Bei einem Spaziergang von der van-Delden-Straße zum Webereiweg fallen einem reichlich Graffiti-Schmierereien ins Auge. Bei der Stadt wird Graffiti allgemein nicht als Problem gesehen.

Ahaus

, 06.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielleicht ist es ja ein Graffiti-Hot-Spot. Aber wer offenen Auges die van-Delden-Straße entlang spaziert und den Webereiweg an der Ahauser Aa im Jutequartier oder die Straße Hovesaat entlang geht, hat auf diesem kleinen Stück Ahaus viele Graffiti-Werke zu entdecken. Ob diese als kreative Ausdrucksform oder aber als Schmiererei gewertet wird, liegt wohl im Auge des Betrachters.

Graffiti-Schmierereien fallen in Ahaus ins Auge, die Stadt sieht aber kein großes Problem

Graffitis auf der Rückseite des Gebäudes von Bettings Mühle zum Webereiweg hin © Anne Winter-Weckenbrock

Das Urteil von Lucia Betting zu den Graffitis auf den Rückseiten der Gebäude des Fachmarkts Bettings Mühle und des Netto-Markt-Gebäudes ist deutlich: „Wenn es wenigstens schön wäre.“ Der entlang der Ahauser Aa angelegte Spazier- und Radweg am Webereiweg hat eine Ruhebank, von dem aus der Rastende die Graffitis ganz in Ruhe betrachten kann, wenn er den will. „Love“, in Rot gesprüht, ist gut zu lesen, auch „gez. Felix“ in Weiß. Sonst ist es viel wenig kreative Kritzelei und es gibt Initialen und Abkürzungen, die dem Außenstehenden nichts sagen, sofern sie überhaupt zu entziffern sind.

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„Wir machen nichts dagegen“, sagt Lucia Betting. „Wenn wir unser Gebäude noch mal weiß streichen würden – das würde nicht lange anhalten“, ist sie sich sicher. Schon kurz nach der Fertigstellung des Gebäudes waren die ersten Graffitis aufgetragen worden an der Rückwand. Damals war das Jutequartier noch nicht bebaut, und die Sprayer konnten recht unbeobachtet loslegen. „Die großen Flächen reizten sie wohl“, mutmaßt Lucia Betting. Sie und ihre Familie fänden die Graffitis schon eher hässlich, „aber so dramatisch ist es auch nicht.“

Graffiti-Schmierereien fallen in Ahaus ins Auge, die Stadt sieht aber kein großes Problem

Der Eingang zum Webereiweg von der Straße Hovesaat aus gesehen © Anne Winter-Weckenbrock

Nicht nur auf den privaten Gebäuden wie denen an der Webereistraße, sondern auch auf öffentlichen Flächen fallen gesprühte Werke auf. Der Brückenheilige Nepomuk auf der Brücke an der van-Delden-Straße schaut nach oben, würde er nach unten sehen, würde er den blauen Schriftzug „Schalke“ und einige bunte Graffitis sehen. Noch großflächiger sind die Werke auf der Wand der Treppe, die zum Spazierweg an der Webereistraße entlang der Aa hinunter führt. Ein Schriftzug in Türkis und Rot, dazu Kritzelei – kreativ ist was anderes.

Insgesamt aber, sagt Stephan Hilbring von der Stadt Ahaus auf Anfrage der Münsterland Zeitung, stellen Graffiti-Werke für die Stadt Ahaus kein großes Problem dar. Etwa drei bis fünf Mal im Jahr würden Graffiti-Schmierereien entfernt. Gebucht würde das in der Kostenstelle Gebäudeunterhaltung, Vandalismussschäden. „Das sind jeweils Beträge im unteren dreistelligen Bereich“, erklärt Stefan Hilbring.

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Wenn die Mitarbeiter des Bauhofs etwas sehen, würden sie gegebenenfalls schnell handeln, wenn es zum Beispiel um verbotene Zeichen geht, Hakenkreuze zum Beispiel. Öffentliche Gebäude, für die die Stadt Ahaus die Verantwortung trägt, mit Anti-Graffiti-Spays oder solchen Lacken zu versehen, sei mit Blick auf die recht wenigen Schmierereien aber nicht vorgesehen: „Das wäre zu kostspielig, das rechnet sich nicht“. Erst recht, weil diese nur für ein paar Jahre die Graffitis wirksam abhalten würden.

Graffiti-Schmierereien fallen in Ahaus ins Auge, die Stadt sieht aber kein großes Problem

Ob der Brückenheilige Nepomuk ein Schalke-Fan ist, bleibt dahingestellt. Aber ein Sprayer hat mal in Blau "Schalke" auf die Brücke an der Parallelstraße gesprüht. © Anne Winter-Weckenbrock

In der Stadt Ahaus gebe es keine großen Flächen, wo „legale“ Graffitis angebracht werden können. Außer bei Projekten, die das Jugendwerk anbietet. So ist zum Beispiel schon bald eines im Skaterpark in Unterortwick geplant: Dann entstehen geplante Graffitis. Und die könnten dann durchaus dem einen oder anderen gefallen.

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