Hans-Bernd Bunte lässt Kommissar Hoffmann bald auch in Ahaus ermitteln

hzKrimiautor aus Ahaus

Eine Kindheitserzählung brachte Hans-Bernd Bunte aus Ahaus auf die Idee zu seinem ersten Krimi. Sein aktuelles regional-historisches Werk bezieht sich auf eine Straftat im Münsterland.

Ahaus

, 26.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 50 Jahre hat Hans-Bernd Bunte bis zur Veröffentlichung seines ersten Buches gewartet. Acht Jahre später kann der pensionierte Lehrer, der 37 Jahre lang an der Canisiusschule Deutsch und Latein unterrichtet hat, drei Sachbücher und vier Kriminalromane vorweisen.

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„Das Interesse am Schreiben kommt vom Lesen, ich habe immer viel Belletristik gelesen“, erklärt der 64-Jährige. Deswegen habe er sich auch für das Studium zweier Sprachen entschieden. Zwischen 2012 und 2015 veröffentlichte er drei literaturwissenschaftliche Publikationen zum Werk des Schweizer Büchnerpreisträgers Adolf Muschg.

Ermittlungen im Sauerland, in England und Frankreich

„So habe ich den Spaß am Schreiben von Büchern entwickelt“, erinnert sich Hans-Bernd Bunte. Die Idee zu seinem 2017 erschienenen ersten Kriminalroman, der Beginn einer Reihe um Kommissar Michael Hoffmann, verdankt er einer Geschichte, die er in seiner Kindheit gehört hat.

„In meinem Heimatort Werl im Kreis Soest wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine große Hefefabrik gebaut“, erzählt Hans-Bernd Bunte. Er recherchierte die geschichtlichen Hintergründe und ließ seinen Kommissar in „Hefe und Salz“ zur Zeit des Baus nach einem schweren Unfall in der Fabrik ermitteln.

Autor Hans-Bernd Bunte hat bereits vier regional-historische Kriminalromane veröffentlicht, sein aktuelles Werk heißt "Der Tote im Kreuzgang".

Autor Hans-Bernd Bunte hat in acht Jahren schon einige Bücher veröffentlicht. © Bastian Becker

Auch der zweite Hoffmann-Krimi „Steine und Wasser“ spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Sauerland. Er beschäftigt sich mit den historischen Hintergründen der Möhnetalsperre. In seinem dritten und dem aktuell erschienenen vierten Band lässt der Hobby-Autor Kommissar Hoffmann zu internationalen Konferenzen an - bei Hans-Bernd Bunte beliebte - Urlaubsziele fahren, es verschlägt den Polizisten nach England („Sammler und Jäger“) und nach Südfrankreich („Der Tote im Kreuzgang“). „Das, was man selbst erlebt, fließt in die Bücher ein“, gibt Hans-Bernd Bunte zu.

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Sein aktuelles Buch „Der Tote im Kreuzgang“ hat auch einen Bezug zum Münsterland. Den Diebstahl des Borghorster Stiftskreuzes im Jahr 2013 nahm Hans-Bernd Bunte als Vorbild, verlegte die Geschichte allerdings nach Herzfeld (Kreis Soest) und ins Jahr 1914.

Kommissar Michael Hoffmann löst das Rätsel um den Raub in Verbindung mit einem Mordfall im Kloster Ganagobie in Südfrankreich. Dort wird er nach einem Polizeikongress im anschließenden Urlaub gebeten, bei den Ermittlungen behilflich zu sein. Zufällig kommt er so zur Lösung des Stiftskreuz-Falls. Am Ende des vierten Hoffmann-Falls wird der Kommissar nach Münster versetzt.

Leser sollten historisches Interesse mitbringen

„Irgendwie ist mein Kommissar mir dann gefolgt“, stellt Hans-Bernd Bunte angesichts der Parallelen zu seinem eigenen Lebensweg schmunzelnd fest. Zum Studium zog es ihn aus dem Sauerland nach Münster, wegen seiner Lehrertätigkeit lebt er seit 1982 in Ahaus.

Und in der Region wird auch der fünfte Fall spielen, der voraussichtlich 2021 veröffentlicht wird. „Der Fall spielt nach dem Ersten Weltkrieg in Ahaus und Umgebung. Alle Schauplätze sind hier vor Ort“, blickt Hans-Bernd Bunte voraus.

Wieder löst der Kommissar einen Fall rund um ein historisches Ereignis. Mehr will der Schriftsteller aber noch nicht verraten.

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Wichtig bei seinem literarischen Hobby ist dem Ahauser die genaue Recherche zu den historischen Hintergründen, um die herum er seine Erzählungen strickt. „Man erschafft seine eigene Welt, das macht einfach Freude. Für ein Buch brauche ich zwischen zwei und neun Monaten“, erzählt Hans-Bernd Bunte.

Produktive Phasen und wochenlange Schreibflaute wechseln sich ab. „Meine Leser sollten historisches Interesse mitbringen und Spaß daran haben, etwas über regionale Geschichte zu erfahren“, lädt er zur Lektüre seiner regional-historischen Krimis ein.

Hans-Bernd Bunte hat im Sauerland bereits einige Lesungen durchgeführt. Beim Gemeinschaftsroman-Projekt „Mantelsonntag“ zur Eröffnung des Kulturquadrats steuerte er 2017 ein Kapitel bei.

Hans-Bernd Buntes neuester Roman „Der Tote im Kreuzgang“ ist im Anno-Verlag erschienen und im Buchhandel zum Preis von 10,95 Euro erhältlich.
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