leute haben Angst, dass sie sich das nicht mehr leisten können.“ Kanzlerkandidat Olaf Scholz hingegen spiele in den Gesprächen mit den Bürgern eher selten eine Rolle. Oder ist es doch eher die Schwäche der Anderen?

Die Spannung steigt

Noch jedenfalls bleiben zwei Wochen bis zur Wahl. Das weiß auch die SPD: „Wir sind jetzt nicht in Euphorie verfallen. Nur haben wir noch 14 Tage, der kleinste Fehler kann zu einem Punktverlust führen und dann ist das gelaufen“, gibt Andreas Dönnebrink zu bedenken.

Das sieht sein CDU-Gegenüber Michael Räckers ähnlich: „Am 26. September werden wir sehen, was in der Wahlurne drin ist. Umfragen sind spannend, aber abgerechnet wird am Ende.“ Noch ist das Rennen schließlich nicht gelaufen.

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