Leseratten freuen sich über Erfolg beim Ahauser Büchermarkt

hzBüchermarkt Ahaus

Volles Haus in der Ahauser Innenstadt: Am Samstagmorgen bummelten viele Passanten durch Ahaus. Davon profitierte auch der Ahauser Büchermarkt. Trotz Hygienevorschriften liefen die Geschäfte gut.

Ahaus

, 16.08.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Parteien werben am Samstag in der Innenstadt um Wählerstimmen, der Wochenmarkt lockt Kunden, zusätzlich hat ein Schuhgeschäft eine Werbeaktion aufgebaut. Auch die Plätze im Eiscafé sind heißbegehrt. Die kleinen Stände der Händler beim Ahauser Büchermarkt gehen bei so viel Trubel schon fast ein wenig unter. Ein Teil steht vor der Tordurchfahrt zum Ahauser Schloss, weitere Stände sind auf dem Rathausplatz aufgebaut.

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Direkt vor der Tordurchfahrt hat Michael Pieper seinen Stand mit Schallplatten, Kassetten und eben auch Groschenromanen und Büchern aufgestellt. Der 68-jährige Appelhülsener hat die knapp 50 Kilometer Anreise am Morgen gerne auf sich genommen. „Normalerweise stehe ich pro Jahr auf über 25 Märkten oder Stadtfesten“, sagt er. Doch dieses Jahr sei eben alles abgesagt worden. Da ist der Büchermarkt eine schöne Abwechslung. Leben muss er von seinen Erlösen nicht. „Zum Glück“, sagt er lachend. Als Rentner leiste er sich die Marktbesuche und ein kleines Geschäft in Appelhülsen aus Spaß an der Freude. „Das ist aus einem Hobby entstanden“, sagt er. Ursprünglich sei er einfach nur Sammler gewesen. Als er dann eher zufällig gemerkt habe, dass er ein glückliches Händchen beim Handeln habe, sei er in das Geschäft eingestiegen.

Sammlung muss verkleinert werden

Jetzt müsse er seine Sammlung aber langsam verkleinern. Anordnung von seiner Ehefrau. „Und wenn dabei noch ein paar Euro hängen bleiben, ist das natürlich umso schöner“, erklärt er. Auch deswegen sei der Markt in Ahaus ideal für ihn: „Hier wird keine Standgebühr erhoben. Man kann also gar kein Minus machen“, sagt er lächelnd.

Michael Pieper (68) ist für den Büchermarkt extra aus Appelhülsen angereist. Normalerweise steht der Sammler pro Jahr auf über 25 Stadtfesten. Aber dieses Jahr ist eben alles etwas anders.

Michael Pieper (68) ist für den Büchermarkt extra aus Appelhülsen angereist. Normalerweise steht der Sammler pro Jahr auf über 25 Stadtfesten. Aber dieses Jahr ist eben alles etwas anders. © Stephan Teine

Ohne Hygienevorschriften ging es natürlich auch auf dem Ahauser Büchermarkt nicht. Die meisten Passanten in der Ahauser Innenstadt haben sich daran gehalten.

Ohne Hygienevorschriften ging es natürlich auch auf dem Ahauser Büchermarkt nicht. Die meisten Passanten in der Ahauser Innenstadt haben sich daran gehalten. © Stephan Teine

Wieviele Bücher, Platten und Kassetten er denn habe, will ein Passant wissen. „Das kann ich gar nicht genau sagen“, ruft er ihm über den Tisch und mit einigem Abstand zu. Die Regeln gegen das Coronavirus gelten natürlich auch an diesem Samstagvormittag. Und die meisten Händler und Besucher halten sich auch daran. Gestöbert wird nur mit Mund-Nasenschutz.

Ahauser Kinder schaffen Platz für neue Bücher

Aber auf dem Ahauser Büchermarkt stehen eigentlich hauptsächlich private Händler, die ihre Bücherbestände aus Regalen, Dachböden und Kellern ausdünnen wollen. So wie die drei Ahauser Pia (11), Veit (11) und Joost (13) Linke. Sie haben ihren Stand zentral auf dem Rathausplatz und vor dem Kaufhaus Berken aufgebaut.

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Die Tischplatte biegt sich unter Kinderbüchern. „Wir brauchen dringend Platz für neue Bücher“, sagt Pia Linke. Ihre Eltern, die mit am Stand sitzen, nicken lachend. Schließlich sind alle drei richtige Leseratten. Vor allem Pia: „Wenn sie gut sind, lese ich locker zwei oder drei Bücher pro Woche“, sagt sie. Ihre beiden Brüder kommen da nicht ganz mit, zählen Lesen aber auch zu ihren großen Hobbys.

Den Erlös werden die drei zum Teil in neue Bücher investieren, zum Teil kommt er aber auch in die Taschengeldkasse. In selbige lässt sich das Trio am Samstagvormittag aber nicht schauen. „Es läuft gut“, ist Pias vielsagende Antwort gegen 12 Uhr.

Organisatoren freuen sich über großes Interesse

Auch bei Ahaus Marketing und Touristik (AMT), dem Organisator des Büchermarkts, ist die Stimmung am Samstagvormittag gut. „Das Wetter spielt uns natürlich super in die Karten“, sagt Yvonne Höper vom AMT. Ursprünglich sei ja noch Regen angesagt gewesen.

Ohne Hygienevorschriften ging es natürlich auch auf dem Ahauser Büchermarkt nicht. Die meisten Passanten in der Ahauser Innenstadt haben sich daran gehalten.

Ohne Hygienevorschriften ging es natürlich auch auf dem Ahauser Büchermarkt nicht. Die meisten Passanten in der Ahauser Innenstadt haben sich daran gehalten. © Stephan Teine

Etwas über 20 Stände haben sie registriert. Etwas weniger als in den Vorjahren. „Aber wir müssen ja auch größere Abstände zwischen den Tischen einhalten. Viel mehr wäre gar nicht möglich gewesen“, sagt sie.

Das Konzept kommt an. „Die ersten Stände haben um 8 Uhr aufgebaut. Da wurde die Stadt schon voll“, so Yvonne Höper. Offenbar haben die Ahauser nur auf eine Veranstaltung in der Innentadt gewartet. „Es ist schön, dass einfach wieder etwas in der Stadt los ist“, freut sich die AMT-Mitarbeiterin.

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