Einblicke in den Corona-Alltag: Die Kunst der schön geredeten Wirklichkeit

Coronavirus

Die Corona-Krise zieht weiter unbeirrt ihre Kreise. Und so war für Redakteur Till Goerke und seine Frau am ersten Hochzeit herzlich wenig so, wie zuvor in den Träumen ausgemalt.

Ahaus

, 29.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Danke Corona-Krise: Erster Hochzeitstag und Balkonien gehören zusammen...

Danke Corona-Krise: Erster Hochzeitstag und Balkonien gehören zusammen... © Till Goerke

Leise Musik, Kerzenschein, ein schön eingedeckter Tisch, der Ober stets aufmerksam, das Prickeln des Champagners auf der Zunge und die eigene Frau fest im Blick. Nein. Stop. Halt. In Corona-Zeiten alles nur ein Traum. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn man den ersten Hochzeitstags des Lebens im eigenen Lieblingsrestaurant hätte zelebrieren können.

Aber den Kopf in den Sand stecken? Mitnichten. Das ist mal so gar nicht die Art meiner Frau und mir. Erst recht nicht in Corona-Zeiten. Bringt ja auch nichts. Wie vermutlich jeder in dieser Zeit haben wir gelernt, das Beste aus der Situation zu machen. Wenngleich unserer Traum für den ersten Hochzeittag mal so ein ganz anderer war.

Wenn Wunsch und Realität auseinanderklaffen

Die Realität ist eben eine andere. Getreu dem Motto: Wir sind hier nicht bei wünsch Dir was, sondern bei so isses! Nie passte dieser eigentlich so dämliche Spruch besser als in dieser Zeit. Annehmen, akzeptieren und kreativ werden sind die Zauberworte in diesen Tagen. Nicht nur bei uns. Nein, allgemein.

Also einmal tief Luft holen und dann rein in Idylle von Balkonien. Zehn Quadratmeter, grüner Kunstrasen, bequeme Stühle, weiche Sitzauflagen, eine Mischung aus Grillduft und Kräuterbutter sowie ein kühles Glas Champagner. Ach, herrlich. Fast so wie in unserem Lieblingsrestaurant.

Billiger Sekt ist keine gute Option

Okay, zugeben, es war nur Sekt. Kein Champagner. Und geschmeckt hat er auch nicht wirklich. Hätten wir vielleicht mehr als nur drei Euro investieren sollen. Was soll es. Die Gläser funkelten in der Sonne. Fast so wie im Urlaub. Fast. Man kann sich die Sache ja auch einfach schön reden. Hat eigentlich ganz gut funktioniert.

Und dennoch: Der zweite Hochzeitstag darf dann doch gerne etwas mehr Esprit bieten. Wobei, besonders war der erste auch. Anders besonders. Hat dann ja doch etwas.

Lesen Sie jetzt

Im Kreis Borken gibt es aktuell 438 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Eine 78-jährige Vredenerin ist am Wochenende an den Folgen der Infektion gestorben.