Helfen, wenn niemand mehr zuständig ist

15.01.2008, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Helfen, wenn niemand mehr zuständig ist

<p>Stellten gestern das neue Sozialbüro vor (v. l.): Pfarrer Jürgen Quante, Diakon Josef Korthues, Sozialbüroleiter Hermann Ungruhe und Kaplan Uwe Börner. Grothues</p>

Ahaus Wer soll helfen, wenn sich niemand mehr zuständig fühlt? Der Pfarrer. Wenn das Haushaltsgeld aufgebraucht und der Monat noch lang ist. Wenn der Strom abgestellt wird, weil die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können. Wenn Sucht, Schulden oder andere Probleme den Blick auf Lösungen verstellen.

"In den letzten Jahren hat die Zahl solcher Anfragen im Pfarrhaus stark zugenommen", sagt Pfarrer Jürgen Quante. Zu stark, als dass er allen Anliegen gerecht werden könnte. Ein neues Sozialbüro im Erdgeschoss der Kaplanei an der Marienstraße soll die Hilfe daher jetzt auf neue Beine stellen und auf viele ehrenamtliche Schultern verteilen. Heute findet die erste Sprechstunde statt.

Das spendenfinanzierte Sozialbüro - die Firmlinge haben vor Weihnachten über 7000 Euro gesammelt - hilft in konkreten Notlagen. Nie mit Bargeld, wohl aber mit Lebensmittelgutscheinen oder finanzieller Einzelfallunterstützung. "Das soll für Bedürftige aber keine zusätzliche Einnahmequelle am Sozialamt vorbei sein", betont Diakon Josef Korthues. Vielmehr werde eine enge Zusammenarbeit mit dem Sozialamt der Stadt wie auch mit den verschiedensten Beratungseinrichtungen angestrebt. Hilfe soll vor allem dort geleistet werden, wo Menschen - aus welchen Gründen auch immer - durch die Maschen des sozialen Netzes fallen. "Wir wollen aber nicht nur in akuten Notlagen helfen", betont Hermann Ungruhe, ehrenamtlicher Leiter des Sozialbüros. Gespräche, Hilfs- und Beratungsangebote sollen den Betroffenen helfen, das Leben wieder besser in den Griff zu bekommen. gro

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