Kinderland A in Ahaus: Spielsachen gibt es am Drive-In-Schalter

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Sebastian und Eva Grunewald verkaufen jetzt Spielwaren und mehr über einen Drive-In-Schalter. Die Corona-Krise trifft das Unternehmen hart, für 20 Mitarbeiter wurde Kurzarbeit angemeldet.

Ahaus

, 30.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Not macht erfinderisch, sagt Sebastian Grunewald vom Kinderland A an der Industriestraße in Ahaus. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Eva verkauft er seit Wochenbeginn Spielwaren sowie Baby- und Kinderbekleidung per Drive-In.

Kunden halten mit ihrem Fahrzeug an einem Fenster des Geschäftes. Die Grunewalds reichen die in Tüten verpackten Sachen mit dem nötigen Sicherheitsabstand herüber. „Ihr rettet den Geburtstag unseres Sohnes“, lautet einer von vielen positiven Kommentaren auf der Facebook-Seite vom Kinderland A.

Blick aufs Ostergeschäft

„Auch wir mussten unser Geschäft von heute auf morgen schließen. Das ist ja mit Blick auf das Ostergeschäft mehr als schwierig für uns“, erklärt Sebastian Grunewald am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion.

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Gemeinsam mit seiner Frau machte er sich Gedanken, wie das Kinderland A weiter für die Kunden da sein könnte. „Wir haben uns dann kurzfristig entschlossen, einen Drive-In-Schalter einzurichten.“ Der Aufwand dafür sei nicht unerheblich gewesen, erklärt Sebastian Grunewald. Leitungen wurden verlegt, die Kasse wurde umgebaut – und nicht zuletzt wurden die Online-Abläufe optimiert.

Der Großteil des Sortiments – bei den Spielsachen zum Beispiel 80 Prozent – kann nun im Online-Shop bestellt werden. Ab einem Verkaufswert von 25 Euro liefert das Kinderland A die Sachen auch kostenfrei nach Hause.

Die Abholung der online reservierten Artikel kann am Drive-In-Schalter montags bis samstags von 11 bis 12 Uhr erfolgen, so war es zu Beginn geplant. Eva Grunewald: „Aufgrund jetzt schon zahlreicher Nachfragen öffnen wir bis Ostern den Drive-In montags bis samstags nicht nur vormittags, sondern zusätzlich auch jeweils von 17 bis 18 Uhr.“

Kurzarbeit für über 20 Beschäftigte

Schließlich kann das Kinderland A jeden Kunden gebrauchen. „Es hängen ja auch Arbeitsplätze daran“, sagt Geschäftsführer Sebastian Grunewald. Er hat für seine über 20 Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet.

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Im Kinderland in Gronau sind drei Mitarbeiter betroffen, an der Industriestraße 12 in Ahaus sind es 20 Mitarbeiter. Ohne staatliche Hilfe werde es sehr schwer, blicken Eva und Sebastian Grunewald mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. „Es hängt davon ab, wie lange dieser Zustand andauert.“

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