Corona-Krise: Euronics-XXL-Markt setzt auf das digitale Schaufenster

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Im Internet informieren und im Laden kaufen. Das ist in Zeiten der Corona-Krise nicht möglich. Thomas Dieker muss für seinen Euronics-XXL-Markt voll und ganz auf das „digitale Schaufenster“ setzen.

Ahaus

, 01.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas Dieker ist Geschäftsführer von Euronics XXL Dieker am Adenauerring. Der Umgang mit Unterhaltungselektronik, PC-Multimedia, der Telekommunikation und Haushaltsgeräten ist sein täglich Brot. Doch die Corona-Krise stellt auch ihn und den Verkauf dieser für viele derzeit besonders wichtigen Dinge vor enorme Herausforderungen.

Kurzarbeit angemeldet

„Das ist schon eine große Belastung und Herausforderung“, sagt er im Videochat mit unserer Redaktion. „Man spürt die gesamten Auswirkungen. Nicht nur als Firma, man ist ja auch als Verbraucher unterwegs.“ Um die wirtschaftlichen Verwerfungen einigermaßen stemmen zu können, hat Thomas Dieker zum 1. April Kurzarbeit für knapp 40 Mitarbeiter angemeldet. „So versuchen wir, die Lage zu stemmen“, erklärt er.

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In der Krise setzt Thomas Dieker auf seinen Online-Shop von der Euronics-Verbandszentrale. „Cross-Channel-Retail“, nennt Thomas Dieker einen Begriff und meint damit, den Online-Shop als Zuführung zum stationären Einzelhandel zu sehen.

Digitales Schaufenster

„Unser Online-Shop ist wie ein digitales Schaufenster, aber mit vollständiger Bestellstruktur“, erläutert der Geschäftsführer. Was in Corona-Zeiten den Umsatzeinbruch ein wenig abfedert, soll in normalen Zeiten eigentlich dafür sorgen, dass die Kunden vor allem ins Geschäft kommen. Wenn möglich: online informieren und offline kaufen.

Offline kaufen, das ist aktuell nicht möglich. Dafür kann online 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche bestellt werden. Die „Öffnungszeiten“ sind in der Corona-Krise zu Abhol- und Telefonzeiten geworden. Geliefert wird im Einzugsgebiet kostenlos. „Zusätzlich nutzen wir die Plattform auch, um unseren Lagerbestand abzubauen“ , erklärt Thomas Dieker.

Verstärkt online nachgefragt werden im Moment die verschiedensten Dinge aus dem Bereich PC und Telekommunikation, berichtet er. Seien es Verbrauchsmaterialien für Drucker, Zubehör für Telefonkonferenzen – zum Bespiel Headsets – Laptops und mehr.

„Wer nur auf den stationären Handel gesetzt hat, ist in der jetzigen Situation ganz schwer dran. Da ist der Umsatz zu 100 Prozent eingebrochen“, sagt Thomas Dieker. Als Vorstandsmitglied des Gewerbevereins Ahaus ist er nah dran und bekommt von den Kollegen gespiegelt, wie die aktuelle Situation ist.

Dazu gehört, den Mitgliedern des Gewerbevereins Tipps zu geben, wie man digital kurzfristig etwas in Gang setzen kann.

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Gleichwohl: „Ein 100-prozentiges Engagement im Internet kann nicht die Lösung sein“, sagt Thomas Dieker mit Blick auf die Ahauser Innenstadt für die Zeit nach der Corona-Krise. „Wir müssen händeringend versuchen, die Innenstädte am Leben zu halten. Für ein Geschäft in der Fußgängerzone braucht es das Leben.“

Händler telefonisch erreichbar

Für die Ahauser Einzelhändler und Gewerbetreibende spreche, dass so gut wie jeder Händler aktuell zumindest telefonisch erreichbar ist, sagt Dieker. „Es wird beraten und ausgeliefert, so weit es möglich ist. Keiner steckt den Kopf in den Sand.“

Dass die Corona-Krise zu einer Kaufzurückhaltung führt, das mag für verschiedene Bereiche gelten – aber nicht für alle, erklärt der Geschäftsführer. „Wenn die Waschmaschine defekt ist, dann muss relativ schnell eine neue gekauft werden.“ Aber wenn diese dann bei einem Internet-Giganten aus den USA gekauft werde, „dann tut das dem örtlichen Handel derzeit ganz besonders weh.“

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Wobei es vielleicht auch nicht sofort eine neue Waschmaschine sein muss. Dieker weist an dieser Stelle darauf hin, dass bei ihm und vielen anderen Händlern in Ahaus der Reparaturservice wie gewohnt weiterlaufe.

Sukzessive Lockerungen

Wie lange die Einzelhändler noch mit der eingeschränkten Geschäftstätigkeit zurechtkommen müssen, das ist auch für Thomas Dieker ein Blick in die Glaskugel. „Ich vermute, dass es noch einige Wochen dauern wird und es dann auch für den Einzelhandel sukzessive zu Lockerungen kommt.“ Einen Big Bang, einen großen Knall und alles sei wieder gut, so etwas werde es nicht geben.

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