Kreis rettet alte Linde am Kalvarienberg

Baum stabilisiert

AHAUS Der Überlebenswille der Alten Linde am Kalvarienberg in Ahaus ist ungebrochen. Obwohl es in ihrem Stamm vor vier Wochen gleich zwei Mal gebrannt hat, steht sie noch in saftigem Grün. Damit das auch in den kommenden Jahren so bleibt, hat sich der Kreis Borken jetzt entschlossen, das Naturdenkmal durch zwei Erdanker dauerhaft zu sichern.

13.07.2009, 12:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kreis rettet alte Linde am Kalvarienberg

Mit Drahtseilen ist die alte Linde am Kalvarienberg fixiert worden.

"Der Brand hat die Standfestigkeit der Linde deutlich verschlechtert. Um sie zu bewahren und gleichzeitig zu verhindern, dass sie auf den nördlich verlaufenden Adenauerring fallen könnte, wollen wir sie so stabilisieren", erklärt Margrit Katemann-Tanai aus dem Fachbereich Natur und Umwelt der Kreisverwaltung.

Mit einem Stammdurchmesser von über sieben Metern ist die "Linde am Kalvarienberg" in Ahaus eines der imposantesten Naturdenkmale im Kreisgebiet. Holzzersetzende Pilze machen dem Baum jedoch seit einigen Jahren große Probleme. Mittlerweile ist das ganze südliche Segment des Stammes zersetzt und der Baum hohl.

"Der noch verbleibende gesunde Außenbereich des Stammes reicht zwar aus, um eine vitale Krone wachsen zu lassen, die Stand- und Bruchsicherheit des ganzen Baumes ist jedoch dauerhaft nicht mehr gegeben", erläutert Margrit Katemann-Tanai. Damit er eine kleinere und leichtere "Sekundärkrone" entwickelt, war der Baum in den vergangenen Jahren bereits mehrfach deutlich gestutzt worden, zuletzt am 15. Juni in Seilklettertechnik, also ohne Einsatz eines Hubsteigers.

Über 300 Jahre alt Die Freude über den gelungenen Rückschnitt, der dem über 300 Jahre alten, imposanten Baum die weitere Existenz sichern sollte, währte jedoch nicht lange. Am Nachmittag des folgenden Tages und in der Nacht darauf brannte es im Stamm. Ergebnis ist unter anderem ein zusätzliches Loch an der bereits stark geschädigten südlichen Seite des ehemals mächtigen Stammes.

Die genaue Ursache der Brände konnte nicht geklärt werden. Ein Blitzschlag ist auszuschließen, bleiben Unachtsamkeit durch das Wegwerfen einer Zigarette in den hohlen Baum oder absichtliches "Zündeln". "In jedem Fall hatte das Feuer für den Baum und auch für die eventuell noch in dem hohlen Baum brütenden Vögel schlimme Folgen", berichtet Roland Schulte, der beim Kreis Borken die zuständige Fachabteilung Natur und Landschaft leitet.

Statik verbessern Um die Statik des Baumes zu verbessern und zu verhindern, dass er auf die angrenzende Bundesstraße 474 stürzen könnte, hat sich der Kreis Borken nun für eine im Kreisgebiet bisher einmalige und recht aufwändige Rettungsmaßnahme entschieden. Um die Linde nach Süden hin zu sichern, werden spezielle Erdanker mittels eines Hydraulikhammers etwa vier Meter tief in den Boden gerammt. Sie können eine Last von je bis zu acht Tonnen aufnehmen. Kronensicherungsgurte stabilisieren den Baum und bannen die Umsturzgefahr.

Über die Bühne gingen diese Maßnahmen am Montag, 13. Juli. Ein Baumspezialist aus Bremen und der Baumpfleger, der zuvor den Rückschnitt vorgenommen hatte, haben dafür etwa einen halben Tag benötigt. Finanzierung und Organisation der Maßnahmen hat der Kreis Borken übernommen. "Die Rettung des Baumes ist aber auch dem freiwilligen Einsatz der beteiligten Baumpfleger und Gutachter sowie der Stadt Ahaus zu verdanken", betont Roland Schulte.

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