Martina Böddicker aus Ahaus setzt schwangere Bräute modisch in Szene

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Die Zeiten, dass eine Frau heiraten „muss“, sind vorbei. Und ihre Rundungen wollen werdende Mütter auch nicht mehr verstecken. Martina Böddicker hilft ihnen dabei, als Braut toll auszusehen.

Ahaus

, 15.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Martina Böddicker (55) waren es letztlich Erfahrungen aus ihrem ersten Beruf, die sie motivierten, ein Geschäft für Umstandsmode zu eröffnen: Pretty Mom. Zuerst 2005 an der Wallstraße, dann vor fünf Jahren am Markt 11. Als langjährige Arzthelferin in einer gynäkologischen Praxis hatten ihr Patientinnen immer wieder erzählt, wie schwer es ist, sich als Schwangere modisch zu kleiden. Als Mutter von zwei Kindern konnte sie auch selbst davon ein Liede singen.

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Sich selbstständig zu machen, war schon immer ihr Traum, aber als Arzthelferin? „Das ging natürlich nicht“, sagt sie. Also reifte die Idee von der Mode für werdende Mütter und nach und nach auch die von der Mode für schwangere Bräute. Brautkleider gehörten schon immer zum Segment von „Pretty Mom“, jetzt aber ist daraus ein eigener Bereich geworden. Mit einer „Braut Lounge“ nebenan hat das Stammgeschäft Zuwachs bekommen und das Pretty-Mom-Geschäftsfeld komplettiert.

Mehr Wert auf modischen Chic

Auch eine Reaktion auf andere Zeiten. „Früher“, erinnert sie sich, „da suchten die schwangeren Bräute meist nur eine schwarze Hose, ein weißes Oberteil, Schluss!“ Heute wollen sie sich nicht von den anderen Bräuten abheben und sich für den großen Tag stylen. Zumal es oft auch bei der standesamtlichen Trauung bleibt.

Und immer noch kämen diese oft nach einer großen Enttäuschung zu ihr. In den gängigen Läden nämlich würde den Frauen oft einfach ein Brautkleid in vier Größen über der eigenen gezeigt, das dann eine Woche vor dem Hochzeitstermin an die aktuelle Figur angepasst würde. Martina Böddicker: „Das ist nicht nur psychisch eine Katastrophe sondern auch optisch.“

Die Idee von den „wachsenden Kleidern“

Durch den Kontakt zur britischen Firma Tiffanyrose kann sie für das Kontrastprogramm sorgen. Die bietet mit einer stretchigen Ausstattung der Stoffe (Spitze) „wachsende Brautkleider“. Allerdings rät die erfahrene Modefrau dennoch dazu, sich möglichst zeitnah zum Termin für das passende Outfit zu entscheiden.

Zwar sei auch ein Kleid, für das man sich am Anfang der Schwangerschaft tatsächlich bis zum Schluss tragbar, aber die Optik, die Proportionen ändern sich. Während sich eine Kundin dann, wenn noch kaum etwas zu erkennen sei, häufig ein weites Kleid wähle, wolle sie es später eher figurnah: „Der Kugelbauch soll durchaus betont werden.“

Kurze Brautkleider liegen im Trend

Mit den sich ändernden Proportionen hat auch das zu tun: „Der Trend geht hin zum kurzen Kleid.“ Dann nämlich, wenn sich die Figur fortschreitend verändert, wirken kurze Kleider, wenn man die Beine noch sehen kann, einfach harmonischer. Alle Kleider, in Ahaus hängen allein 120, sind aber mit kurzer Lieferzeit auf Wunsch auch in Lang zu bekommen.

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Farblich favorisiert Martina Böddicker „Ivory“, einen Creme-Ton, aber auch Pastellfarben wie Hellrosa gehören zum Angebot. Die Details aber können in der Brautlounge besprochen und entschieden werden. Zwei Stunden reserviert sie im Durchschnitt für diesen Termin. Das hat dann schon etwas von der TV-Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“, wenn im stilvollen Lounge-Ambiente die Bräute in Begleitung von Freundinnen und/oder Müttern eine Idee davon bekommen, wie sie sich an ihrem Hochzeitstag sehen wollen.

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