Kooperation zwischen ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe und Caritas bleibt eng

Klare Strukturen

Wer kümmert sich in Ahaus um die Flüchtlinge? Es gibt die ehrenamtlichen Integrationslotsen, es gibt einige hauptamtliche Kräfte, es gibt die seit 2011 bestehende ökumenische Flüchtlingshilfe und es gibt das Forum ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Ahaus (Fefa). Letzteres möchte als unabhängiges Forum für alle Engagierten dienen. Gleichzeitig sollen aber Doppelstrukturen vermieden werden.

AHAUS

, 01.03.2016, 18:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Wir wollen auf keinen Fall zu irgendjemandem in Konkurrenz treten", sagte Erhard Lemmink bei einer Versammlung des Fefa am Montagabend im Josef-Cardijn-Haus. Es habe Überlegungen gegeben, das Fefa als Verein einzutragen. Diese sollen aber vorerst einmal nicht weiter verfolgt werden. "Ich sehe Fefa eher als Diskussionsforum", sagte Lemmink.

Hartmut Liebermann ging einen Schritt weiter: Er wolle nicht nur diskutieren, sondern auch koordinieren. Aber auch das sei ohne eine Vereinsgründung möglich. Dabei zeichneten sie aber auch ganz klare Grenzen des Fefa: Juristische Beratungen könne und wolle man nicht leisten, hieß es. Dafür gebe es Fachleute - etwa beim Verein Pro Asyl.

Missverständnis

Carmen Esposito Stumberger, Koordinatorin der Integrationslotsen, konnte an dem Treffen nicht teilnehmen, was zumindest am Abend für einige Verwunderung sorgte. Sie dementierte auf Nachfrage jedoch vehement Gerüchte, wonach die Caritas an einer Zusammenarbeit mit dem Fefa nicht mehr interessiert sei. Das Gegenteil sei der Fall: Die Caritas habe nichts gegen Fefa. Mehr noch sei sie an klaren Strukturen und einer engen Kooperation interessiert.

Sie bedauerte am Dienstag auf Nachfrage, dass es offenbar zu Missverständnissen gekommen sei. Auch betonte sie, dass die Integrationslotsen und das Fefa zwei unabhängige Organisationen seien. Die Koordinierung der Integrationslotsen werde zentral durch den Caritasverband geleistet. Unter dessen Dach seien die Lotsen seit November 2014 angesiedelt. Das Fefa sei eine zusätzliche Institution.

Lager sucht neue Räume

Ein Problem zeichnet sich derweil langsam für das Spendenlager des Fefa im Nebenraum der Stadtbücherei an der Wessumer Straße 60 ab: Wenn die Bücherei aus dem Provisorium in den Neubau an der Wüllener Straße zieht, muss auch das Spendenlager die Räume verlassen.

"Wir rechnen im Moment damit, dass wir im Sommer die Flächen dort räumen müssen", sagte Bernd Overkamp vom Fefa. Wie die Zukunft für das Spendenlager danach aussieht, ist im Moment noch nicht abzuschätzen. "Wenn wir bis dahin keine anderen Räume haben, müssen wir die Arbeit einstellen", sagt er.

Stammtisch für alle Lotsen

Parallel zu den regelmäßigen Versammlungen will das Fefa einen zweiwöchentlichen Stammtisch für alle Integrationslotsen etablieren. Er findet in jeder geraden Kalenderwoche von 17 bis 19 Uhr im Eiscafé Capri, Marktstraße 18, statt. Nächster Termin ist der 9. März.

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