Franziskus Mels ist 25 Jahre Heilpraktiker und „Brückenbauer“

hzPraxisjubiläum

Vor 25 Jahren begann Franziskus Mels als Heilpraktiker in Ahaus. 2015 zogen er und sein Team in die Praxisräume an der Schloßstraße. Mit der MLZ spricht er über Demut und das Brückenbauen.

von Andreas Bäumer

Ahaus

, 11.10.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Praxistheke im ersten Stock der Schloßstraße 1 hängen goldene Heliumballons zum Anlass des 25-jährigen Praxisjubiläums. Das war am 2. Oktober. Franziskus Mels und sein Team haben es schon im Sommer bei einer Fahrradtour mit ihren Partnern gefeiert. Er arbeitet an diesem Ort bereits seit 2015 mit vier Praxishilfen und seit einem Jahr mit der Heilpraktiker-Kollegin Sabine Gröning.

Die Praxis ist hell, es dominieren die Farben Grün und Rot, die Behandlungsräume sind nach verdünnten homöopathischen Pflanzenextrakten benannt, zum Beispiel „Pulsatilla, D2“, einem Extrakt der Kuhschelle.

Franziskus Mels und sein Praxisteam (v.l.): Heilpraktikerin Sabine Gröning, Ehefrau Silvia Mels, Elisabeth Gellenbeck, Angelika Heyart und Andrea Nienhaus.

Franziskus Mels und sein Praxisteam (v.l.): Heilpraktikerin Sabine Gröning, Ehefrau Silvia Mels, Elisabeth Gellenbeck, Angelika Heyart und Andrea Nienhaus. © Privat

Vor 25 Jahren fing Mels in der Naturheilpraxis an der Bahnhofstraße an. Damals war er 27 Jahre alt. Hinter ihm lagen drei Jahre schulische Heilpraktiker-Ausbildung in Bochum mit schriftlicher und mündlicher Überprüfung durch den Amtsarzt und zwei Jahre Hospitationen in verschieden Naturheilpraxen.

Nach 20 Monaten Zivildienst im Pflegedienst des St. Marien-Krankenhauses hat er sich bewusst für diese Ausbildung entschieden. „Ich war auf der Suche nach einem weiten Blick auf Körper, Geist und Seele“, sagt er, „wer nur ein Organ isoliert sieht, verliert schnell den Blick für den gesamten Menschen.“

Demütiger als in der Startzeit

Die erste Zeit war für ihn nicht einfach, berichtet er, und seine Herangehensweise an den Beruf habe sich seither gewandelt. „Ich behandele Menschen mit den unterschiedlichsten Beschwerden. Damals dachte ich, der Therapeut muss ein Mittel raussuchen und der Patient wird wieder gesund“, so Mels. Inzwischen sehe er die Patienten eher als seine Klienten und sich selbst als Wegbegleiter. „Die Menschen müssen ihre Selbstheilungskräfte aus sich heraus aktivieren. Dieses Bewusstsein hat mich demütig gemacht“, gesteht er.

Heilpraktiker dürfen im Rahmen ihrer Kompetenz eigenverantwortlich diagnostisch und therapeutisch arbeiten. Sie entscheiden, wie sie untersuchen, wie behandeln und was sie verschreiben. Mels untersucht zum Beispiel anhand der Augendiagnose, der körperlichen Untersuchung, aber auch anhand von Blutbildern und Speicheltests. Er verschreibt homöopathische Mittel und behandelt mittels Akupunktur, osteopathischer Techniken oder Bioresonanztherapie.

Eines seiner wichtigsten Instrumente dabei ist das Zuhören und das ganzheitliche Verstehen. „Wir nehmen uns Zeit für den Menschen. Zeit und Empathie - in dieser Verbindung passiert oft mehr als wir denken“, sagt er.

Die meisten seiner Patienten sind auch schulmedizinisch in Behandlung. Mels findet das „genau richtig“ Er wünscht sich, Brücken zu bauen zwischen Schulmedizin und ergänzender Medizin - zum Wohle der Patienten.

Auf den Magen geschlagen

Mels beschreibt eine Behandlung beispielhaft: Ein Patient besucht ihn in der Sprechstunde und klagt über Bauchschmerzen. Sein Arzt habe ihm bereits einen Säurehemmer für den Magen verschrieben. Der Heilpraktiker sieht über die Augendiagnose Stressfurchen, die körperliche Untersuchung ergibt einen verspannten Oberbauch. Mels erkundigt sich nach Essverhalten, familiärem und beruflichen Umfeld. Beim Thema Beruf wirkt der Patient angespannt.


Er berichtet über Angst um seinen Arbeitsplatz, die ihm „auf den Magen schlägt“. „Mein Ziel wäre hier, dem Patienten den Zusammenhang zwischen Angst und Bauchschmerzen bewusst zu machen“, sagt Mels.

„Dies hilft, ihn zu ermutigen, selbst auf Lösungssuche zu gehen.“ Weiterhin würde er ihm eine Akupunktur anbieten, um die Spannung im Bauch zu lindern. Wegen seiner therapeutischen Freiheiten mag Mels seinen Beruf und auch deshalb, weil er ihm die Möglichkeit zur Kreativität gibt.

Das Ziel sei, „dass sich der Mensch der Brücke zwischen seiner Lebenseinstellung und seiner Gesundheit bewusst wird und sie aktiv ausbaut. Echte Gesundheit und Heilung kommen immer nur von Innen.“

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