In Ahaus wächst jetzt ein Anne-Frank-Baum als Symbol gegen das Vergessen

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Am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung wurde in Ahaus in einer Feierstunde ein Anne-Frank-Baum auf dem Sümmermannplatz gepflanzt. Die Rosskastanie hat eine ganz besondere Bedeutung.

Ahaus

, 27.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Ahaus erinnert eine Schule an Anne Frank, die als junges, jüdisches Mädchen im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb. Ihr Tagebuch ist weltberühmt. Seit Montag erinnert auch eine Kastanie in Ahaus an Anne Frank. Am 75. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung wurden in Ahaus und der niederländischen Partnergemeinde Haaksbergen ein Anne-Frank-Baum gepflanzt.

Bürgermeisterin Karola Voß sprach am Montagmorgen an der Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung auf dem Sümmermannplatz von einer „ganz besonderen und emotionalen Veranstaltung“.

Erinnerung an das Unvorstellbare wachhalten

Auschwitz stehe wie kein anderer Ort auf der Welt für das Böse. Ein Symbol für die Unmenschlichkeit, zu der Menschen fähig seien, sagte Karola Voß. 1,1 Millionen Menschen ließen in Auschwitz ihr Leben, 7500 Menschen konnten durch die Rote Armee befreit werden.

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„Um die Erinnerung an das Unvorstellbare wachzuhalten, um allen, auch heutigen Versuchen des bewussten Vergessens oder Leugnens zu entgegnen, wollen wir heute hier an der Gedenkstätte einen ganz besonderen Baum pflanzen“, sprach die Bürgermeisterin in einer kurzen Themeneinführung.

In Ahaus wächst jetzt ein Anne-Frank-Baum als Symbol gegen das Vergessen

An der Feierstunde auf dem Sümmermannplatz nahmen unter anderem Vertreter aus Verwaltung und Politik sowie Schüler der Anne-Frank-Realschule teil. © Christian Bödding

Dies geschehe gemeinsam. „Jung und Alt, Menschen jüdischen und christlichen Glaubens, Menschen unterschiedlicher politischer Überzeugungen, Menschen aus Deutschland und den Niederlanden.“

Der Anne-Frank-Baum sei ein Appell an die Menschheit: Es darf nie wieder passieren und die Erinnerung darf nicht enden. „Es ist ein Baum gegen das Vergessen“, sagte Karola Voß. Auch Haaksbergens Bürgermeister Rob Welten erinnerte an die Opfer des Nationalsozialismus.

Baum in Haaksbergen gepflanzt

Nicht nur in Ahaus wurde am Montag ein Anne-Frank-Baum gesetzt, gleiches geschah nach dem Termin am Sümmermannplatz in Haaksbergen.

In der Feierstunde in Ahaus, musikalisch umrahmt vom Schulorchester der Anne-Frank-Realschule, pflanzten Karola Voß, Joseph Gottschalk (ein Nachfahre jüdischer Mitbürger aus Ahaus), Rob Welten und Lara Türk (Schülersprecherin der Anne-Frank-Realschule) die Rosskastanie.

Sie ist ein Ableger der Kastanie, die Anne Frank aus ihrem Versteck in einem Hinterhaus in Amsterdam sehen konnte. Ein Baum, der ihr und ihrer Familie während der Besatzung der Niederlande durch die deutschen Truppen Trost und Hoffnung spendete.

„Symbol der Hoffnung“

„Anne Frank hatte den Baum genau im Blick“, sagte Beigeordneter Werner Leuker in einer kurzen Rede. „Sie schrieb mehrere Male in ihrem Tagebuch darüber. Die weiße Kastanie war ein Symbol der Hoffnung für sie.“

Anne-Frank-Kastanienbäume gibt es mittlerweile überall auf der Welt. Sie sind für öffentliche Plätze vorgesehen. Ableger verteilt eine Stiftung, bei der man sich für einen Baum bewerben muss. Die Kastanie sei ein „zeitloses Zeichen für die Verantwortung der Menschheit“, erklärte Karola Voß. „Ich hoffe, dass wir alle sehen, wie der Baum groß wird.“

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