Das Tempo war enorm, die Strecke lang, die Hitze groß, die Schultaschen schwer. Von gestarteten 60 Schülern blieben bei der „Fridays for Future“-Demo am Schluss weniger als 30 übrig.

Ahaus

, 07.06.2019, 17:25 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer das Klima schützen will, braucht einen langen Atem. Das wurde am Freitagmittag bei der „Fridays for Future“-Demo mehr als deutlich. Dabei gilt: in Ahaus sind die Klimaschützer kaum zu bremsen. Das Tempo an der Spitze war enorm. Den 4,5 Kilometer langen Demonstrationsweg durch die Stadt legten die Teilnehmer in einer Stunde zurück, drei längere Zwischenstopps – zwei Sit-ins an der Annenstraße/Ecke Holthues Hoff und am Mahner sowie Wortbeiträge am Kulturquadrat eingerechnet.

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Fridays-for-Future-Demo in Ahaus

Anfangs 60, später weniger als 30 Teilnehmer zogen bei der Fridays-for-Future-Demo durch Ahaus. Die 4,5 Kilometer lange Strecke bewältigten die jungen Klimaschützer in weniger als einer Stunde, drei Pausen und Wortbeiträge eingerechnet.
07.06.2019
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Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding
Impressionen von der Fridays-for-Future-Demo in Ahaus.© Christian Bödding

Dabei forderte das Tempo bei sommerlichen Temperaturen Tribut. War die Demo am Rathaus mit knapp 60 Schülern gestartet, blieben am Schluss noch weniger als 30 übrig. Unter der Last von Schultaschen verabschiedeten sich zwischendurch etliche Schüler ins verlängerte Wochenende.

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Freitag, 11.30 Uhr: Normalerweise soll jetzt die von Ina Elpers und Cilia Gesing organisierte Demo starten. Doch erst einmal müssen die beiden 14-Jährigen ein Fernsehinterview geben, ihr allererstes. Am Abend sind sie in der Lokalzeit des WDR zu sehen.

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Fridays-for-Future: Demo in Ahaus

Dann erklären die Mädchen den Demo-Teilnehmern den Demonstrationsweg und wie man „richtig“ demonstriert. „Ihr müsst die ganze Zeit Sprüche rufen. Wenn einer abschwillt, dann stimmt Ihr den nächsten an“, sagt Ina Elpers den Schülern. „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut“, kennen die meisten schon von der ersten Kundgebung Anfang April. Neu sind unter anderem: „Banken retten, das geht fix. Für die Umwelt tut Ihr nix“ und „Rettet die Pole. Raus aus der Kohle.“

Lautstark vorbei am Alexander-Hegius-Gymnasium

Schnell sind vier Bannerträger gefunden, dann geht es auch schon Richtung Canisiusschule und schweigend durch den Schlossgarten, das haben die Teilnehmer vorher vereinbart. Begleitet von Motorrad-Polizisten und Beamten auf Rädern, die jeweils die Straße halbseitig sperren, eilt der Tross über die Bahnhofstraße und den Hessenweg auf die Fuistingstraße. Am Alexander-Hegius-Gymnasium wird es laut. „Leute lasst das Glotzen sein, reiht euch in die Demo ein“, skandieren die Teilnehmer. Doch die AHG-Schüler bleiben in den Klassen, blicken dafür aber neugierig aus den Fenstern. Passanten bleiben stehen und schauen sich den Demonstrationszug an.

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An der Annenstraße/Ecke Holthues Hoff lassen sich die Demo-Teilnehmer zu einem spontanen Sit-in auf der Straße nieder. Am Kulturquadrat folgt ein weiterer Halt. Wortbeiträge sind geplant. „Wir müssen stark bleiben und für unsere Rechte kämpfen“, appelliert Klima-Aktivistin Ina Elpers an die Zuhörer. „Wir alle können mit einfachen Sachen etwas bewirken. Entsorgt euren Müll umweltgerecht, anstatt ihn irgendwo hinzuwerfen“, bittet sie. Die 14-Jährige fordert, dass die Stadt Ahaus den Klimanotstand ausruft. Dann würden Politik und Verwaltung bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima und den Klimaschutz berücksichtigen.

„Fridays for Future“-Demo in Ahaus: Klimaschützern macht die Hitze zu schaffen

An der Ecke Annenstraße/Holthues Hoff ließen sich die Demonstranten zu einem Sit-in nieder. © Christian Bödding

Weiter geht es über die Königstraße zum Mahner. Nach einem zweiten Sit-in am Markt laufen die Klimaschützer mit ihrem Banner und den Transparenten zurück zum Rathaus. Dort sammeln Ina Elpers und Cilia Gesing die Transparente ein. „Das Klima ist aussichtsloser als unsere Mathearbeit“ ist eins davon.

Dass ihr Protest aussichtslos ist, das denken die beiden Organisatorinnen nicht. „Klimaprotest bleibt wichtig“, sagt Ina Elpers. „Wenn wir nicht weitermachen, dann ruht sich die Politik auf dem aus, was sie bisher für den Klimaschutz getan hat.“

Auf mehr Teilnehmer gehofft

So ganz zufrieden sind die beiden Mädchen mit der Resonanz auf ihren Aufruf zur Teilnahme nicht. „Wir hatten schon gehofft, dass ein paar Leute mehr kommen“, sagt Cilia Gesing. Aber die Strecke sei wohl zu lang, die Schultaschen zu schwer und das Tempo zu schnell gewesen. „Wir wollten die Bannerträger noch ein bisschen stoppen, aber das ist uns nicht gelungen.“ Zudem hätten auch etwaige Eintragungen für Fehlstunden die Schüler von einer Teilnahme abgehalten.

Weiterer Klimaprotest

Der Klimaprotest in Ahaus wird aber weitergehen, versichern die beiden Schülerinnen. Ob sie sich ernst genommen fühlen mit dem, was sie tun? „Großteils ja“, antwortet Ina Elpers. „Aber manche Erwachsene sagen auch: Das sind ja nur Kinder.“ Die nächste „Fridays for Future“-Aktion in Ahaus soll am Freitag, 5. Juli, erneut eine Demonstration sein. „Aber nach der Schule und mit einer kürzeren Strecke“, sagt Cilia Gesing.

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