Grafische Analyse: Ahauser fahren täglich bis zu 80 Kilometer zur Arbeit

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Direkt vor der Haustür zu arbeiten, ist vielen nicht vergönnt. Einige Arbeitnehmer nehmen lange Wege in Kauf. Doch wer steht jeden Tag im Stau? Und wie weit fahren die Pendler? Eine Analyse.

Ahaus

, 09.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeden Tag machen sich tausende Menschen mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg zur Arbeit. Für Ahaus und seine Ortsteile beispielsweise weist die aktuelle Pendlerstatistik von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) aus, dass nur ziemlich genau die Hälfte der 27.908 Beschäftigten auch in der Stadt oder einem der Ortsteile wohnt. Der Rest kommt von außerhalb hinzu.

Besonderes Zentrum für Wirtschaft und Bildung

„Ahaus ist eben ein besonderes Zentrum, was Wirtschaft und Bildung angeht“, fasst Dr. Heiner Kleinschneider, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken (WFG) zusammen. Die Stadt mit ihren Ortsteilen habe über die eigenen Grenzen hinweg eine enorme Bedeutung und eine zentrale Funktion.

13.948 Menschen kommen jeden Tag von außerhalb nach Ahaus. Gleichzeitig machen sich 9.256 Menschen auf den Weg in die andere Richtung: Sie verlassen Ahaus, um außerhalb zu arbeiten. Wie lange sie für den Weg zur Arbeit benötigen, hat die Statistik nicht erfasst.

Pendlerströme sind über die Jahre enorm gewachsen

Die Zahl der Pendler hat über die Jahre immer mehr zugenommen. Das zeigt schon der Blick auf die Straßen zur Stoßzeit morgens und nachmittags. Auch Dr. Heiner Kleinschneider hat das über die Jahre beobachtet. „Natürlich ist der Berufsverkehr deutlich angewachsen“, erklärt er. Das liege eben auch daran, dass sich der gesamte Kreis Borken – nicht nur die Stadt Ahaus – überdurchschnittlich entwickelt habe. Gleichzeitig habe sich gerade für die Pendler auch die Qualität der Arbeitsplätze enorm verbessert. „Es ist längst nicht mehr nur der einfache Arbeiter, der teils lange Wege auf sich nimmt“, erklärt der oberste Wirtschaftsförderer für den Kreis Borken. Auch und gerade höherrangige Mitarbeiter würden inzwischen lange Wege zur Arbeit auf sich nehmen.

Corona-Krise wird zukünftigen Berufsverkehr massiv verändern

Ob diese Entwicklung weiter anhält, mag er nicht abschließend beurteilen. Auf jeden Fall werde die Corona-Krise einen erheblichen Einfluss auf die zukünftige Arbeit haben – auch wenn sie einmal durchgestanden sein wird: „Es hat ja eine überdeutliche Veränderung bei der Heimarbeit gegeben“, erklärt er. Homeoffice, also die Arbeit per PC aus den eigenen vier Wänden habe sprunghaft zugenommen. Ganz neue Arbeitsgebiete haben sich für die Arbeit von zu Hause aus erschlossen. Ohne die Corona-Krise wäre das nur ein sehr langsam schleichender Prozess gewesen.

Der Wechsel zu mehr Heimarbeit kann für die Unternehmen im Kreis Borken noch einen anderen positiven Effekt haben: Auf der Suche nach qualifiziertem Personal vergrößere sich so der Einzugsbereich enorm: „Die Menschen müssen ja nicht mehr vor Ort wohnen, um dort zu arbeiten“, sagt Dr. Heiner Kleinschneider. Doch das sei mit Blick auf die wirtschaftlichen Herausforderungen in der Coronakrise momentan noch Zukunftsmusik.

Doch wer pendelt denn nun genau von und nach Ahaus?

Zunächst einmal der Überblick über den gesamten Kreis Borken. Wieviele Menschen pendeln jeden Tag aus ihrem Wohnort zur Arbeit?

Und in die umgekehrte Richtung? Wieviele Menschen arbeiten in einer Kommune im Kreis Borken, wohnen dort aber nicht:

Das Gros der Menschen wohnt zumindest noch in der Nähe ihrer Arbeitsorte. Über die Hälfte der Pendler wohnen im Umkreis von 30 Kilometern um ihren Arbeitsort. Doch es gibt auch einzelne Ausreißer, die Wege von fast 80 Kilometern für eine Strecke zur Arbeit oder nach Hause auf sich nehmen.

Wer genau macht sich da jeden Tag eigentlich auf den Weg?

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