Drei Schülerinnen aus Ahaus sagen dem Müll in der Natur den Kampf an

hzUmweltschutz

Ihr Engagement beeindruckt: Drei elfjährige Mädchen sammeln im Wald unachtsam weggeworfene Verpackungen, Papier und Plastik. Doch wohin mit dem Müll? Eine gute Lösung muss her.

von Hendrik Bücker

Ahaus

, 20.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Zange und Müllbeutel ausgestattet ziehen Franka Langowsky, Mia Müller und Lea-Sophie Bleckwedel regelmäßig durch den Ridderbrocks Busch und sammeln den Plastik- und Verpackungsmüll, den andere unachtsam in die Natur werfen.

Dieses Engagement der drei Mädchen beeindruckte den Nikolaus so sehr, dass er in seiner diesjährigen Rede im Schlosshof die Münsterland Zeitung darum bat, über dieses „vorbildliche Verhalten“ zu berichten.

Die Mädchen sammeln selbst den kleinsten Müll auf

Den Nikolaus selber haben wir leider nicht mehr aufspüren können, aber wir konnten einen engen Vertrauten des Nikolauses ausfindig machen - nein, nicht Knecht Ruprecht - der ein Treffen mit den drei elfjährigen Schülerinnen des Alexander-Hegius-Gymnasiums arrangierte.

Bereits auf dem Weg in den Wald sind die drei Mädchen bemüht, selbst die kleinste Verunreinigung aufzulesen und in den blauen Müllbeutel, den sie mit sich tragen, zu entsorgen. Fotos von toten Fischen und Vögeln, deren Mägen mit Plastik gefüllt waren, haben bei Mia Müller einen starken Eindruck hinterlassen.

Ein Zeitschriftenartikel brachte alles ins Rollen

„Ich möchte nicht, dass die Tiere den Plastikmüll fressen und daran sterben.“ Sie selbst habe auch schon Vögel gesehen, die an weggeworfenem Plastik herumpicken, fügt Lea-Sophie Bleckwedel hinzu. Soweit sie zurückdenken kann, habe sich Franka Langkowsky über den achtlos weggeworfenen Müll geärgert und ihn gesammelt. Hilfe bekam sie dabei von ihrem jüngeren Bruder Jannes.

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Den Ausschlag, gemeinsam loszuziehen, gab schließlich ein Artikel, den Lea-Sophie in einer Kinderzeitschrift las. Darin wurde berichtet, wie Kinder Müll sammelten und recycelten. Das nahmen sich die drei Mädchen zum Vorbild. „Wie wir die Welt retten“, hieß der Artikel, es geht also ums große Ganze.

Über Hilfe würden sich die drei Mädchen freuen

Dass den Kindern die Natur nicht gleichgültig sei, bestätigt auch der Vertraute des Nikolauses: „Sie kennen sich in der Tierwelt bestens aus, sind draußen viel unterwegs und haben ein Gespür für die Veränderungen in der Natur. Sie opfern ihre Freizeit, um aktiv etwas zu tun, ohne etwas dafür zu bekommen.“

Gerne würden die Drei noch weitere Kinder von ihrer Aktion begeistern. Dann würden sie sich in Gruppen aufteilen und könnten mehr tun. Viele Erwachsenen, denen sie begegnen, honorieren ihre Mühen, andere nähmen sie nicht zur Kenntnis, wie sie berichten. Für die Menschen, die den Müll wegwerfen, haben die Mädchen kein Verständnis. „Vielleicht sind sie einfach zu faul“, urteilen sie.

Wohin mit dem gesammelten Müll?

Den gesammelten Müll entsorgen die drei Mädchen meistens im normalen Hausmüll, das sei aber nicht optimal, denn dort sei manchmal nicht genügend Platz. Und trennen könne man den Müll oft auch nicht, da er zu verschmutzt sei. Sie würden sich also eine Alternative zum Hausmüll wünschen. Auf der Müllhalde sei man ihnen schon mal entgegen gekommen, aber eine dauerhafte Lösung sei das nicht.

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Die „Fridays for Future“-Bewegung unterstützen die drei Schülerinnen, jedenfalls solange die Schule nicht darunter leide: „Es ist uns wichtiger, auch etwas zu tun, statt nur zu demonstrieren.“ Und was halten die Mädchen von Greta Thunberg, der jugendlichen Umwelt- und Klimaaktivistin aus Schweden? Sie sei mutig, vor so vielen Leuten zu reden und gerade den Politikern „gehörig die Meinung zu sagen“.

Jeder kann auf Plastik verzichten

Es sei wichtig, wenn Kinder auch etwas tun können und Gehör fänden, „denn sie wird treffen, was in den kommenden Jahren passiert“, finden die Mädchen.

Die Drei sind sich einig: „Am besten wäre es, wenn es gar keinen Müll mehr gäbe.“ Lösungen haben sie auch gleich bei der Hand. Man solle nicht mehr soviel Plastik kaufen und verschwenden, auf unnötige Verpackungen könne man verzichten und der unvermeidbare Müll müsse korrekt entsorgt werden.

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