Landwirte aus Ahaus und dem Kreis Borken beteiligen sich an Traktorprotest in Hamburg

hzDemo der Landwirte

Knapp 300 Kilometer haben Landwirte aus Ahaus und dem ganzen Kreis Borken mit Traktoren zurückgelegt, um sich an der Demo in Hamburg zu beteiligen. Sie freuen sich über positive Resonanz.

Ahaus

, 14.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Protest der Landwirte gegen neue Auflagen und das Agrarpaket der Bundesregierung geht weiter. Am Mittwochabend sind Landwirte – auch aus dem Kreis Borken – nach Hamburg gefahren. Dieses Mal aber deutlich weniger: 15 Traktoren sind am Mittwoch aus dem Kreis Borken in Richtung Hamburg gestartet und dort am frühen Morgen angekommen. Darunter auch zwei Landwirte aus Ahaus.

Ende Oktober waren aus dem Kreis Borken noch 179 Traktoren zur Demonstration nach Bonn gefahren.

Anreise verlief bis zur Stadtgrenze von Hamburg problemlos

Die Anreise verlief dieses Mal problemloser. Der Marbecker Landwirt Christoph Aehling schildert gegenüber unserer Redaktion, dass die Gruppe aus dem Kreis Borken sich bei Meppen mit dem Traktorkorso aus dem Emsland verbunden hat.

Landwirte aus Ahaus und dem Kreis Borken beteiligen sich an Traktorprotest in Hamburg

Rund 4000 Landwirte haben sich nach Schätzungen der Polizei bei der zentralen Kundgebung auf dem Gänsemarkt in Hamburg versammelt. © Christoph Aehling

„Bis dahin sind wir komplett alleine gefahren“, erklärt er. Von dort aus wurde der Zug dann von der Polizei begleitet. Erst kurz vor der Hansestadt habe die Polizei versucht, die Traktoren auf einen Acker zu leiten. „Das haben wir aber nicht mitgemacht und sind trotzdem bis in die Stadt gefahren“, sagt er.

4000 Landwirte versammeln sich auf dem Gänsemarkt

Bei der zentralen Kundgebung auf dem Gänsemarkt haben sich dann laut Polizei rund 4000 Landwirte aus ganz Deutschland versammelt. Rund 3500 Traktoren sollen sich zu Spitzenzeiten in der Hansestadt angesammelt haben. Ansgar Tubes, Sprecher der protestierenden Landwirte in NRW, nennt andere Zahlen. Demnach waren es sogar 6000 Landwirte und 4000 Schlepper.

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„Die vorher reservierten Abstellplätze für die Schlepper haben jedenfalls am Morgen schon nicht mehr ausgereicht“, sagt er, als wir ihn während der Kundgebung auf dem Gänsemarkt erreichen.

Landwirte nehmen Spielzeugtraktoren mit nach Hamburg

Mit dabei waren auch etliche Spielzeug-Traktoren, die die Landwirte aus dem Kreis Borken auf einem LKW mitgenommen hatten. Damit wollten sie die vergleichsweise überschaubare Zahl der Teilnehmer aus dem Kreis etwas ausgleichen.

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Auch Christoph Aehling berichtet von fast ausschließlich positiven Resonanzen: „Die Leute haben gewunken oder uns die Daumen hochgestreckt“, erzählt er, während er am Mittag noch mit dem Traktor in Hamburg unterwegs ist. Damit habe er gar nicht gerechnet.

Protest kam trotz allem gut an

„Es wird ja oft der Eindruck erweckt, dass viele Menschen mit der Landwirtschaft und unseren Protesten nicht einverstanden sind“, sagt er. Das habe sich in Hamburg jedoch völlig anders dargestellt. „Ich war richtig überrascht“, so Christoph Aehling.

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Am späten Nachmittag hat sich das Verkehrschaos in Hamburg dann langsam aufgelöst. Die Landwirte machten sich nach und nach auf den Rückweg. Die dauerte für die Teilnehmer aus dem Kreis Borken bis spät in die Nacht.

Ihr Ziel haben sie jedenfalls erreicht: „Wir haben Aufmerksamkeit für unseren Protest erzeugt“, sagt Ansgar Tubes.

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