Energiesparen ist angesagt

Jetzt Strom und Gas einsparen – und sich auf höhere Preise einstellen

Die zweite Warnstufe des Notfallplans Gas wurde ausgerufen. Die Lage auf den Energiemärkten ist angespannt. Die Stadtwerke Ahaus appellieren, Energie zu sparen. Und kündigen hohe Preise an.
Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke Ahaus,  ruft dazu auf, schon jetzt sowohl Strom als auch Gas zu sparen. Das trage essenziell zur Versorgungssicherheit bei.
Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke Ahaus, ruft dazu auf, schon jetzt sowohl Strom als auch Gas zu sparen. Das trage essenziell zur Versorgungssicherheit bei. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

„Wir erleben derzeit eine noch nie dagewesene Situation auf den Energiemärkten. Die Energiepreise steigen seit einem Jahr konstant an und sind teilweise um ein Sechsfaches höher als noch im letzten Jahr“, betont Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke, in einer Pressemitteilung, in der die Stadtwerke und Klimamanagerin Julia Althaus zum Energiesparen aufrufen.

Der Krieg in der Ukraine, fehlende russische Gaslieferungen und die Wartung der Pipeline Nord Stream 1 habe die angespannte Situation noch weiter verschärft, so der Geschäftsführer weiter: „Aktuell warten wir alle darauf, was nach der Wartung von Nord Stream 1 passiert, ob Russland weiter liefern wird oder es zu einem kompletten Embargo und dann zur dritten Notfallstufe kommt.“

Viel Strom wird aus Gaskraftwerken erzeugt

Die mit Lieferstopp verbundene Wartung habe folgenschwere Auswirkungen auf die Versorgungslage in Deutschland. In der Konsequenz schnellen die Preise für Erdgas, aber auch analog für Strom in die Höhe. „Ein Grund dafür ist, dass ein Teil der Stromerzeugung aus Gaskraftwerken erfolgt und die Erzeugung der fehlenden Mengen über teure Primärenergie wie Kohle erfolgt und der Weiterbetrieb der Kernkraft noch diskutiert wird“, erläutert Karl-Heinz Siekhaus.

Franz-Josef Bülter, Bäderleiter im Aquahaus, hat mitgeteilt, dass nun in den meisten Becken des Aquahauses die Temperatur um jeweils 1 Grad gesenkt wird, um Gas zu sparen.
Franz-Josef Bülter, Bäderleiter im Aquahaus, hat mitgeteilt, dass nun in den meisten Becken des Aquahauses die Temperatur um jeweils 1 Grad gesenkt wird, um Gas zu sparen. © Stephan Rape (A)

2021 lag der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung bei 15 Prozent. „Wenn wir es jetzt schaffen, Energie einzusparen, sowohl Strom als auch Gas, trägt das essenziell zur Versorgungssicherheit bei“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer weiter. Außerdem seien die Verbraucher nun in der Lage, noch selbstbestimmt ihr Nutzungsverhalten anzupassen, bevor es im schlechtesten Fall politische Eingriffe und Verordnungen zum Energiesparen gebe.

Die Stadtwerke und die Stadt schließen sich der Bundesregierung an und rufen alle Ahauser zum Energiesparen auf. „Umso weniger Erdgas derzeit verbraucht wird, desto mehr kann für den nächsten Winter gespeichert werden“, macht Karl-Heinz Siekhaus eine einfache Rechnung auf. Zudem sorge jede eingesparte Kilowattstunde Strom dafür, dass weniger Erdgas zur Stromerzeugung benötigt wird.

Bewussterer Umgang mit den natürlichen Ressourcen

Auch die Klimaschutzmanagerin der Stadt Ahaus, Julia Althaus, appelliert an die Ahauser zu sparen. In der derzeitigen Situation sieht sie auch eine Chance für einen bewussteren Umgang mit den natürlichen Ressourcen sowie für den weiteren Ausbau der regenerativen Energien als unabhängige, klimaschonende und auf lange Sicht kostengünstigere Energiequelle.

Preise werden sich auf höherem Niveau einpendeln

Im Hinblick auf die Zukunft weisen die Stadtwerke darauf hin, dass sich die Energiepreise auf einem höheren Niveau einpendeln werden. „Daher könnten auch jetzt schon Abschläge erhöht werden, um eine Rücklage vor allem für das Jahr 2023 zu bilden“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Wir versuchen für alle Kunden, die Probleme bei der Zahlung ihrer Energierechnung haben, eine individuelle Lösung zu finden. Jetzt ist aber vor allem die Politik in der Pflicht, kurzfristig Lösungen zu finden, um Verbraucher zu unterstützen und Versorger zu entlasten“, so Karl-Heinz Siekhaus abschließend. Energie müsse für alle bezahlbar bleiben

Temperatur im Aquahaus um ein Grad Celsius reduziert

Die Stadtwerke Ahaus und das Aquahaus setzen bereits Maßnahmen zur Gaseinsparung um. Seit dem 25. Juni wurde die Temperatur im Aquahaus um ein Grad Celsius reduziert. Das Wellenbecken und das Erlebnisbecken wurden von 23 Grad auf 22 Grad abgesenkt. „Damit wird erhebliche Energie eingespart“, so die Stadtwerke.

Für der Erwärmung des Schwimmbeckens im Freibad in Alstätte wird die Temperatur hingegen beibehalten, da dort ein Blockheizkraftwerk zur Verfügung steht. Die Abwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, wird für die Erwärmung des Wassers genutzt.

Energiespartipps gibt es auch auf der Website (www.stadtwerke-ahaus.de) der Stadtwerke Ahaus.

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