„iKleinstadt“: Autorin widmet Bürgermeisterin Karola Voß eigenes Kapitel

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Denise Peikert ist Autorin und Journalistin. In ihrem neusten Buch beschäftigt sie sich mit zehn Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Mit dabei: Karola Voß, frisch wiedergewählt in Ahaus.

Ahaus

, 01.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Besondere Ehre für Ahaus‘ alte und neue Bürgermeisterin Karola Voß. Denise Peikert, freie Journalistin und Autorin aus Leipzig, hat der Verwaltungschefin in ihrem Buch „Bürgermeister – was sie antreibt, wer sie umtreibt“ ein eigenes Kapitel gewidmet. Es trägt den Titel „iKleinstadt“ – eine Anspielung auf das amerikanische Technologieunternehmen „Apple“, das seinen Produkten gerne ein kleines „i“ vorsetzt: iPhone, iPad, iPod.

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Und so geht es in diesem Teil des Sachbuches auch vor allem um Technologie. Ahaus wird als sogenannte Smart-City beschrieben und in einem Atemzug mit Helsinki und Amsterdam genannt. Karola Voß erklärt im Interview, warum die westfälische 40.000-Einwohner-Stadt in dieser Hinsicht nicht nur in der Region als Pionier gilt. Dass schon bei der ersten Antwort die Firma „Tobit Software“ genannt wird, überrascht kaum. Lokale Software-Unternehmen wie diese seien es, die in Ahaus Zukunftstechnologien „einfach mal ausprobieren“.

Digitale Gastronomie und Parksysteme

Sie berichtet von den vielen lokalen Gastronomiebetrieben, bei denen digitale Bestell- und Bezahlsysteme mittlerweile zum Standard gehören. Außerdem von der Überlegung, auch bei der Stadt Ahaus auf ein digitales Parksystem umzustellen. Aber auch die kritischen Stimmen bleiben nicht unerwähnt. Das Thema Datenschutz müsse man sehr ernst nehmen. Allerdings falle auf, so Voß, dass „wir uns die Frage nicht so oft stellen, wenn es um Whatsapp oder Facebook geht.“

Tobit-CEO Tobias Groten, quasi das Gesicht der Smart-City Ahaus, spricht aktuell gerne davon, dass den Deutschen während der Coronakrise die Digitalisierung „mit dem Holzhammer“ beigebracht wird. Karola Voß glaubt hingegen nicht, dass man man einfach so einen Schalter umlegen kann. „Man muss den Menschen schon auch die Möglichkeit geben, Vorteile schätzen zu lernen.“ Allerdings: Das Interview wurde vor Ausbruch der Coronakrise aufgezeichnet.

Rathaus wird immer digitaler

Im weiteren Verlauf des Kapitels spricht die Ahauser Bürgermeisterin unter anderem noch über den neu geschaffenen Posten des „Chief Digital Officers“ (CDO) im Ahauser Rathaus, die Schwierigkeiten bei der Abschaffung des Papiers und das täglich um 20.39 Uhr stattfindende Stadtquiz. Zum Abschluss dreht sich das Gespräch zwischen Karola Voß und Denise Peikert auch um nicht-digitale Themen. Zum Beispiel wird die Ahauserin gefragt, wie viele Arbeitstage ihre Woche habe und ob es für eine Bürgermeisterin wichtig sei, aus der Verwaltung zu kommen. Die Antworten liefert das Ende August erschienene Sachbuch.

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Insgesamt präsentiert sich Karola Voß so, wie man sie kennt: sachlich-kompetent und ohne mit ihren Aussagen stark anzuecken. Die ganz großen Emotionen, die in anderen Kapiteln des Buches geweckt werden, sucht man hier meist vergeblich. Das könnte allerdings auch am Thema liegen. Ihrer Amtskollegin Marion Prange, die in Kapitel sieben porträtiert wird, geht es da anders: Sie hat im sächsischen Ostritz seit Jahren mit Neonazis zu kämpfen.

Info:

Das Buch „Bürgermeister – wer sie antreibt, wer sie umtreibt“ von Denise Peikert ist seit dem 28. August im Handel erhältlich. Das Taschenbuch kostet 19,80 Euro. ISBN: 978-3829314893. Kommunal- und Schul-Verlag Wiesbaden. 180 S.
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