Kirchenmusiker Gijs van Schoonhoven: „In Ahaus waren meine besten Jahre“

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Genug ist genug, sagt Gijs van Schoonhoven. Der 66-Jährige legt die Arbeit als Kirchenmusiker in St.-Mariä-Himmelfahrt nieder. Es war eine ganz besondere Zeit, sagt er im Rückblick.

Ahaus

, 17.01.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kirchenmusiker Gijs van Schoonhoven: „In Ahaus waren meine besten Jahre“

Kirchenmusiker Gijs van Schoonhoven © Christian Bödding

Es ist ein Rückzug auf Raten: Gijs van Schoonhoven verabschiedet sich am Sonntag, 19. Januar, mit einem Konzert offiziell als Kirchenmusiker der Kirchengemeinde St.-Mariä-Himmelfahrt. Doch so ganz lässt er nicht von den Tasten der Kirchenorgel von St. Marien: Vorläufig spielt er noch montags und dienstags die Abendmessen.

Warum er aufhört? „Ich bin jetzt 66 plus“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Plus sind übrigens vier Monate. „Irgendwann bekommt man Pension. Ich denke, es ist jetzt genug gewesen“, sagt er.

Gijs van Schoonhoven war viele Jahre Orgelprofessor an der Musikhochschule in Enschede.

Bewerbung

Vor etwa sieben Jahren wurde er gefragt, ob er nicht in Ahaus die Heiligabend-Messe spielen wolle. Es folgte das Orgelspiel in der Osternacht, „dann wurde die Stelle des Kirchenmusikers in Ahaus vakant und ich habe mich nach einigem Zögern darauf beworben.“

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Damals endete seine Professur, weil sein Studiengang eingestellt worden war. „Finanziell war ich abgesichert, ich habe aber trotzdem die Stelle in Ahaus mit ganz viel Freude angenommen.“ Etwa fünf Mal pro Woche war er in den vergangenen vier Jahren in St.-Mariä-Himmelfahrt im Einsatz.

Schon früh kam Gijs van Schoonhoven mit der Musik in Berührung. „Bei uns zu Hause stand, wie in mancher calvinistischen Familie, ein Harmonium. Darauf bekam ich als kleiner Junge Unterricht.“

Als Schüler eher faul

Doch es sollte noch längere Zeit dauern, bis der „Durchbruch“ kam. „Als Schüler war ich eher faul. Aber als ich 16 war, bekam ich einen sehr guten Musiklehrer und das Gefühl, vielleicht einmal Musik studieren zu können.“

Aus dem Gefühl wurde Gewissheit. Gijs van Schoonhoven ging zur Musikhochschule in Arnheim und studierte acht Jahre lang Orgel, Kirchenmusik und Musiktheorie.

Auf seine Zeit in Ahaus wird er mit Wehmut zurückblicken. Der Niederländer lobt in Sachen Zusammenarbeit das Pastoralteam und vor allem Pfarrer Heinrich Plaßmann, der ihm, dem Evangelen, bei den Feinheiten der katholischen Liturgie sehr geholfen habe.

„Meine besten Jahre“

Auch für den Küster und die Chöre hat er nur gute Worte. „Was das angeht, sind das hier in Ahaus meine besten Jahre gewesen.“ Sein Nachfolger in Ahaus wird Jan Willem Docter sein. Gijs van Schoonhoven kennt ihn. „Er hat ein halbes Jahr bei mir studiert.“

Das Abschiedskonzert von Gijs van Schoonhoven beginnt am Sonntag um 16 Uhr in der Marienkirche. Es werden Werke von Joseph Haydn, César Franck und Pietro Balsassare zu Gehör gebracht. Mitwirkende sind unter anderem Prof. Peter Mönkediek, der Chor Once Again sowie Mitglieder des Ensembles Holland Baroque. Das Konzert dauert eine Stunde, der Eintritt ist frei.

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