Marina Kruthoff (25) bietet mit ihrer Pension in Wessum Hunden ein zweites Zuhause

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Die 25-jährige Marina Kruthoff hat sich mit der Hundepension „Einfach Hund“ selbstständig gemacht. Ihre Bilanz nach einem Jahr fällt positiv aus. Obwohl es auch schon kuriose Fälle gab.

Ahaus

, 26.02.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Morgens 8 Uhr im Wessumer Industriegebiet. Marina Kruthoff betritt die Pension „Einfach Hund“. Einzeln führt sie die Hunde nach draußen auf die rund 2500 Quadratmeter große Freifläche im Außenbereich. Dann wird geputzt, Wäsche gewaschen, kleinere Dinge repariert. Einige Tiere bekommen ihre Tabletten verabreicht, alle werden gefüttert. So beginnt fast jeder der 365 Tage im Jahr für die 25-jährige Wüllenerin. Bis auf zwei Wochen im November hat Marina Kruthoff quasi keinen Urlaub, außer an Karneval natürlich.

Aber all das war ihr bewusst, als sie vor einem guten Jahr die Hundepension von Günther Wensing abkaufte und sich selbstständig machte. „Ich habe schon immer viel mit Tieren zu tun gehabt und es macht mir jeden Tag Spaß, wieder hier hinzukommen“, sagt die 25-Jährige.

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Dabei hatte sie nach ihrem Schulabschluss einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Ihre Ausbildung machte sie als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Nebenbei jobbte sie aber immer bei der Hundeschule und -pension Wensing, wo sie schon 2010 ein freiwilliges Praktikum absolviert hatte.

Nach der Ausbildung den Hunden gewidmet

Nach ihrer Ausbildung, im Jahr 2017, tat sich dann plötzlich eine neue Möglichkeit auf. „Günther Wensing hatte zu dieser Zeit sehr viel um die Ohren. Auch, weil er in Ahaus einen neuen Standort für seine Hundeschule gefunden hatte“, erinnert sich Marina Kruthoff. Eines Tages entdeckte sie dann das Schild „zu verkaufen“.

Gekauft hat die 25-Jährige die Hundepension zwar erst Anfang 2019, allerdings unterschrieb sie kurze Zeit später einen Mietvertrag und übernahm fortan Am Bahndamm das Ruder. Bis zu 14 Hunde kann sie gleichzeitig aufnehmen, 15 Euro kostet die Nacht. Gerade in den Sommerferien und an Silvester ist sie komplett ausgebucht. Denn dann sind Herrchen und Frauchen besonders häufig unterwegs. „Ich versuche, dass die Hunde hier eine genauso gute Zeit haben wie ihre Besitzer im Urlaub“, erklärt Marina Kruthoff ihre Philosophie.

Marina Kruthoff entwickelt gutes Gespür

Mittlerweile hat sie ein sehr gutes Gespür für ihre Hunde entwickelt: „Man muss schon bei der Unterbringung schauen, wer mit wem kann. Irgendwann hat man das aber raus.“ Auch mit großen Kampfhunden kommt die 25-Jährige gut zurecht. „Da sind die Kleinen meistens viel schlimmer“, sagt Marina Kruthoff und lacht. Und sie weiß, wovon sie redet. Denn ihren ersten Hund bekam sie mit 15: einen kleinen Terrier, der auch heute noch „die Großen“ auf Trab hält.

Die Wüllenerin musste aber auch erfahren, dass die Selbstständigkeit auch ihre Schattenseiten hat. Direkt in ihrem ersten Jahr holte eine Besitzerin ihren Hund nicht wieder ab. Zwar half Marina Kruthoffs ehemaliger Ausbildungsbetrieb ihr bei den juristischen Schritten. Auf den 700 Euro, die die Unterbringung des Hundes eigentlich gekostet hätte, blieb sie allerdings sitzen. Auch einen neuen Besitzer suchte Marina Kruthoff für den Hund. „Bei meinem Vorgänger ist es in 20 Jahren einmal passiert, bei mir direkt im ersten Jahr. Ich hoffe, dass ich damit jetzt erstmal durch bin“, sagt die 25-Jährige und kann mittlerweile darüber schmunzeln.

Weiterhin intensiver Kontakt zu Günther Wensing

Für Fragen steht Marina Kruthoff auch heute noch Günther Wensing zur Verfügung. „Es hilft sehr, dass ich mir immer noch Tipps von ihm holen kann“, sagt die Wüllenerin. Dennoch hat sie sich dazu entschieden, den Namen der Hundepension zu ändern. „So ist klar, dass es einen neuen Ansprechpartner gibt. Vorher haben sich noch viele an Günther Wensing gewandt.“ Für die nähere Zukunft hat sie auch schon weitere Pläne gefasst. Unter anderem soll im Vorderbereich eine Verkaufsfläche für Futter und andere Utensilien entstehen.

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