Einblicke in den Corona-Alltag: Kinder lernen aus der Krise

Coronavirus

In den Medien findet man unzählige Vorschläge, was Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aus der Corona-Krise lernen sollen. Wir schauen heute mal den schulpflichtigen Kindern beim Lernen zu.

Ahaus

von Simone Schulze Beikel

, 24.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schüler müssen plötzlich mit vielen verschiedenen Medien umgehen können.

Schüler müssen plötzlich mit vielen verschiedenen Medien umgehen können. © picture alliance/dpa

Unsere Kinder lernen aus der Corona-Krise nicht nur Solidarität, Geduld und den Sinn für die Familie, – also ich hoffe zumindest dass sie das mitnehmen – auch ihre Medienkompetenz wurde von einem auf den anderen Tag herausgefordert, als vor zehn Wochen das Homeschooling begann.

In unserem Haushalt gibt es einen festinstallierten Computer, einen Laptop, ein Tablet und vier Handys, die – dank Glasfaser – auf hohem Niveau internetfähig sind. Mein Mann arbeitet zu großen Teilen im Homeoffice, dadurch ist der PC schon mal belegt.

Der Laptop ist abwechselnd bei Kind eins und zwei im Einsatz, um über die Schulserver Aufgabenstellungen abzurufen und auszudrucken, am Videounterricht teilzunehmen, Informationen zu recherchieren, Aufgaben so zu erledigen, dass sie im Anschluss im Schulportal digital eingereicht werden können, und noch vieles mehr.

Schulplattform überlastet

Das liest sich jetzt sehr unkompliziert, ist im realen Leben aber nicht immer einfach. Begonnen hat es damit, dass die Schulplattform einer „unserer“ Schulen dem plötzlichen morgendlichen Ansturm nicht gewachsen war und sich unsere Tochter erst mal nicht einloggen konnte. Dann fand der Online-Unterricht für die beiden großen Kinder gleichzeitig statt, da begann beim Frühstück schon der Kampf um den Laptop.

Auch unser Verbrauch an Papier und Druckerpatronen ist enorm gestiegen. Das Problem scheint aber deutschlandweit zu herrschen, die Beschaffung neuer Druckerpatronen war hinsichtlich Verfügbarkeit und Preis ein kleines Abenteuer.

Videokonferenz als Unterrichtsersatz

Kommen wir mal zu den positiven Auswirkungen. Unsere Kinder haben in den letzten zehn Wochen gelernt, wie man in Word eine Bildergeschichte erstellt, wie man sich in einem Online-Portal anmeldet und dort eine Audiodatei runterlädt. Das Verschicken von Fotos über die Schulplattform oder via E-Mail an die Lehrer beherrschen sie mittlerweile im Schlaf. Ganz selbstverständlich nehmen sie an Videokonferenzen teil und wissen jetzt, dass man Dateien immer speichern sollte, wenn man später weiter daran arbeiten möchte, denn Mama räumt auch digital auf.

Selbst unser jüngster Sohn lernt mit seinen sieben Jahren täglich dazu. Das Installieren von Apps, vorzugsweise neue Spiele, auf dem Tablet klappt schon richtig gut und lustige Filme bei Youtube findet er völlig problemlos. Scherz beiseite, er soll regelmäßig in zwei Programmen Aufgaben erledigen und das kann er inzwischen ganz allein.

Verlängerte Nutzungsdauer

Doch das ist nicht alles, was sich in Sachen Mediennutzung bei uns zu Hause geändert hat. Als unser jüngster Sohn zum ersten Mal eine Hausaufgabe am Tablet zu erledigen hatte, war seine größte Sorge, dass diese Zeit von seiner täglichen Fernseh- und Tablet-Zeit abgezogen wird. Dem war und ist natürlich nicht so. Auch wenn unsere Kinder zu jeder Zeit und bei Einhaltung sämtlicher Kontakt- und Abstandsregeln draußen auf dem Hof spielen könnten, hat sich ihre Medienzeit natürlich erhöht, und das ist nicht nur hausaufgabenbedingt.

Fazit: aus der Not kann man lernen, zwischenmenschlich und praktisch.