Flüchtlinge werden gut betreut

Lob im Sozialausschuss

454 Flüchtlinge leben nach den aktuellsten Zahlen in den Flüchtlingsunterkünften der Stadt Ahaus. Diese Zahlen hat Herbert Kemmerling vom Fachbereich Arbeit und Soziales dem Sozialausschuss am Dienstagabend vorgestellt. Bei allen Schwierigkeiten lobten er und die Fraktionen im Ausschuss die ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuung in den höchsten Tönen.

04.11.2015, 19:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ab Mitte 2016 wird das Bischof-Tenhumberg-Haus an der Hindenburgallee frei: Die Bewohner ziehen an den Hessenweg. Die Stadt soll das Gebäude dann anmieten, um dort Flüchtlinge unterzubringen.

Ab Mitte 2016 wird das Bischof-Tenhumberg-Haus an der Hindenburgallee frei: Die Bewohner ziehen an den Hessenweg. Die Stadt soll das Gebäude dann anmieten, um dort Flüchtlinge unterzubringen.

Das Engagement der Flüchtlingslotsen sei gar nicht hoch genug zu bewerten, hieß es. Die Bereitschaft der Ahauser, zu helfen sei enorm. „Auch deswegen gibt es auch überwiegend gute Stimmung in der Stadt“, so Kemmerling. 50 Lotsen sind im Moment im Einsatz. Weitere 20 bis 30 stehen auf einer Warteliste. „Das hat unsere Erwartungen völlig übertroffen“, sagte Maria Revers, Sozialarbeiterin vom Caritasverband Ahaus-Vreden.

Überrascht von Resonanz

Auch Carmen Esposito-Stumberger ist immer noch von der Resonanz überrascht. Sie koordiniert die Integrationslotsen in Ahaus. Rund 250 Personen könnten regelmäßig durch die Lotsen betreut werden. Der Ausschussvorsitzende Dieter Homann dankte aber auch in Richtung Verwaltung für die schnelle und reibungslose Unterbringung der Flüchtlinge. Der Zuzug und die Dauer des Aufenthalts von Flüchtlingen blieben völlig unplanbar. „Wir müssen aber davon ausgehen, dass ein Großteil von ihnen erst einmal in Ahaus bleibt“, so Kemmerling. Umso wichtiger sei daher die schnelle Integration und die schnelle Vermittlung von Sprachkursen.

Sorgen sind legitim

Kemmerling erklärte, dass Sorgen und Fragen der Anwohner von Flüchtlingsunterkünften selbstverständlich legitim seien. Einzelgespräche, etwa mit den Anwohnern am Kalkbruch, wo demnächst eine neue Unterkunft entstehen soll, hätten aber ein überwiegend positives Bild ergeben. Dennoch müsse man – auch in Ahaus – wachsam sein: „Wenn es an Stammtischen braun durchschimmert, muss man Rückgrat zeigen und dagegen angehen“, erklärte Verwaltungsvorstand Christoph Almering. Es gelte, die gesunde Mitte zwischen Willkommenseuphorie und ungebremstem Hass zu finden, der in den Nachrichten seit Monaten immer wieder auftauche.

Neue Flüchtlingsunterkünfte geplant

Neue Flüchtlingsunterkünfte sind geplant oder gerade im Bau: Die Unterkunft an der Fürstenkämpe für 35 Personen soll im November fertig werden. Weitere Unterkünfte sind in Einfamilienhäusern in Graes (für 15 Personen) sowie in Wessum (für 20 Personen) geplant. Ab Mitte 2016 soll die Stadt das Bischof-Tenhumberg-Haus an der Hindenburgallee vom Caritasverband Ahaus-Vreden anmieten, um dort bis zu 49 Flüchtlinge unterzubringen. In erster Linie Kinder und Jugendliche, die ohne Begleitung nach Ahaus kommen.

Dafür hat sich der Sozialausschuss einstimmig ausgesprochen. In dem Gebäude wohnen bisher Menschen mit Behinderung in fünf abgeschlossenen Wohneinheiten. Die ziehen bald in den Neubau am Hessenweg um. Dadurch könne das Gebäude ohne Umbau für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Thomas Wittenbrink (CDU), Mathilde Fischer (SPD) und Josef Korthues  sprachen sich dafür aus, die Kapazitäten des Gebäudes voll zu nutzen. „Es wäre Verschwendung, wenn wir dort nicht 50 bis 60 Personen unterbringen würden“, sagte Wittenbrink. „Wir sollten auf jeden Fall die möglichen Grenzen dort voll ausnutzen“, sagte Korthues.

Kauf ist keine Option

Der Kauf ist keine Option, auch wenn er geprüft wurde: „Das Gebäude soll in den Händen des Caritasverbands bleiben“, so Peter Schwack, Fachbereichsleiter beim Caritasverband Ahaus-Vreden. Die Dauer der Anmietung war im Sozialausschuss kein Thema. „Darum kümmert sich der Bereich für Liegenschaften“, sagte Herbert Kemmerling vom Fachbereich Arbeit und Soziales bei der Stadt Ahaus.  

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