Massenschlägerei vor Shisha-Bar an der Tembrinkstraße

hzGewalt in Ahaus

Mitglieder einer Großfamilie wollten eine Shisha-Bar nicht verlassen. Aus dem Streit wurde eine Massenschlägerei mit rund 30 Personen. Die Polizei stieß auf eine Mauer des Schweigens.

Ahaus

, 29.10.2018, 16:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Anwohner der Tembrinkstraße meldeten am Samstag gegen 23.50 Uhr eine Massenschlägerei vor einer Shisha-Bar. Nach Berichten von Zeugen waren daran rund 30 Personen beteiligt. Auch sollen Schüsse abgegeben worden sein. Später wurden mutmaßlich Beteiligte am Krankenhaus gestellt.

Als die Polizeibeamten eintrafen, war schon alles vorbei. Die meisten Beteiligten hatten den Tatort bereits verlassen, einige von ihnen in Pkw. „Wer noch vor Ort war, wollte nichts zu dem Streit sagen“, erklärte Polizei-Pressesprecher Frank Rentmeister.

Schüsse mit Gaspistolen

So war die Polizei bei ihren Ermittlungen vor Ort auf die Aussagen Unbeteiligter angewiesen. Danach handelt es sich bei den Schussabgaben vermutlich um Schüsse mit Gaspistolen. „Einige Beteiligte hatten leichte Augenreizungen“, so Rentmeister weiter. Eine kleine Wolke sei nach den Schüssen vor der Shisha-Bar entstanden. Der Streit entstand anhand der bisherigen Ermittlungen in der Shisha-Bar, welche Mitglieder einer überwiegend in Ahaus ansässigen Großfamilie trotz Aufforderung nicht verlassen wollten.

Ihre Fahndung führte Polizeibeamte zu einigen Personen, die vermutlich an der Schlägerei beteiligt waren. Fündig wurden sie auch im und am Krankenhaus in Ahaus, wohin ein Mitglied der beteiligten Großfamilie verletzt eingeliefert worden war. Einige seiner Begleiter wurden im Bereich des Krankenhauses angetroffen.

Über Feuerleiter geflüchtet

Drei Personen flüchteten über eine Feuerleiter, als sie merkten, dass die Polizei vor Ort war. Auch sie konnten gestellt und befragt werden. Ergebnislos. „Alle machten keine oder sehr wenige Angaben“, so Frank Rentmeister,. Selbst der Verletzte sagte, er wäre nicht durch die Schlägerei verletzt worden, obwohl das offensichtlich war“, berichtet der Sprecher der Kreispolizei. Eine Schusswaffe wurde weder bei den Personen noch in den angetroffenen Autos gefunden.

Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein wegen des „besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung“. Die Ermittlungen dauern an.

Gleiches Bild am Montag: Der Betreiber der Shisha-Bar an der Tembrinkstraße bestätigt zwar, dass es vor seinem Betrieb den großen Polizeieinsatz gegeben hat. Mit den Beteiligten oder der Ursache will er aber nicht in Verbindung gebracht werden. „Ich hab denen nur gesagt, dass sie woanders hingehen sollen“, sagt er. Dass es in seiner Bar zur Ursache für die Auseinandersetzung gekommen sein soll, bestreitet er. „Hier im Laden war nichts“, sagt er. Die Ermittlungen der Polizei deuten in eine andere Richtung.

Erste Schlägerei in Vreden

Einige der angetroffenen Personen der Großfamilie waren bereits vor wenigen Tagen in Vreden in eine Schlägerei verwickelt. Dazu waren mehrere Ahauser nach Vreden gefahren, angeblich um nach einer Auseinandersetzung am Vortag ein klärendes Gespräch mit zwei Vredenern (21 und 22) zu führen. Als sie sich in der Nähe eines Taxiunternehmens an der Wüllener Straße trafen, schlugen nach Zeugenangaben gleich mehrere Männer zunächst auf den 22-Jährigen ein. Als sein Begleiter ihm zur Hilfe gekommen sei, hätten auch auf ihn gleich mehrere Personen eingeschlagen. Die noch Unbekannten flüchteten anschließend mit insgesamt drei Fahrzeugen vom Tatort. Die Vredener wurden beide verletzt; der 22-Jährige so schwer, dass er in einem Krankenhaus stationär aufgenommen wurde.

Ein Streifenteam konnte eines der involvierten Fahrzeuge kurze Zeit später im Bereich Ottenstein anhalten. Bei der Kontrolle des mit insgesamt vier Ahausern (22, 24, 31 und 36) besetzten Fahrzeugs konnten die Beamten einen Baseballschläger, ein Jagdmesser sowie eine Gaspistole auffinden. Die Gegenstände wurden sichergestellt. Auch hier dauern die Ermittlungen noch an.