Querelen und Beschimpfungen: Vorsitzender der Ahauser SPD tritt zurück

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Querelen und Beschimpfungen innerhalb des Ahauser SPD-Vorstandes haben dafür gesorgt, dass Klaus Lambers als Vorsitzender mit sofortiger Wirkung zurückgetreten ist.

Ahaus

, 04.08.2020, 12:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klaus Lambers ist als Vorsitzender der Ahauser SPD zurückgetreten. Das bestätigt der 62-Jährige am Dienstagnachmittag in einem Gespräch mit der Redaktion. Seine Entscheidung hat er in einer E-Mail an den Vorstand verkündet, die der Redaktion vorliegt.

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Die Begründung für den Rücktritt liegt in der Wahl der Reserveliste bei einer Versammlung im Juni. Dabei ist es wohl zu einer Kampfabstimmung gekommen. „Einige waren der Meinung, dass sie höher stehen müssten“, berichtet Klaus Lambers. „Aber damit müssen Demokraten eigentlich umgehen können.“ Stattdessen hätten einige das Ergebnis persönlich genommen.

E-Mail hat das Fass zum Überlaufen gebracht

In seiner Mail wird er noch deutlicher. Er schreibt von „unsachlichen und über die Schmerzgrenze hinausgehenden persönlichen Angriffen unter Vorstandsmitgliedern“. Es soll zu Beschimpfungen innerhalb des Vorstandes gekommen sein, die „die Zerrüttung in diesem Gremium“ aufzeigen.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat dann eine E-Mail eines Vorstandskollegen, die dieser an den gesamten Vorstand senden wollte. Klaus Lambers bekam sie vorher zu lesen.

„Ich fand die Wortwahl nicht angemessen und habe ihm das auch gesagt. Er wollte daraufhin noch einmal darüber nachdenken. Aber abends hat er die Mail dann doch abgeschickt“, erzählt er. Das habe ihm zu denken gegeben, was seine Führungsfähigkeiten angeht.

„All meine Worte haben nicht gefruchtet. Ich habe mich selbst infrage gestellt, weil ich es offensichtlich nicht geschafft habe, diese Führungsposition auszufüllen und die Diskussion auf die Sachebene zurückzuführen“, sagt der 62-Jährige. Mehrere Tage habe er überlegt, sich dann aber doch zum Rücktritt entschlossen.

Erst seit zehn Monaten Vorsitzender der Ahauser SPD

Klaus Lambers ist bereits seit vielen Jahren im Vorstand der Ahauser SPD aktiv und hatte schon die verschiedensten Positionen inne. „Vor Kommunalwahlen gab es immer mal wieder Diskussionen. Aber so etwas wie im Moment habe ich noch nie erlebt“, meint er.

Im November 2019 wurde er zum Vorsitzenden der Ahauser SPD gewählt. Gemeinsam mit Andrea Schulte bildete er eine Doppelspitze. „Das hat jetzt nicht besonders lange gedauert, das habe ich mir auch anders vorgestellt“, sagt er. Er hätte Lust gehabt, weitere Projekte umzusetzen. Die Jugendarbeit zum Beispiel hätte er gerne weiter vorangetrieben.

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Im Moment sollte seiner Meinung jedoch die Kommunalwahl ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. „Und ich bin offenbar nicht der Richtige, um den Ortsverband durch die Wahl zu führen“, meint Klaus Lambers. Die Situation habe ihn sehr belastet. Seine Bemühungen, die Wogen zu glätten und sich zunächst auf den Wahlkampf vorzubereiten, hätten nicht gefruchtet.

Andrea Schulte ist nun die alleinige Vorsitzende der SPD Ahaus

Erhard Lemmink, Pressesprecher der Ahauser SPD, sagt am Dienstag im Gespräch mit der Redaktion, dass der Rücktritt des Vorsitzenden keinen Einfluss auf den Wahlkampf habe. „Wir sind nicht führungslos. Wir haben uns ja genau für solche Fälle für eine Doppelspitze entschieden.“

Andrea Schulte hatte das Amt zusammen mit Klaus Lambers inne. Sie wird die SPD nun alleine führen, bis im November die turnusmäßigen Vorstandswahlen anstehen. Eine vorgezogene Wahl sei wegen der Corona-Pandemie im Moment nicht möglich, so Erhard Lemmink.

Zur Kommunalwahl tritt Klaus Lambers übrigens wie geplant an. Er bleibe selbstverständlich Mitglied in der Partei, so der 62-Jährige. „Ich will weiter politisch aktiv sein. Die SPD wird immer meine politische Heimat bleiben und ich stehe auch hinter den Zielen der SPD Ahaus. Aber in den Vorstand werde ich nicht wieder eintreten.“

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