Ein 20-jähriger Ahauser bedrohte die Freundin seines Bruders aus Spaß mit einer detailgetreuen Airsoft-Waffe. © picture alliance / dpa
Bedrohung mit Airsoft-Waffe

Er hielt ihr die Airsoft-Waffe an den Kopf: „Es war doch nur ein Spaß“

Der Abend sei ganz entspannt gewesen. Bis ein 20-jähriger Ahauser die Freundin seines Bruders aus Spaß mit einer Airsoft-Waffe bedrohte. Das Urteil fiel für den Angeklagten dennoch milde aus.

Die nach eigener Aussage defekte Waffe habe der 20-Jährige für einen Freund aufbewahrt. Im Juli vergangenen Jahres habe er diese dann bei einem Abend mit Freunden lediglich zeigen wollen. Dabei hat der Angeklagte die Waffe an den Kopf der Freundin seines Bruders gehalten, worauf diese Anzeige erstattete. Das Verfahren gegen ihn wurde jedoch eingestellt.

„Eigentlich nahm sie das ganz locker“

Zunächst konnte sich der angeklagte Ahauser nicht erklären, warum die Klägerin Anzeige erstattete. „Eigentlich hat sie es auch ganz locker genommen“, sagte der 20-Jährige. Als er die Waffe präsentiere, fragte die Freundin des Bruders: „Willst du uns jetzt bedrohen?“

Daraufhin habe er sich hinter sie gestellt und umschlang ihren Oberkörper mit einem Arm, mit der anderen Hand habe er ihr die Waffe an den Kopf gehalten. Er habe nur als Witz „natürlich“ gesagt. Das fand sie wohl nicht so lustig: Eine Woche später erstattete sie nämlich Anzeige.

Die Waffe sei zudem kaputt gewesen

Streitigkeiten habe es zwischen den beiden weder vor noch nach der beschriebenen Situation gegeben. Erst durch seinen Bruder habe der Angeklagte erfahren, dass dessen Freundin sich bedroht gefühlt habe. „Ich war selbst geschockt, als er mir das erzählte, weil sie die Situation so belächelt hat. Die Waffe war ja auch kaputt“, erklärte er dem Richter.

Sein Verteidiger betonte mehrmals, er geht davon aus, dass die Klägerin eher auf Anraten der Eltern eine Anzeige erstattet hat. Ob die Waffe kaputt war oder nicht, ändere nichts an der Tatsache, dass die Geste nicht immer als Spaß aufgefasst werde, sagte der Staatsanwalt. Ob sich die Klägerin in der Situation wirklich bedroht gefühlt habe, konnte nicht geklärt werden: Sie erschien nicht zum Prozess.

Besitz einer solchen Waffe ist nicht strafbar

Nachdem der Staatsanwalt für eine Einstellung und 30 Sozialstunden plädiert hatte, machte der Verteidiger des Angeklagten lautstark klar, dass dies zu viel sei. „Klar, man sollte so eine Waffe nicht im Haus haben, aber sie war ja auch kaputt“, begründete er. Zudem ist der Besitz einer solchen Waffe allein nicht strafbar.

Somit wurde dem Angeklagten die Entscheidung überlassen: Entweder die Zeuginnen werden noch angehört und das Urteil falle möglicherweise härter aus oder er gebe sich mit den 30 Sozialstunden zufrieden. Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung entschied sich der 20-Jährige für die Sozialstunden.

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