Linus Hemker kann zweite Chance bei „The Voice“ nicht nutzen: „Singen ist mehr als Singen“

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Linus Hemker konnte weder Alice Merton noch Nico Santos überzeugen. Im Interview spricht der Ex-„The Voice“-Kandidat über die Zeit im Studio, ersten Ruhm und seine Zukunftspläne.

Ahaus

, 25.10.2019, 19:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine zweite Chance für Linus Hemker. Der junge Sänger aus Wüllen durfte am Donnerstagabend noch einmal sein Können unter Beweis stellen – obwohl er in der vergangenen Woche eigentlich schon ausgeschieden war in der Fernsehsendung „The Voice of Germany“.

Beim Battle hat sich Coach Alice Merton gegen Linus Hemker entschieden. Doch Sänger Nico Santos holte ihn zurück – auf die sogenannte Comeback Stage. Dort durfte er noch einmal gegen eine ebenfalls ausgeschiedene Kandidatin antreten.

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Doch am Ende des 15-minütigen Videos, das auf der Internetseite von „The Voice“ veröffentlicht wurde, steht das endgültige Aus für den Wüllener fest. Auch Nico Santos hat sich gegen Linus Hemker entschieden. Nach dieser Entscheidung haben wir uns mit dem jungen Sänger unterhalten.

Wie fühlst du dich gerade?

Im Moment echt gut und erleichtert, dass alles von „The Voice“ ausgestrahlt ist. Der ganze Druck ist jetzt weg und man muss einfach nur noch zugucken.

Wie war der Moment, als Alice Merton sich nach dem Battle gegen dich entschieden hat? Hat sie hinterher noch mit dir gesprochen? Gab es Erklärungen?

Erstens habe ich mich schon ein bisschen darauf eingestellt auszuscheiden, da es sowieso nichts bringt, sich große Hoffnungen zu machen, weil die Enttäuschung am Ende dann viel größer ist. Ich hatte auch keine großen Erwartungen. Hinterher hatte ich noch Gelegenheit, mit Alice Merton Fotos zu machen und sie hat mir dann auch erklärt, dass ich mehr Gefühl rüberbringen könnte und so tonale Sachen.

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Was war das für ein Gefühl, danach wieder auf die Comeback Stage zurückgerufen zu werden?

Ich konnte das gar nicht glauben. Nico hat mich bei der Arbeit via Videoanruf angerufen. Für mich war das nochmal eine coole Chance, nach Berlin zu kommen und diese coolen Studios noch einmal zu sehen. Mein Ziel war von Anfang an, einfach Spaß zu haben und überhaupt in die Blind Auditions zu kommen.

Du hast dich beide Male als fairer Verlierer erwiesen und deiner Konkurrentin sogar zum Sieg gratuliert. Bist du nicht manchmal ein wenig ärgerlich oder traurig, dass du es nicht geschafft hast?

Im ersten Moment ist das natürlich doof, wenn man da steht und sich denkt „Wäre auch nice gewesen, dieses Battle zu gewinnen.“ Die haben von meinen Interviews auch gar nicht so viel gezeigt, weil die eher Kampfansagen wollten, und ich denen das nicht so geboten habe. Meine Ansprüche waren ja von vornherein niedrig. Und natürlich freut man sich da für alle Talents total mit, weil man sich sehr gut kennenlernt.
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Verfolgst du jetzt im Fernsehen den Weg der anderen Kandidaten weiter?

Ja, auf jeden Fall! Ich kenne 80 bis 90 Prozent der Kandidaten ganz gut und habe mit denen auch viel erlebt. Ich war ja bei den Sing-Offs nicht dabei. Deswegen ist es einfach unglaublich spannend und ich freue mich auf jeden Fall darauf.

Konntest du aus den Coachings mit Alice Merton und Nico Santos etwas für dich mitnehmen?

Die Coaches haben mir gezeigt, dass Singen nicht nur aus Singen besteht. Dass man das auch fühlen und das Gefühl in den Text legen muss, damit die Leute einem das auch abkaufen. Viel gelernt habe ich auf jeden Fall.

Würdest du nochmal bei „The Voice“ mitmachen? Und kommen auch andere Casting-Shows wie „Deutschland sucht den Superstar“ für dich infrage?

Die einzige Show, wo ich nochmal mitmachen würde, wäre „The Voice of Germany“. Aber das darf ich nicht mehr, weil ich es ja schon einmal so weit geschafft habe. „Deutschland sucht den Superstar“ wäre für mich keine Option, denn das finde ich einfach niveaulos und es ist im Vergleich eher schlechtes YouTube.

Hat die Zeit bei „The Voice“ dir Anfragen für Auftritte beschert? Musstest du schon Autogramme schreiben und Selfies mit Fans machen?

Ja, ich habe schon Autogrammanfragen bekommen und mir auch schon Autogrammkarten bestellt. Das ist schon ein ganz surreales Gefühl. Ein paar Anfragen für Auftritte hab ich auch schon gekriegt, aber ich muss das jetzt erstmal selektieren. Der Bekanntheitsgrad ist schon gestiegen, aber als Star würde ich mich längst nicht bezeichnen. Man ist halt auch nur ein Mensch, der das tut, was er liebt, und das in der Öffentlichkeit.

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Verfolgst du deine Musikkarriere trotzdem weiter? Oder willst du jetzt eine ganz andere Richtung einschlagen?

Ich hatte erstmal das Ziel, das Abi zu machen und das hab ich jetzt irgendwie geschafft. Ein Studium schiebe ich erst einmal auf, weil ich das im Moment nicht so durchziehen könnte, wie ich möchte. Ich will jetzt erst mal sehen und vielleicht auch ein bisschen reisen. Es ja nicht so, als ob ich sonst nichts tue. Ich arbeite ja im Moment in einem Restaurant. Und außerdem denke ich mir: Ich bin morgen noch nicht 40, also habe ich noch ein wenig Zeit.

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