Im Marienkrankenhaus Ahaus werden am Mittwoch neun Patienten mit Coronavirus behandelt. Insgesamt sei es – trotz bundesweit rasant steigender Zahlen – im Kreis Borken noch ruhig, erklärt Klinikums-Pressesprecher Tobias Rodig. © Markus Gehring
Vierte Welle

Klinikum Westmünsterland spürt steigende Coronazahlen noch nicht

Die Coronazahlen kennen aktuell nur eine Richtung: steil nach oben. In den Krankenhäusern des Klinikums Westmünsterland ist die Lage bisher ruhig. Besuchsverbote sind noch nicht geplant.

Die Infektionszahlen schnellen in die Höhe. Am Mittwoch (10. November) verzeichnete das Robert-Koch-Institut bundesweit mit fast 40.000 Neuinfektionen an einem Tag die bisher höchste Zahl seit Ausbruch der Pandemie. Im Klinikum Westmünsterland ist die Lage angespannt, aber beherrschbar – noch.

„Im Moment ist weder geplant, Besuchsregelungen zu verändern, noch planbare Operationen abzusagen“, erklärt Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums, auf Nachfrage unserer Redaktion. Eine Taskforce im Klinikum – dazu gehören Mitglieder aus Medizin, Pflege, Hygiene und Geschäftsführung – berate dazu tagesaktuell nötige Veränderungen.

Auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern des Klinikums befinde sich im Moment kein Patient mit dem Coronavirus. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme. „Das kann sich jederzeit ändern“, betont er. Die steigenden Infektionszahlen beobachte das Klinikum sehr aufmerksam und mit Sorge.

16 Patienten mit Coronavirus im Klinikum in Behandlung

Aktuell befänden sich demnach 16 Patienten mit Coronavirus in Behandlung: neun in Ahaus, sechs in Borken sowie einer in Bocholt. Noch einmal acht Patienten befinden sich im Krankenhaus in Gronau in Behandlung, davon einer auf der Intensivstation. Das geht aus Informationen des Kreises Borken hervor.

Klar sei natürlich, dass die bundesweite Entwicklung nicht am Kreis Borken vorbeigehe: „Es werden mehr Patienten werden“, sagt Tobias Rodig. Die Frage sei nur, wie schnell das gehe.

Im Vergleich zum Vorjahr gebe es aber trotz allem eine positive Entwicklung: „Vergangenes Jahr um diese Zeit hatten wir deutlich mehr Patienten in Behandlung.“ Das zeige, dass die Impfung funktioniere.

Unabhängig davon sei die Situation für das Personal nach nunmehr fast zwei Jahren Pandemie sehr belastend. Trotz guter Impfquote im Kreis Borken würden weiterhin viel zu viele ungeimpfte Menschen dafür sorgen, dass die Belastung auch weiterhin sehr hoch bleibe und Schwerstarbeit geleistet werden muss. Denn: „Es sind ja nicht die Betten, die sich um die Patienten kümmern, sondern unsere Mitarbeitenden, die die Arbeit machen.“

Kreis Borken blickt auf diffuse und heterogene Lage

Auch der Blick auf die jüngste Auswertung des Kreisgesundheitsamtes gebe laut Kreis Borken noch keinen Anlass zur Sorge, was die Belegungsquote angeht. Allerdings befinde sich auch das Infektionsgeschehen im Kreisgebiet auf hohem Niveau. Am 1. November lag die kreisweite Inzidenz noch bei 110,9. Am Mittwoch waren es bereits 148,2.

Interessant ist dabei, wo die Infektionen aktuell geschehen: Laut Kreis stammt ein Großteil der Infektionen aus dem häuslichen und privaten Umfeld. Klar abgrenzbare „Pandemietreiber“ gebe es nicht.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.