Fortan soll es keine Quarantäne mehr für ganze Schulklassen geben. Doch es gibt auch klare Ausnahmen. © picture alliance/dpa
Coronavirus im Kreis Borken

Keine Quarantäne mehr für Schulklassen – doch es gibt Ausnahmen

Nach dem Willen der Gesundheitsminister der Länder sollen fortan nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne, wenn ein Schüler mit Corona infiziert ist. Doch es gibt Ausnahmen. Auch im Kreis Borken.

Die Sommerferien sind längst Geschichte, die Klassenräume der Schulen im Kreis Borken wieder voll. Präzensunterricht steht an. Damit das trotz dominierender Delta-Variante möglichst lange so bleibt, sollen fortan nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden. Aber: Es gibt auch klare Ausnahmen.

Die Delta-Variante ist seit Wochen auf dem Vormarsch. Nach einer aktuellen Stichprobe des RKI soll sie mittlerweile 99,6 Prozent der Corona-Fälle in NRW ausmachen.

Auch im Kreis Borken gibt es sie, nicht aber in dieser dominanten Form. 208 von derzeit 611 infizierten Personen (Stand 8. September) haben die Mutation. Diese Zahl nennt Kreis-Pressesprecher Karlheinz Gördes auf Anfrage.

Klare Vorgabe der Gesundheitsminister

Davon ab: Infektionen – Delta Hin oder Her – können trotz regelmäßiger Tests und weiterer Schutzmaßnahmen natürlich auch weiterhin in den Schulen vorkommen. Erst recht, weil für unter 12-Jährige noch kein Impfstoff zugelassen ist.

Und doch soll fortan nach dem jüngsten Beschluss der Gesundheitsminister der Länder nicht mehr eine komplette Klasse in Quarantäne geschickt werden, wenn ein Infektionsfall eines Schülers bekannt wird. Nur was heißt das jetzt konkret? Und wie geht das Kreisgesundheitsamt mit dieser Vorgabe um?

Gut ein Drittel der derzeit 611 Infizierten (Stand 8. September) im Kreis Borken hat die Delta-Variante.
Gut ein Drittel der derzeit 611 Infizierten (Stand 8. September) im Kreis Borken hat die Delta-Variante. © Pixabay © Pixabay

„Wir halten jeden Infektionsfall in den Schulen nach“, stellt Pressesprecher Karlheinz Gördes klar. Zentral dabei: Es werde, wie auch schon in der Vergangenheit, bei einem Infektionsfall die Situation in der Klasse/Schule ganz konkret angeschaut.

Einzelfallentscheidungen sind angesagt

Wie sind die Umstände? Welche Maßnahmen sind nötig? Diese Fragen gelte es dabei von den Experten des Kreisgesundheitsamtes zu klären. Einfach nur die Beschlüsse der jüngsten Gesundheitsministerkonferenz, deren Änderungsverordnung noch nicht vorliegt, umsetzen, ist nicht angesagt.

So soll laut dieser nicht mehr die ganze Klasse, sondern nur der betroffene Schüler sowie Mitschüler und/oder Personalkräfte, die in direktem Kontakt zum Infizierten standen, für 14 Tage in Quarantäne. Aus dieser sollen sich die Kontaktpersonen aber nach fünf Tagen heraustesten können.

Geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler sollen von der Quarantäne-Regelung generell ausgenommen sein. Soweit die Theorie. Dass es aber auch anders kommen kann, macht der Kreis-Pressesprecher deutlich.

Denn: Das letzte Wort, welche Maßnahmen ergriffen werden, habe immer das Kreisgesundheitsamt. „Wenn in einer Klasse aufgrund der Umstände eine größeren Infektionskette droht, könne wir auch nach wie vor ganze Klassen in Quarantäne schicken.“

Aktuell ist das im Kreis aber (noch) kein Thema. „Zurzeit sind keine Schulklassen in Quarantäne“, so Karlheinz Gördes.

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