Einblicke in den Corona-Alltag: Hochzeit gestrichen und Plan B wackelt

Coronavirus

Irgendwas ist ja immer. Dass es die Planung für dieses Jahr aber so zerhagelt, hätte ich nicht gedacht. Und von allen denkbaren Familienfeiern muss es ausgerechnet meine Hochzeit treffen...

Ahaus

, 27.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der altersschwache Drahtesel braucht einen Nachfolger. Doch mit diesem Plan sind wir nicht allein.

Der altersschwache Drahtesel braucht einen Nachfolger. Doch mit diesem Plan sind wir nicht allein. © Asya Vee on Unsplash

Corona, jetzt mal ganz unter uns: Du kleines Miststück!

Nicht, dass ich mich aufregen möchte, weil ich seit Mitte März die Welt in erster Linie durch das Fenster meines Arbeitszimmers sehe. Nö, das ist ganz in Ordnung. Damit komme ich klar. Auch dass sämtliche Veranstaltungen und Konzerte, die ich besuchen wollte, abgesagt wurden – geschenkt. Das wird wohl alles mehr oder weniger irgendwie nachgeholt. Und sogar der geplatzte Kurzurlaub an der See vor ein paar Wochen lässt sich ja noch unter Kleinigkeit verbuchen. Geld gespart, Wohnung in der Zeit schön gemacht und Meer ist ja auch irgendwie immer das gleiche.

Pläne für die Hochzeitsparty liegen auf Eis

Dass du mir aber einen Strich durch meine Hochzeit machst, nehme ich dir doch so ein ganz kleines bisschen übel. Den 1. August hatten wir angepeilt. Gästeliste, Einladungen, Brautkleid, Anzug, DJ, Catering, Location – alles abgehakt und gebucht. Sogar durch schier endlose Listen möglicher Tischdekorationen habe ich mich unter treusorgender Hilfe meiner Verlobten gewühlt. Umsonst! Alles abgeblasen. Wer will schon feiern, wenn die eine Hälfte der Gäste gar nicht kommt und die andere Hälfte mit Mundschutz am Tisch sitzt und hektisch nach der nächsten Flasche Desinfektionsmittel sucht.

Statt großer Hochzeitsparty gibt es nun eine ganz kleine Veranstaltung im Familienkreis. Statt Hochzeitstanz also Grillen mit den werdenden Schwiegereltern. Der Rest wird irgendwann nach dem Virus nachgefeiert.

Dafür, dass das alles – sagen wir mal – „etwas suboptimal“ läuft, wollen wir vor und nach der Trauung mit dem Rad durch die Gegend reisen. So als kleine Entschädigung. Dafür muss allerdings der altersschwache und etwas kurzatmige Drahtesel wohl oder übel noch einem etwas potenteren Hengst weichen.

Run auf die Fahrradgeschäfte

Und da, liebes Coronavirus, kommst du wieder ins Spiel. Die Idee mit dem Fahrradurlaub hatten offenbar nicht nur wir, sondern gefühlt auch alle anderen 82.199.998 Deutschen. Zumindest wenn ich nach den Schlangen vor diversen Fahrradgeschäften gehe. Kein Wunder: An Urlaub ist ja momentan sonst auch noch nicht zu denken. Den Händlern ist der Umsatz ja zu wünschen. Sie können ja auch nichts dazu. Keine Frage.

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Aber als mir der Erste sagte, „Haben wir nicht“, der Zweite meinte, „Joa...Lieferzeit rund acht Wochen. Vielleicht auch zwölf. Ist gerade viel los.“ und mir der Dritte nur ein Modell anbieten konnte, für das ich auch einen Kleinwagen hätte kaufen können, da wollte ich doch kurz in den Türrahmen beißen.

Der Hochzeits-Notreserve-Ersatz-Ausweich-Plan kippelt. Klar, verglichen mit anderen immer noch ein Luxusproblem. Aber eins, das mir im Moment die Stimmung verhagelt.

Corona, man soll ja niemandem Schlechtes wünschen, aber dir wünsch ich den Impfstoff an den Hals!