Dörr auf dem Regiestuhl

Ahaus/Karlsruhe Sein eigentliches Regiedebüt hat Hendrik Dörr ja kurz nach seinem Abi am Alexander-Hegius-Gymnasium mit einem Schülerensemble gegeben. Aber das lässt er nicht gelten. "Da war ich ja noch jung und ohne Verpflichtungen." Heute ist er 24.

05.02.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Hendrik Dörr hat seine Feuerprobe am Theater bestanden.</p>

<p>Hendrik Dörr hat seine Feuerprobe am Theater bestanden.</p>

Und er hat seine Feuerprobe hinter sich: Nach Jahren der Assistenz hat er am Badischen Staatstheater Karlsruhe die Weihnachtskomödie "Der Messias" inszeniert und Freud und Leid des Rampenlichts durchlebt: "Es war so spannend. Und ich war so froh, dass mir das Staatstheater die Möglichkeit einer eigenen Inszenierung gegeben hat." Und wie ist das Stück gelungen? "Bei der Premiere habe ich nichts mitgekriegt. Ich war viel zu nervös", gesteht Dörr. Aber in der fünften oder sechsten Aufführung, da habe er richtig hinschauen können. Sein Fazit: "Mensch, das ist richtig gut geworden. In der einen oder anderen Szene habe ich aber auch gedacht: Na, da ist dir aber nichts richtiges eingefallen." Das Publikum aber amüsierte sich prächtig. Rund 1000 Zuschauer sahen das Stück in zehn Aufführungen im kleinen Saal.

Aber es gab auch die Kehrseite des Theaterglücks: "Eines habe ich unterschätzt: Dass man sich so angreifbar macht". Neben der kollegialen Unterstützung habe im Theater mit dem Regieauftrag auch das Gerede begonnen: Ob der das schafft? Ob das was wird? Wie kann er das nur so machen? Und es sei, so Dörr, auch nicht immer leicht, den Schauspielerkollegen zu sagen: "Nein, so wie du das machst, geht das nicht."

Und dann sind da ja noch die professionellen Kritiker: Einer schrieb nach der Premiere von "zäher Klamotte". Ein anderer bemängelte, dass sich das Publikum "die respektlose Verulkung" auch noch gerne gefallen ließ.

Hendrik Dörr nimmt es gelassen: "Ich hätte auch jeden Abend Torten fliegen lassen - aber das saß im Budget nicht drin." Längst ist er wieder in seine Alltagsarbeit als Regieassistent eingetaucht. "Wir bereiten gerade eine deutsch-französische Autorenlesung vor. Das ist Theaterarbeit hinter den Kulissen. Dörr: "Koordination und Organisation sind das halbe Geschäft." Und zusammen mit der künstlerischen zweiten Hälfte für Hendrik Dörr ein echter Traumberuf. gro

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