Klima-Demo nach dem Shutdown: Schweigeminute für George Floyd und Plakat-Ärger

Fridays for Future

Die Ahauser Fridays-for-Future-Bewegung ist erstmals nach dem Lockdown wieder auf die Straße gegangen. Dieses Mal ging es nicht nur ums Klima. Ein Plakat sorgte kurzzeitig für Ärger.

Ahaus

, 05.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rund 30 Menschen kamen am Freitag zur Klima-Demo, zu der die Ahauser Fridays-for-Future-Bewegung eingeladen hatte.

Rund 30 Menschen kamen am Freitag zur Klima-Demo, zu der die Ahauser Fridays-for-Future-Bewegung eingeladen hatte. © Johannes Schmittmann

Ahaus, Freitagnachmittag, kurz vor 15 Uhr auf dem Rathausplatz. Eine handvoll Jugendlicher verteilt direkt vor dem Eingang der Behörde handbeschriebene Plakate und Zettel. Mittendrin: Lotte Elkemann und Ina Elpers von der Fridays-for-Future-Bewegung, die die erste Klima-Demo nach dem sogenannten Lockdown auf die Beine gestellt haben. Zwei ihrer Mitstreiter haben Kameras in der Hand – der Protest wird live in die sozialen Medien übertragen. Die Polizei ist ebenfalls anwesend, hält aber reichlich Sicherheitsabstand.

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Rund um die Plakate versammeln sich langsam einige Demonstranten. Zu den ersten gehört Stefan Jürgens, katholischer Pfarrer der Ahauser Kirchengemeinde. Obwohl die Gruppe noch überschaubar ist, trägt er eine Mund-Nasen-Bedeckung. „So stand es in der Einladung“, sagt er und lacht. Kaum haben die Organisatoren die Demo für eröffnet erklärt, gibt es den ersten Ärger.

Passant ärgert sich über Plakat

Ein Passant läuft zufällig vorbei, stoppt kurz und flucht dann vor sich her. Seine Begleitung scheint am Protest ebenfalls keinen Gefallen zu finden. Sie stört das Plakat mit der Aufschrift: „Coronakrise sperrt uns ein – Klimakrise bringt uns um.“ Die Mutter einer Schülerin sucht den Dialog und möchte wissen, was genau das Problem sein soll.

Die Organisatorinnen Lotte Elkemann (l.) und Ina Elpers hielten jeweils eine kurze Rede.

Die Organisatorinnen Lotte Elkemann (l.) und Ina Elpers hielten jeweils eine kurze Rede. © Johannes Schmittmann

„Das Coronavirus stellt für viele Menschen eine Gefahr dar“, erklärt die Passantin. „Wir nehmen die Coronakrise sehr, sehr ernst“, versichert Ina Elpers. Allerdings werde es für Corona wohl bald einen Impfstoff geben, „aber die Klimakrise bleibt.“ Offenbar immer noch nicht besänftigt, zieht die Passantin weiter. Der offizielle Teil beginnt.

FFF weiterhin „präsent und aktiv“

Ina Elpers erklärt, dass die Fridays-for-Future-Bewegung während des Lockdowns keinesfalls inaktiv gewesen sei. Das Orga-Team habe sich regelmäßig getroffen und auch die Zusammenarbeit mit der Grünen Jugend wurde intensiviert. Die jetzt auch wieder physisch stattfindende Demo sei „ein Zeichen, dass wir noch präsent und aktiv sind“.

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Dann richtet Ina Elpers den Fokus auf aktuelle Probleme, zum Beispiel die Folgen des trockenen Frühlings: „Normalerweise hätten wir jetzt schon 50 Regentage gehabt, aber es waren höchstens 10. Bäume und Sträucher trocknen komplett aus.“ Lotte Elkemann spricht bei ihrer Rede auch andere Themen an. „Wir dürfen Menschen wegen ihrer Sexualität nicht in eine Schublade stecken“, betont sie.

Schweigeminute zum Gedenken an George Floyd

Auch die durch die Tötung von George Floyd neu entfachte Rassismus-Debatte in den USA greift sie auf: „Wir müssen ein neues Bewusstsein schaffen. Es darf nicht nur eine kurzzeitige Welle der Empörung sein.“ Als Zeichen der Anteilnahme verteilen die Mädchen an die rund 30 Demonstranten schwarze Trauerflore und halten dann eine Minute inne.

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An der anschließenden Debatte beteiligt sich auch Pfarrer Stefan Jürgens: „Bei der Coronakrise sieht man, wozu ein Land fähig ist, wenn es nur möchte. Daher sollten wir weiter Druck ausüben. Jeder sollte aber bei sich selbst anfangen.“

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