Klassisches Begräbnis weiter gefragt

Friedhofskultur

Der Ahauser ist konservativ. Wenn es ans Sterben geht, wagt er keine Experimente. Erd- und Feuerbestattungen bleiben – bis auf ganz wenige Ausnahmen – das Hauptgeschäft der Bestatter. Neuere Bestattungsformen sind kaum gefragt.

AHAUS

, 30.10.2014, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Was passiert auf den Ahauser Friedhöfen? Aus Bestattersicht nur wenig. Die Ahauser greifen eher auf konservative Bestattungsformen zurück.

Was passiert auf den Ahauser Friedhöfen? Aus Bestattersicht nur wenig. Die Ahauser greifen eher auf konservative Bestattungsformen zurück.

Letztere wählen ein schlichtes Urnengrab oder sogar ein Grab in einem gemeinschaftlichen Gräberfeld. Gerade die Gräber mit einer einfachen Platte oder Steele auf einem Gemeinschaftsfeld seien immer stärker im Kommen. Manche ließen sich sogar anonym beisetzen. „Vor allem, wenn in der Nähe keine Verwandten mehr wohnen, die sich dann später um ein Grab kümmern könnten“, sagt er. Für andere sei das unvorstellbarer: „Die jüngere Generation bekennt sich zu Familiengräbern“, sagt er. Auch wenn Eltern oder Großeltern das Grab längst aufgeben wollten. Die Jungen könnten sich nicht vorstellen das Grab, das sich seit Jahren in Familienbesitz befindet, einfach zu kündigen, sagt er. Sie wollen auch in Zukunft einen Ort der Trauer haben.

Andere Beisetzungsformen hingegen – etwa die Verarbeitung eines Teils der Asche des Toten zu einem Schmuckstück – seien in Ahaus überhaupt kein Thema. „Dafür sind wir hier eben doch ein Stück zu weit auf dem Land. Das ist eher ein Thema in größeren Städten. Schon in Münster ist die Vielfalt in der Bestattungskultur viel größer“, sagt Pomberg. Was sich über die Jahre auf jeden Fall geändert hat, ist die Vorsorge für das eigene Begräbnis. „Die Menschen kümmern sich selbst um die Finanzierung ihrer Bestattung“, sagt Pomberg. Etwa mit Eintritt ins Rentenalter. Um die Bestattung finanziell abzusichern, seien Treuhandkonten oder Versicherungen gängige Praxis. Denn auf diese zweckgebundenen Rücklagen habe, zum Beispiel im Fall einer Pflegebedürftigkeit, niemand mehr Zugriff.

„Die Menschen wollen ihre eigene Bestattung absichern“, sagt Pomberg. Früher sei schlicht die nachfolgende Generation für die Bestattung aufgekommen. „Diesen Automatismus gibt es heute nicht mehr.“ Der Politik waren im vergangenen Januar erste Planungen für die Zukunft des Friedhofs vorgestellt worden. Im Planungsausschuss im Dezember soll über eine neue Friedhofssatzung gesprochen werden. Die wird auch fällig, weil zum 1. Oktober ein neues Bestattungsgesetz in Kraft getreten ist.

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