Generationenwechsel: Leon und Nils Wegener übernehmen das Ruder vom Vater

hzAhauser Familienbetrieb

Bei „Elektro Wegener“ übernimmt die Jugend das Kommando. Nils (28) und Leon (27) Wegener sind die neuen Geschäftsführer. Für Vater Karl-Heinz, der am Wochenende 60 wurde, ist das nur logisch.

Ahaus

, 21.07.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alles war bereitet: Am vergangenen Samstag hätte eigentlich mit mehreren Hundert Gästen das 60-jährige Bestehen des Familienbetriebes „Elektro Wegener“ und der 60. Geburtstag von (Noch-) Geschäftsführer Karl-Heinz Wegener auf dem Betriebsgelände gefeiert werden sollen.

Corona sorgte allerdings dafür, dass alles eine Nummer kleiner ausfallen musste. Und so geriet auch der dritte Anlass für das Fest etwas in den Hintergrund: die Übernahme der Geschicke durch die neue Generation. Nils und Leon Wegener treten in die Fußstapfen des Vaters und führen den Betrieb in dritter Generation als gemeinsame Geschäftsführer weiter.

Karl-Heinz Wegener: „Das ist der logische Schritt.“

Für Karl-Heinz Wegener ist das trotz seiner „erst“ 60 Jahre der logische Schritt: „Wenn man Nachfolger hat, die über die Kompetenz verfügen, das Unternehmen eigenständig weiterführen zu können, sollte man auch loslassen können.“ Mit seinem Rückzug wolle er seinen Söhnen mehr Freiräume schaffen.

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In Zukunft möchte er Leon und Nils Wegener „natürlich“ noch beratend zur Seite stehen, aber sich „nicht mehr so einmischen“ wie bisher. „Denn es gibt nichts Schlimmeres als eine Firma, wo die Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Kunden nicht eindeutig geklärt ist“, erklärt Karl-Heinz Wegener, der sich nun vermehrt anderen neuen Aufgaben wie der Handwerksorganisation oder dem Ahaus e.V. widmen will. Eine vorzeitige Rente komme für ihn nicht infrage.

Aufgabenbereich zwischen Brüdern klar abgegrenzt

Eindeutig geklärt ist auch der Aufgabenbereich der beiden Brüder, die nach ihrem Schulabschluss zwei unterschiedliche Wege eingeschlagen haben. Nils Wegener begann ein duales Studium im Bereich „Wirtschaftsingenieurwesen“ und sammelte anschließend bei „Wigger Fenster & Fassaden“ in Rosendahl viereinhalb Jahre Erfahrung im Vertriebscontrolling.

Rund 50 Mitarbeiter beschäftigt das Ahauser Unternehmen.

Rund 50 Mitarbeiter beschäftigt das Ahauser Unternehmen. © Heinz Duttmann

Leon Wegener absolvierte zunächst seine Ausbildung zum Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik im elterlichen Betrieb, arbeitete dort und in Hamburg als Geselle, bevor er seinen Meister (Fachplaner und Betriebswirt) in Oldenburg machte. Anschließend arbeitete er zweieinhalb Jahre für ein Ingenieurbüro in Münster. Genau wie sein Bruder kehrte er vor über einem Jahr zu „Elektro Wegener“ zurück.

„Leon kümmert sich um den technischen Bereich, ich mich um den kaufmännischen. Wir kommen uns nicht in die Quere“, sagt Nils Wegener. Eine Konstellation, um die sie viele andere Betriebe beneiden. „Das gibt es nicht so häufig.“

„Die richtige Entscheidung“ für beide Brüder

Keinen Hehl machen beide daraus, dass sie sich durchaus Gedanken gemacht haben, ob dieser nun beschrittene Weg der für sie passende ist. „Wir hatten beide gute Jobs. Außerdem bindet man sich damit dauerhaft an eine Stadt“, berichtet Leon Wegener.

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Heute sind sich aber beide Brüder einig, dass es die richtige Entscheidung war. „Das Erbe fortzuführen, damit ein Familienbetrieb auch in der Familie bleibt, ist immer reizvoll. Außerdem haben wir viele interessante Projekte, die sich über ganz Deutschland verteilen“, sagt Nils Wegener. Denn der private Häuslebauer gehört in der Regel nicht (mehr) zu „Elektro Wegeners“ Kunden.

Unternehmen wächst und wächst

Seit Karl-Heinz Wegener 1990 das Ruder von seinem Vater übernahm, wuchs das Unternehmen stetig. Und mit ihm die Aufträge. In der Region übernahmen sie zum Beispiel die Elektrotechnik und Gebäudeautomatisierung beim Shopware-Neubau in Schöppingen oder bei der neuen Volksbank-Filiale an der Parallelstraße.

Heute beschäftigt „Elektro Wegener“ rund 50 Mitarbeiter, stellt pro Jahr zwei bis drei Azubis ein und bietet mittlerweile nicht nur Elektroinstallationen. „Bei einem modernen Neubau ist alles miteinander vernetzt. Deshalb haben wir uns breiter aufgestellt und bieten unter anderem auch Klimaanlagen, Heizung und Sanitär sowie Photovoltaikanlagen“, erklärt Nils Wegener. Vorteil: „Der Kunde hat einen Ansprechpartner für die komplette Technik.“

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