Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Tsatziki und Gyros – für die Deutschen wohl die Klassiker der griechischen Küche. Im Restaurant Delphi haben beide mit richtig guter Qualität ebenso wie Suvlaki, Calamaris und Co. überzeugt

Ahaus

, 04.05.2019 / Lesedauer: 6 min

Wir haben uns den Donnerstag nach Ostern für den Restaurantcheck beim griechischen Restaurant Delphi an der Tückingstraße in Ahaus ausgesucht. Deswegen sind wir auch nicht erstaunt, dass nur wenige Tische besetzt sind um 20 Uhr, anders, als bei unserem ersten Besuch an einem Samstagabend. Die Schlemmerei an den Osterfeiertagen hält wohl so manchen von einer weiteren ab. So aber können wir uns ganz genau umsehen und das Ambiente des erst im vergangenen Herbst von Grund auf renovierten Lokals auf uns wirken lassen. Die gemauerten Bögen und die verputzte Decke zwischen den dunklen Holzbalken sind in strahlendem Weiß gestrichen, die Stühle und Bänke sind mit cremeweißen Stoffen überzogen, echte Grünpflanzen und ausgewählte Weinflaschen bilden die Deko – insgesamt gelungen.

Wir haben vorsichtshalber reserviert, dürfen uns dann aber natürlich einen Tisch aussuchen. Die Speisekarte ist sehr vielfältig und passt zu dem, was die Familie Boskos als Motto für das von ihr geführte Restaurant Delphi gewählt hat: „Griechische Gastfreundlichkeit, italienisches Temperament und deutsche Qualitätsarbeit“. Die griechische Küche wird um die mediterrane ergänzt, und auch Schnitzel sind im Angebot. Da müsste jeder etwas finden. Für den Check in einem Restaurant, das Delphi heißt, beschränken wir uns auf die griechische Küche. Und haben da schon mehr als reichliche Auswahl. Aber so kennt man das ja „beim Griechen“.

Griechischer Wein und leckeres Essen in großen Portionen machen das Delphi aus

Der Vorspeisenteller © Anne Winter-Weckenbrock

Allein die Vorspeisen: gegrillter Octopus, Scampi, Auberginen gegrillt oder gefüllt, Oliven, Tsatziki... Mit meinem Mann einige ich mich auf die einfachste Lösung: Den Vorspeisenteller „Mezes“ für zwei Personen. Das Mineralwasser und das alkoholfreie Weizenbier sind schnell serviert, die Vorfreude wächst. Der Vorspeisenteller macht schon optisch eine Menge her. Kalte gefüllte Weinblätter, gegrillte Auberginenscheiben, schwarze Oliven, Tsatziki, Chtipiti, überbackener Saganaki und zwei Scampi, gegrillte Tomate und Peperoni – alles ist schön angerichtet und macht Appetit.

WIE FUNKTIONIERT DER RESTAURANT-CHECK?

Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale, zahlende Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freunden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich.

Am Ende bleiben nur eine gegrillte Tomate und zwei Peperoni über. Es war zu lecker, um mehr stehen zu lassen. Der überbackene Fetakäse (Saganaki) ist gehaltvoll, ebenso die Chtipiti-Variante, fein pürierter Fetakäse mit scharfen Peperoni. Die Weinblätter habe ich für mich allein, die dazu gereichte Zitronenscheibe presse ich noch ein wenig drüber aus – frisch und lecker sind sie. Die Auberginenscheiben sind nicht zu sehr mit Olivenöl getränkt. Ehrlicherweise – mit dem dazu gereichten Brot – sind wir schon angenehm gesättigt.

Der Kellner serviert uns nach dem Blick auf den fast leer gefegten Vorspeisenteller schon einen Ouzo aufs Haus. Digestif vor der Hauptspeise quasi. Konnte auf jeden Fall nicht schaden. Jamas! Ich erkundige mich bei ihm nach einem Weißwein, der zu meiner als Hauptgericht georderten Fischplatte passt. Er hat sofort eine Idee.

Griechischer Wein und leckeres Essen in großen Portionen machen das Delphi aus

Die Fischplatte © Anne Winter-Weckenbrock

Meine Fischplatte bietet gegrilltes Doradenfilet, Calamari und Garnelen, Broccoli, Blumenkohl und Butterreis. Die kleinen Tintenfische sind sehr kross, auch die von Teig ummantelten Tintenfischringe. Ich hätte auf Fritteuse getippt, aber wir erfahren später, dass beides in der Pfanne gebraten ist. Ebenso wie die Garnelen. Den Unterschied kann ich jetzt nicht rausschmecken, aber es schmeckt. Auch wenn ich den Backteig so gut es geht von den Tintenfischringe herunterschabe, zur Seite lege und den Octopus pur genieße. Mit Tsatsiki im Übrigen, das zum Fisch gereichte Schälchen Aioli bleibt unangetastet. Wenn ich „beim Griechen“ bin, ordere ich immer eine Portion Tsatsiki extra zum Hauptgericht, weil ich diese leckere Joghurtspeise einfach zu allem essen kann. Und der Tsatsiki bei Delphi ist richtig gut. Er scheint mir tatsächlich hausgemacht zu sein. Und schmeckt mir sogar zur fein gegrillten Dorade. Lecker. Der empfohlene Wein ist ein Amethystos blanc und passt ausgezeichnet zur Fischplatte. Er ist trocken, aber fruchtig und hat Gehalt.

Griechischer Wein und leckeres Essen in großen Portionen machen das Delphi aus

Der Dorfteller © Anne Winter-Weckenbrock

„Fleisch ist mein Gemüse“ – dies gilt für meinen Mann besonders in einem griechischen Restaurant. Er hat den Dorfteller geordert, hausgemachter Gyros, Suvlaki, Schweinesteak und Suzukaki. Wenn der Deutsche an griechisches Essen denkt, kommt ihm Gyros wohl ziemlich schnell in den Sinn. Das meist stark gewürzte Schweinefleisch, am Spieß kross gegrillt und dann mit großer Klinge in kleine Stücke geschnitten, schmeckt meinem Mann außerordentlich gut. Es scheint ihm mit feinem Öl bepinselt zu sein, denn es ist nicht zu trocken. Auch nicht überwürzt, sehnig oder fettig. Das hat er schon anders erlebt, leider. Das Suvlaki – der Lummerspieß – ist schön saftig und gut gegrillt, das Suzukakia (Hacksteak) von der Konsistenz nicht zu kompakt. Vom Schweinesteak gingen nur noch zwei, drei Bissen. Insgesamt bleibt festzustellen: Die Fleischqualität ist wirklich gut. Die Pommes als Beilage sind von der Menge ausreichend, sind heiß und wurden in frischem Fett frittiert.

Griechischer Wein und leckeres Essen in großen Portionen machen das Delphi aus

Der Beilagensalat © Anne Winter-Weckenbrock

Der Salat wird bei „Delphi“ auf dem Teller serviert, eine Salatbar gibt es nicht. Eisbergsalat, Lollo rosso, zwei Gurken- und zwei Tomatenscheiben, als Farbtupfer noch ein paar Möhrenraspel und Granatapfelkerne, serviert mit einem Sahne-Kräuter-Dressing – das, was ich davon noch probieren kann, ist okay.

Desserts gibt es nicht auf der Karte. Aber das macht in unserem Fall beim Restaurant-Check nichts. Das berühmte Pfefferminzblatt hätte nicht mehr reingepasst. Das ist auch Thema, als wir uns nach dem Zahlen zu erkennen geben und mit Athanasios Tsiagkos ins Gespräch kommen, dem Geschäftspartner der Familie Boskos, der im Delphi in Ahaus die Fäden in der Hand hält. Die Portionen sind wirklich groß. Der Vorspeisenteller für zwei reicht mindestens für drei Personen, wenn nicht für vier. Auch der Fischteller war sehr reichlich. Das müsse bei den Preisen für die jeweiligen Gerichte auch sein, sagt Athanasios Tsiagkos. Aber der Gast könne auch immer eine halbe Portion bestellen. Das steht so nicht auf der Karte, aber beim nächsten Mal wissen wir zumindest Bescheid und werden das beherzigen.

Griechischer Wein und leckeres Essen in großen Portionen machen das Delphi aus

Der Tsatziki – hausgemacht © Anne Winter-Weckenbrock

Der Tsatsiki ist hausgemacht, bestätigt der Grieche, und auch das Fleisch, so wird der Eindruck meines Mannes bestätigt, werde für das Delphi immer frisch eingekauft. „Das ist ganz wichtig“, sagt Athanasios Tsiagkos. Er erzählt uns aus seinem langjährigen Berufsleben – seit 1991 ist der gelernte Koch in Deutschland gastronomisch unterwegs – und betont, dass es heutzutage einfacher sei als noch vor 20 Jahren, den echten Geschmack Griechenlands auf deutsche Teller zu bringen. Beim Delphi werde so viel wie möglich direkt aus Griechenland bezogen, auch die Gewürze und das Salz.

Was die griechischen Grillgerichte in ihrer unendlichen Vielfalt und Portionsgröße angeht – „das geht nicht ohne“, hat Athanasios Tsiagkos in ganz Deutschland von Süd bis Nord festgestellt. Und auch, dass besser Schnitzelgerichte auf der Karte stehen für die, die lieber nur Gewohntes essen. „Aber Schnitzel haben es auch nach Griechenland geschafft“, erzählt er schmunzelnd. Er hat für das Delphi noch einiges vor: Für den ausschließlich aus Griechenland stammenden Rot- und Weißwein möchte er eine eigene Karte entwerfen, auch Desserts sollen noch ins Programm aufgenommen werden. An einer großen Wand im Restaurant hängt ein Foto von der Akropolis im Abendlicht – dort könnte er sich eine schöne Wandmalerei als Blickfang vorstellen.

Griechischer Wein und leckeres Essen in großen Portionen machen das Delphi aus

Ein Bild der Akropolis füllt eine Wand des Restaurants Delphi. © Markus Gehring

Die Preise

Mit 79,90 Euro auf der Rechnung schrammen wir knapp die 80-Euro-Grenze. Für Qualität und Portionsgröße ein angemessener Preis. Der Vorspeisenteller für zwei schlägt mit 17 Euro zu Buche, die Fischplatte ist mit 22,90 Euro auch eines der hochpreisigen Gerichte auf der Karte, Calamari mit Dip gibt es beispielsweise für 15,90 Euro. Der Dorfteller liegt mit 17 Euro im oberen preislichen Bereich der Grillgerichte, bei einem Teller nur mit Suzukakia wird man auch für 11,50 Euro bestimmt angenehm satt. Für eine Portion Tsatziki werden 3,90 Euro fällig, da haben wir andernorts schon mehr für weniger gute Qualität gezahlt. Das Glas Wein kostet 5,90 Euro und ist den Preis wert. Zusammen mit Mineralwasser (zwei Euro) und alkoholfreiem Weizen (vier Euro) und zwei Pils (7,20 Euro) kommen wir auf die 79,90 Euro.

Kinderfreundlichkeit

Es gibt „Gerichte für die Kleinen“, mit und ohne Fleisch, und auch Seniorenteller werden auch angeboten.

Barrierefreiheit

Zurzeit geht es nicht stufenlos hinein ins Delphi, es gibt aber Pläne, den Hintereingang barrierefrei zu gestalten.

Anfahrt/Parksituation

Das Delphi liegt mitten in einem Wohngebiet an der Tückingstraße. Seit Jahrzehnten wird das Gebäude an der Tückingstraße gastronomisch genutzt und jeder Parkplatz auch an den umliegenden Wohnstraßen von den Gästen genutzt.

Das sagt das Netz

47 Google-Bewertungen gibt es, vier von fünf möglichen Punkten werden für das Delphi vergeben. Durchaus unterschiedlich aber sind die einzelnden Eindrücke, die von Besuchern wiedergegeben werden. „Die drei Sterne stehen für ein leckeres Essen, an dem es wirklich nichts zu meckern gab. Das Drumherum war jedoch katastrophal. Volles Restaurant und nur drei Bedienungen“, lautet eine Bewertung, „Leckeres Essen, aber sehr lange Wartezeiten“ eine andere.

Restaurantinfos

Restaurant Delphi, Tückingstraße 51, 48683 Ahaus, Tel. (02561) 9 78 23 23, E-Mail kontakt@delphi-ahaus.de

Öffnungszeiten. Mo-Sa 17 bis 1 Uhr, Mi Ruhetag (außer an Feiertagen), feiertags und sonntags: 12 bis 14:30 Uhr und 17 bis 1 Uhr, Küche 17 bis 22

Lesen Sie jetzt