Hilfe bei Suche nach neuem Zuhause

Appell des Netzwerks

Zehn Asylbewerber aus Syrien und dem Iran sitzen am Freitagvormittag im Haus Hoppe. Gerade geht ihr Deutschunterricht zu Ende. Sie machen sich auf den Weg in ihre Unterkünfte. Sie sind froh, hier zu sein, haben aber einen großen Wunsch: Sie möchten aus der Enge der Flüchtlingsunterkünfte herauskommen. Dabei will ihnen das Netzwerk für Flüchtlingshilfe aus Ottenstein helfen. Gesucht wird freier Wohnraum.

Ahaus

, 15.01.2016, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marwan Alshami (l.) und Amer Wahbeh, beide 30, leben seit einem halben Jahr in Ottenstein. Sie hoffen , dass der Aufruf des Netzwerks für Flüchtlingshilfe etwas bringt

Marwan Alshami (l.) und Amer Wahbeh, beide 30, leben seit einem halben Jahr in Ottenstein. Sie hoffen , dass der Aufruf des Netzwerks für Flüchtlingshilfe etwas bringt

Sie alle wohnen in Ottenstein. Einige in Containern. Einige in einem Einfamilienhaus. 14 Personen sind sie dort. "Wir teilen uns eine Dusche, leben zu zweit in einem kleinen Raum", erzählt Marwan Alshami. Er ist 30 Jahre alt, aus Syrien geflohen und lebt seit einem knappen halben Jahr in Ottenstein. Ein anderer erzählt von der Pavilloneinrichtung neben der Kita Burg Funkelstein. Auch dort sei es sehr beengt. Mit seinen vier Kindern lebe er auf 25 Quadratmetern. Spätestens im Sanitärbereich oder in der Küche werde es eng. Von den Ottensteinern seien sie sehr herzlich aufgenommen worden. Sie sind froh, hier in Sicherheit zu leben. Sie wollen schnell deutsch lernen, um auf eigenen Füßen zu stehen. Wenn nur das Platzproblem nicht wäre.

Hohe Hilfsbereitschaft

An dieser Stelle schaltet sich das Netzwerk für Flüchtlingshilfe aus Ottenstein ein: "Wir suchen Wohnungen für Familien und kleinere Wohnungen für Einzelpersonen. Ich weiß, dass es die in Ottenstein gibt", sagt Waltraud Winter. Ihr ist aber auch klar, dass es auf die persönliche Ansprache ankommt. "Wir versuchen immer, die Menschen zu ermutigen, die Flüchtlinge einfach anzusprechen und kennenzulernen", so Winter.

Die Stimmung gegenüber den Flüchtlingen in Ottenstein sei sehr gut. "Wenn wir zu etwas aufrufen - egal ob es um Sachspenden oder um persönliche Hilfe geht -, klappt das eigentlich immer direkt", sagt Bernhard Winter. Auch er engagiert sich in dem Netzwerk in Ottenstein. Mit diesen Erfahrungen im Hinterkopf versuchen sie es jetzt direkt und appellieren an alle, die in Ottenstein freien Wohnraum anbieten können: "Nach Möglichkeit möchten die Flüchtlinge hier in Ottenstein bleiben, da ihre Kinder bereits zur Schule gehen und auch schon viele Freundschaften geschlossen wurden. Auch sind einige Kinder im Sportverein aktiv", so Winter. Ganz wichtig ist ihr noch, dass keiner der Flüchtlinge allein gelassen wird: "Selbstverständlich begleiten wir auch weiterhin die Neubürger beim Eingewöhnen in das für sie fremde Leben hier", sagt sie.

Zusammenleben

Es geht aber nicht nur um komplett freie Wohnungen: Vielleicht, so eine Idee des Netzwerks, würden einige Ottensteiner auch Flüchtlinge bei sich zuhause aufnehmen. Eine Idee, die auch einige Flüchtlinge schon hatten: "Wir möchten mit den Ottensteinern leben und uns gegenseitig helfen", sagt Alshami.

  • Ottensteiner, die freien Wohnraum anbieten, können sich bei Winter, Tel. 81807, oder Vennemann, Tel. 8098, melden. Sie wollen die Informationen dann an die Stadtverwaltung weiterleiten.
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