Früher Besuch nach Geburt in den Niederlanden

Kolumne Grenzenlos

Niederländer und Deutsche teilen ihr Babyglück auf unterschiedliche Art und Weise, hat unsere Kolumnistin Naomi Herwing beobachtet. Vor allem beim Kartengruß.

von Naomi Herwing

Ahaus

, 15.06.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Früher Besuch nach Geburt in den Niederlanden

Niederländer und Deutsche teilen ihr Babyglück auf unterschiedliche Art und Weise, hat unsere Kolumnistin Naomi Herwing beobachtet. © picture-alliance/ dpa

Hallo Welt! Immer wieder aufs Neue entdecke ich Unterschiede zwischen unseren beiden Kulturen, aus den Niederlanden und Deutschland. Das liegt bestimmt auch daran, dass man als Person verschiedene Lebensphasen durchmacht. Was mir vorher nie so aufgefallen ist, jetzt aber für mich an Bedeutung gewinnt, ist die Weise, auf die ein Baby der Welt präsentiert wird.

Niederländer teilen Babyglück

Natürlich ist das zu allererst Sache der Eltern. Die wollen ihr Glück häufig zeigen, zum Beispiel durch ein Bild von dem/der Kleinen auf einer Dankeskarte. In den Niederlanden gibt es das so gar nicht. Die Holländer verschicken zwar eine Karte, aber nicht, um sich zu bedanken, sondern um ihr Babyglück mit der Welt zu teilen.

Deswegen ist es auch schon fast Pflicht, dass die Karte innerhalb von zehn Tagen nach der Geburt im Briefkasten des Empfängers ist. Es wird nämlich die Geburt verkündet, das Gewicht, die Größe und natürlich der Name. Meistens werden diese Informationen von einem Spruch begleitet und die Adresse der Familie für einen Besuch oder eine Glückwunschkarte mitgeteilt.

Kraamvisite

Da die Mutter nach der Geburt in den Niederlanden noch circa zehn Tage Hilfe im Haushalt von einer Hebamme erhält, die sich auch um den Besuch kümmert, ist es schön, die Karte so schnell wie möglich zu verschicken, da der Besuch „Kraamvisite“ dann noch kommen kann, wenn Hilfe im Haus ist. Im 19. Jahrhundert hat dieser Brauch in Geburtsbriefen seinen Ursprung.

In den 40er-Jahren änderte sich das in Geburtskarten, sehr schlicht noch am Anfang, heute aber facettenreich und in allen vorstellbaren Varianten. Noch ein großer Unterschied ist das Fehlen eines Bildes des Babys.

Kein Bild auf der Karte

Es gibt zwar immer mal wieder Ausnahmen, aber normalerweise ist auf der Geburtskarte kein Bild des Kindes, was hier in der Region eigentlich nicht fehlen darf. Man merkt doch, dass es immer wieder interessant ist, die Gewohnheiten unter die Lupe zu nehmen.

Wenn Sie gern in den Niederlanden unterwegs sind, ist es am Wochenende in der Innenstadt von Enschede gut auszuhalten. Viele Musiker zeigen ihr Können. In Zutphen findet am Sonntag ab 13 Uhr im Vogelpark ein Spezialbierfestival statt. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, egal auf welcher Seite der Grenze.

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