Flüssigkeit in Gräfte: Umweltverschmutzung im Ahauser Schlossgraben

hzFeuerwehreinsatz

Ungewöhnliche Farben prägten die Gräfte am Dienstagmorgen. Der Grund: die Spur eines Kraftstoffs im Ahauser Schlossgraben. Die Feuerwehr war zur Stelle und griff zu besonderen Mitteln.

Ahaus

, 19.11.2019, 13:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gräfte des Ahauser Schlossgrabens weist am Dienstagmittag eine Farbe auf, die besonders den in ihr lebenden Enten sicher nicht so angenehm ist. Ein dunkler Film hat sich seit den Morgenstunden auf dem Wasser gebildet. Der Grund: Eine Flüssigkeit war in den Graben gelangt und hatte für eine Verschmutzung gesorgt. Blaue, grüne und pinke Farbkleckse prägten das Bild des Wassers und sorgten damit für ein Potpourri an Tönen.

„Es ist noch nicht klar, ob es sich um Öl, Benzin oder Diesel handelt“, sagt Stefan Hilbring, Pressesprecher der Stadt Ahaus. Den Hinweis auf die verdreckte Gräfte erhielt die Feuerwehr aus der Bevölkerung. Eine Ursache dafür wurde noch nicht gefunden. „Der Kraftstoff ist vermutlich über die Aa Umflut in den Schlossgraben gelangt“, sagt Christoph Stattmann-Schnell, Einsatzleiter der Feuerwehr.

Flüssigkeit in Gräfte: Umweltverschmutzung im Ahauser Schlossgraben

Auf der Gräfte bildete sich eine Spur eines Kraftstoffs. Die Ursache dafür ist noch unklar. © Maximilian Konrad


Mit Paddelboot und Ölschlängel

Wie die Flüssigkeit in die Aa Umflut gelangt sei, wisse man jedoch noch nicht. Dafür könne es vielerlei Gründe geben, meinte Christoph Stattmann-Schnell. Die Feuerwehr versucht am Dienstagmittag mit Paddelboot und Ölschlängel, die Flüssigkeit zu beseitigen. Mit gleich drei großen Wagen angerückt, machen die Feuerwehrleute das Boot startklar.

Dann fahren zwei von Ihnen mit dem Wasserfahrzeug auf die andere Seite und befestigen das eine Ende eines Ölschlängels an einem Vorbau des Schlosses. Das andere Ende wird dann am Ufer festgemacht. Eine zweite Ölsperre wurde zudem an der Austrittstelle der Flüssigkeit befestigt.

Jetzt lesen

Schlauch bleibt eine Woche liegen

Zudem wurden vor den jeweiligen Ölschlängel so genannte Würfel angebracht. „Die Würfel sind dazu da, dass das Öl daran haftet. Der Ölschlängel soll dann das Öl aufsaugen“, erklärt der Einsatzleiter der Feuerwehr. Mindestens eine Woche bleibt der lange Schlauch nun in der Gräfte liegen. Regelmäßig muss der aktuelle Stand beobachtet werden, wieviel Öl schon aufgesaugt wurde.

Insgesamt soll es sich wohl um zwei bis drei Liter handeln, die in die Gräfte gelangt seien. „Da es sich um eine geringe Menge an Flüssigkeit handelt, wird die untere Wasserbehörde des Kreises keine weiteren Ermittlungen aufnehmen. Wir denken, dass durch die Ölsperren mit der Zeit die komplette Menge aufgesaugt wird. Ein Schaden für die Umwelt ist nicht zu befürchten“, sagt Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken.

Flüssigkeit in Gräfte: Umweltverschmutzung im Ahauser Schlossgraben

Die Feuerwehr gelang mit einem Paddelboot auf die andere Seite der Gräfte und befestigte dort ein Ende des Ölschlängels. © Maximilian Konrad

Trotzdem spricht Stefan Hilbring als Pressesprecher der Stadt Ahaus in diesem Zusammenhang von „Umweltverschmutzung“. Daher wurde auch eine Strafanzeige gestellt. „Es handelt sich hierbei um ein Umweltdelikt, bei dem wissentlich oder unwissentlich eine Flüssigkeit in die Gräfte gelangt ist“, teilt Thorsten Ohm von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Borken. Die Polizei ermittelt und sucht noch nach Zeugen.

Wer etwas gesehen hat oder einen Hinweis zu den Ermittlungen der Polizei hat, kann sich bei der Kreispolizeibehörde Borken melden. Tel.: 02861 900 2222.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt