Einblicke aus dem Corona-Alltag: Lange Tage zuhause und ein neues Wochenende

Kolumne zum Coronavirus

Eine Woche Urlaub zuhause und eine Woche Homeoffice liegen hinter Redakteur Stephan Teine. Der Lagerkoller hält sich noch in Grenzen, dafür gibt es völlig neue Pläne zum Wochenende.

Ahaus

, 27.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dem Redakteur über die Schulter gelinst: Bisher lässt es sich im Homeoffice ganz gut aushalten.

Dem Redakteur über die Schulter gelinst: Bisher lässt es sich im Homeoffice ganz gut aushalten. © Stephan Teine

Als die Kollegen ins Homeoffice gezogen sind, hatte ich noch eine Woche Ruhe. Ein länger geplanter Urlaub stand an. Statt wie gedacht für ein paar Tage ans Meer oder in die Berge zu fahren, blieben wir zuhause. Im Alltag war doch mehr liegen geblieben als gedacht. Und so räumten wir auf, weg und um. „So ordentlich war es bei uns schon ewig nicht mehr“, sagte meine Verlobte schließlich.

Der Urlaub ist nun schon wieder eine gefühlte Ewigkeit vorbei. Einiges bleibt mir aber im Kopf: Wie die Nachbarin, die uns überraschend Apfelkuchen vor die Tür stellte. „Wenn ihr im Urlaub schon so angebunden seid, gibt es wenigstens Kuchen“, sagte sie und verschwand freundlich winkend wieder.

Lange Spaziergänge und ein brummiges Gesicht

Oder die Spaziergänge im Wald. Auch dafür ist in der Vergangenheit zwischen Terminen und Verpflichtungen oft zu wenig Zeit geblieben. Und manchmal – ich bekenne mich schuldig – war ich auch einfach zu faul und blieb auf dem Sofa oder der Terrasse sitzen. Jetzt lechze ich nach jeder Minute vor der Tür.

Und dann war da noch die zweijährige Tochter des befreundeten Paars, die nicht einverstanden war mit unserer Video-Konferenz. Sonst treffen wir uns regelmäßig, doch das geht ja jetzt nicht. „Stephan soll vorbeikommen“, quengelte sie und machte ein ganz trauriges Gesicht. „Das darf der aber im Moment nicht“, erklärte der Vater ruhig. Das kleine Gesicht wurde noch brummiger. Ein komisches Gefühl. Zwischen unseren Wohnzimmern liegen nur ein paar Minuten mit dem Fahrrad. Im Moment dennoch eine nicht zu überbrückende Entfernung.

Die erste Woche ist geschafft

Nun geht für mich die erste Woche im Home-Office zu Ende und das Wochenende steht vor der Tür. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Klar: Der gewohnte Redaktionsalltag fehlt. Dafür schmeckt der Kaffee zuhause besser.

Die Welt dreht sich scheinbar ein Stück langsamer. Viele Gesprächspartner sitzen ebenfalls zuhause mit Laptop und Smartphone. Ihnen geht es genau wie mir: Eigentlich wären wir alle viel lieber im Büro. Dann wüssten wir, dass die Normalität zurückgekehrt ist. Aber bis dahin dauert es wohl noch eine Weile.

Regelmäßiger Besuch am Nachmittag

So lange richten wir uns in der neuen Situation ein, so gut es geht. Und so lange freue ich mich auf die nachmittäglichen Besuche der Taube aus der Nachbarschaft. Die hüpft so ausdauernd auf dem Metallkante meiner Dachgaube herum, dass es schon fast so klingt wie das Tippen der Kollegen auf der Tastatur.

Unsere Pläne fürs Wochenende? Spazieren und das erste Videofrühstück unseres Lebens. Schwiegermutter in spe hat Geburtstag. Der persönliche Besuch fällt natürlich flach. Wir haben uns auf ein Whatsapp-Video-Treffen verabredet.

Und dann müssen wir dringend mal wieder aufräumen. Hier sieht‘s schon wieder aus...

Bleiben Sie gesund!