Jugendliche versuchen, das Unfassbare zu verstehen

Gedenkstättenfahrt

AHAUS Lebendiger Geschichtsunterricht vor Ort mit einem sehr ernsten historischen Thema - das war das Anliegen einer Gedenkstättenfahrt des Berufsorientierungszentrums (BOZ) der Berufsbildungsstätte Westmünsterland (BBS).

06.07.2009, 14:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jugendliche versuchen, das Unfassbare zu verstehen

<p>Die Jugendlichen in der Mahnmalanlage von Buchenwald, wo ein Denkmal von Fritz Cremer an das Leid der Häftlinge des ehemaligen Konzentrationslagers erinnert. MLZ-Foto</p>

BOZ-Sozialpädagoge Herbert Nadirk begleitete 23 Jugendliche auf eine Reise nach Weimar, um dort "das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte" aufzuarbeiten. Pädagogisch und fachlich intensiv vorbereitet wurde die Fahrt zuvor gemeinsam mit Ausbilder Ludger Bengfort und BOZ-Mitarbeiterin Beate Kemmerling.

Die Inhalte der Fahrt wurden auch im Geschichtsunterricht des Hauptschulabschlusskurses vorbereitet. Einen ersten Eindruck von den damaligen Ereignissen konnten sich die Mitfahrenden durch Romanverfilmungen wie "Nackt unter Wölfen" von Bruno Apitz oder die MDR-Dokumentation "Hitlers Weimar" machen.

Erschütternd

"Und dennoch war das, wovon sich die Jugendlichen dann im Konzentrationslager Buchenwald ein eigenes Bild gemacht haben, für sie sehr erschütternd, aber auch lehrreich", berichtet Herbert Nadirk. Auch der Besuch des Konzentrationslagers "Mittelbau-Dora" bei Nordhausen veranschaulichte die Lagerbedingungen. Die jungen Menschen legten im Stollen des Lagers Blumen nieder. Tief beeindruckt von dem Erlebten waren Mareen, Sabrina und Ibrahim: "Dass wir das vor Ort mal ansehen konnten, hat uns allen sehr geholfen, besser zu verstehen, was da eigentlich passiert ist." Zudem hätten sie auch gelernt, dass der Frieden in Europa nicht selbstverständlich ist: "Wir treten rechten Sprüchen jetzt informierter und bewusster gegenüber."

Zwei Gesichter

Das Programm vor Ort wurde von der Europäischen Jugendbildungs- und -begegnungsstätte Weimar (EJBW) gestaltet. Thomas von der Gönna machte die Jugendlichen mit der Geschichte Weimars vertraut: "Weimar ist zum einen die Stadt der Klassik, die Stadt Goethes und Schillers, aber auch die Stadt der Unmenschlichkeit, die Stadt Hitlers. In kaum einer anderen Stadt kann man europäische Geschichte so gut erfahren." Im nächsten Jahr wird die Gedenkstättenfahrt wieder stattfinden.

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