Udo Heuten (78) hinter seinem Neubau am Hessenweg. Sieben neue Mietwohnungen sind dort in den vergangenen zehn Monaten entstanden. Der Ärger mit den Nachbarn scheint beigelegt. © Stephan Rape
Sieben Wohnungen

Frieden am Hessenweg: Streit um Mehrfamilienhaus ist beigelegt

Sieben neue Wohnungen sind am Hessenweg entstanden. Auch der Ärger mit den Nachbarn hat sich erledigt. Bauherr Udo Heuten ist stolz – und sieht dringenden Bedarf für mehr Wohnungen.

Als die Pläne für den Neubau am Hessenweg 25 publik wurden, regte sich lauter Protest in der Nachbarschaft: Das Haus passe nicht in die kleine Straße, der Parkplatz sei groß, das Gebäude zu wuchtig. 50 Nachbarn unterzeichneten im Juni 2020 eine Eingabe an die Stadt Ahaus. Inzwischen ist der Protest verstummt.

„Wir konnten uns einigen“, sagt Bauherr Udo Heuten im Gespräch mit unserer Redaktion auf dem Parkplatz des neuen Gebäudes. Ein paar Mal habe er zwar neu- oder umplanen müssen, aber jetzt passe alles. Bis auf ein paar Pflaster- und Gartenarbeiten ist das neue Gebäude fertig. Nur knappe zehn Monate Bauzeit seien es gewesen. „Die Firmen haben gut rangeklotzt. Aber ich war auch dreimal am Tag hier vor Ort“, sagt der 78-Jährige lächelnd.

Sieben Wohnungen zwischen 60 und 86 Quadratmetern sind dort entstanden. Das neue Gebäude schließt direkt an ein bereits bestehendes Mehrfamilienhaus an. Insgesamt leben in dem Komplex künftig 15 Parteien.

Parkplatz sorgte anfangs für Ärger mit den Nachbarn

Ein Grund für den Ärger mit den Nachbarn war der Parkplatz. 15 Stellplätze verteilen sich auf Garagen, Tiefgaragen und reguläre, ebenerdige Stellplätze unter freiem Himmel. „Einer für jede Wohnung“, sagt Udo Heuten. Für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Mehr noch: Ihn ärgert, dass viele Bauherren in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ihre Stellplätze bei der Stadt ablösen konnten: Also statt einen neuen Parkplatz zu bauen, Geld an die Stadt bezahlt haben. „Natürlich gibt es dann am Ende zu wenig Parkplätze“, sagt er. Auch ein Parkplatz pro Wohnung sei schon knapp kalkuliert, aber anders stehe es eben nicht im Gesetz.

Einigung durch Gabionenwand, Bäume und Abstand

Mit den Nachbarn habe er eine Einigung erzielt, sagt er. Gerade diejenigen, die an der Schmalenstrothstraße wohnen und deren Gärten direkt an den Parkplatz grenzen, hatten sich über den großen Parkplatz und den befürchteten Verkehr dort Sorgen gemacht. „Wir haben eine Gabionenwand als Abgrenzung gebaut“, sagt Udo Heuten. Auch Bäume will er dort noch anpflanzen lassen. Zusätzlich habe er die Wand in einigem Abstand zur Grundstücksgrenze aufgestellt. Das reichte offenbar aus: „Wir hatten viele Gespräche und haben Frieden geschlossen“, sagt Udo Heuten.

Die Bestätigung kommt auf Nachfrage aus der Nachbarschaft. Ja, im Großen und Ganzen sei man mit dem Bau jetzt zufrieden. Ganz schick sei das neue Gebäude geworden. Und auch mit der Abgrenzung sei man einverstanden. Einige kleinere Fragen gebe es zwar noch zu klären, doch das gehöre nicht in die Öffentlichkeit, heißt es von Nachbarn.

1,4 Millionen Euro für Wohnhaus auf dem neuesten Stand

Für Udo Heuten ist das Projekt jetzt abgeschlossen. Rund 1,4 Millionen Euro hat er dort investiert. „Der Bau ist auf modernstem Standard“, sagt er. Sowohl was die Dämmung als auch was die Photovoltaikanlagen auf dem Dach angeht. Und auch bei der Heiztechnik setzt er auf moderne Technik: Erdwärme. Spieße, die tief im Erdboden versenkt wurden, sorgen für wohlige Wärme. Zusätzlich wird Wasser per Strom erhitzt – etwa zum Duschen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern macht sich für die Mieter auch sehr positiv bei den Nebenkosten bemerkbar.

Die Wohnungen waren heiß begehrt. „Sie sind alle schon vermietet“, sagt Udo Heuten. Zum Großteil seien die Mieter auch schon eingezogen. Zwei Wohnungen sollen in diesen Tagen bezogen werden. Auch Udo Heuten spürt den Druck auf den Wohnungsmarkt. 40 Wohnungen vermietet er in Ahaus, Coesfeld, Münster und Enschede. Mit teils langen Wartelisten. Auch in Ahaus werde sich da noch viel tun müssen. Udo Heuten blickt den Hessenweg entlang: „Hier werden ja noch etliche Gebäude abgerissen und neue Mehrfamilienhäuser gebaut“, sagt er.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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