Dicke Eiszapfen, wie hier an der Bahnhofstraße in Ahaus, können schnell zur Gefahr für Fußgänger werden. © Michael Schley
Schmelzender Schnee

Gefahr von oben: Schneelawinen und Eiszapfen lösen sich von den Dächern

Die Sonne kommt zum Ende der Woche zum Vorschein. Der Schnee fängt langsam an zu schmelzen. Deswegen lohnt sich ein Blick nach oben: An den Dächern lauern Eiszapfen und schmelzende Schneelawinen.

Die Dächer in der Region sind weiß vom Schnee, der am Sonntag und zum Start der Woche munter vom Himmel rieselte. Langsam sorgen Sonne und Temperaturen über dem Gefrierpunkt dafür, dass der Schnee anfängt zu schmelzen. Deswegen lohnt sich ein Blick nach oben beim Gang durch die Straßen. Sonst könnten Eiszapfen und Dachlawinen schnell für böse Überraschungen sorgen.

Hauseigentümer in der Verantwortung – nicht die Feuerwehr

Das Entfernen der Eiszapfen oder Schneemassen auf den Dächern liegt in der Verantwortung der Hausbesitzer. „Genau wie das Streuen des Gehsteigs vor der Tür“, erklärt Stephan Kruthoff, Chef der Feuerwehr-Leitstelle im Kreis Borken. „Notfalls hilft die Feuerwehr.“

Die sollte jedoch wirklich nur im Notfall gerufen werden. Denn zum Aufgabenbereich der Feuerwehr gehört das Entfernen der Eiszapfen nicht. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Wenn ein Autofahrer kein Benzin mehr hat, dann kann die Feuerwehr nicht vorbeikommen und Nachschub bringen. Die Eigenverantwortung liegt beim Autobesitzer, das Auto zu tanken, bevor der Sprit ausgeht. Der Feuerwehr-Leiter betont aber: „Die Feuerwehr hilft immer gerne, wenn Not am Mann ist.“

Lange Eiszapfen an hohen Gebäuden - hier sind die Hauseigentümer in der Eigenverantwortung, diese zu entfernen.
Lange Eiszapfen an hohen Gebäuden – hier sind die Hauseigentümer in der Eigenverantwortung, diese zu entfernen. © Michael Schley © Michael Schley

„Mehr als 100 Hilfeleistungen in Zusammenhang mit dem Schnee“

Und die Feuerwehr hat im Kreis Borken seit Einbruch des Winters schon einige Male geholfen. Bei der Feuerwehr werden die Eis-Einsätze unter der Kategorie „Hilfeleistung“ verbucht. Dazu gehört das Entfernen von Eiszapfen oder auch das Herausziehen festgefahrener Autos.

„Wir hatten seit Sonntag über 100 Hilfeleistungen in Zusammenhang mit dem Schneefall“, sagt Stephan Kruthoff. „Zum Beispiel einen Pflegedienst freischleppen, aber auch Eiszapfen oder drohende Dachlawinen waren darunter.“ Bei letzterem Fall wurde ein Dachdecker dazu gerufen. Das Klettern auf das Dach wäre für die Kollegen von der Feuerwehr ohne das richtige Equipment zu gefährlich gewesen.

Wer Eiszapfen an den Dachrinnen nicht erreichen kann, der könne beispielsweise Dachdecker oder andere private Firmen kontaktieren, die das richtige Equipment besitzen, um auf das Dach zu steigen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Gefahrenstelle auf dem Gehsteig abzusperren.

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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