Mengenrabatt bei Amphetaminen macht Ahauser Familienvater (39) zum Drogendealer

hzSchöffengericht

Weil er ein Jahr lang regelmäßig mit Drogen gehandelt hat, musste sich ein 39 Jahre alter Ahauser am Montag vor dem Schöffengericht verantworten. Es ging um fast eineinhalb Kilo Amphetamin.

Ahaus

, 23.10.2019, 10:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wie immer!“, so hieß in ein Jahr lang Monat für Monat in den WhatsApp-Nachrichten eines bislang unbescholtenen 39-jährigen Familienvaters aus Ahaus. Mal ging es in den Chats um „weiße Haribos“, mal um „Bierlaune“.

Worum es wirklich ging, das zeigte ein Zugriff der Polizei am 8. Oktober 2018: Es ging um den Handel mit Amphetaminen. Die synthetische Droge hat eine stark stimulierende und aufputschende Wirkung. Sie ist in der Drogenszene unter Bezeichnungen wie Speed oder Pep weit verbreitet.

Gewerbsmäßiger Drogenhandel

Am Montag musste sich der 39-jährige Ahauser wegen gewerbsmäßigen Handels mit illegalen Drogen vor dem Schöffengericht in Ahaus verantworten. Zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 hat der gelernte Metallbauer mindestens 14 Mal je 100 Gramm Amphetamin in Ahaus, Vreden und Gronau erworben. Das jedenfalls ließ das Chatprotokoll auf seinem sichergestellten Handy erahnen.

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Der Angeklagte redete sich nicht heraus, sondern räumte die Taten nach Rücksprache mit seinem Pflichtverteidiger vollumfänglich ein. „Warum haben Sie sich bloß darauf eingelassen, wo sie doch eine feste Arbeitsstelle haben?“, wollte der Richter wissen. „Ich bin seit meiner Jugendzeit selbst Konsument“, erklärte der 39-Jährige. „Aber nur gelegentlich am Wochenende.“

Weiterverkauf an Freunde und Bekannte

Doch das Amphetamin sei teuer. Durch die Abnahme größerer Mengen habe er Rabatt bekommen. Insgesamt, so schätzte er, habe er etwa die Hälfte der eingekauften Drogen selbst konsumiert.

Regelmäßig verkaufte er aber aus seinem Amphetaminvorrat kleinere Mengen weiter – an Freunde zum Selbstkostenpreis, an weitere Bekannte mit kleinem Aufschlag.

Über eine drohende Haftstrafe habe er sich dabei keine Gedanken gemacht. „Ich habe gedacht, das fällt gar nicht auf. Die Kunden gingen ja nicht bei mir ein oder aus“, so der Angeklagte.

Die Polizei hatte aber seine Lieferanten observiert und am Nachmittag des 8. Oktobers 2018 zugeschlagen. Die weiteren Beteiligten werden in gesonderten Gerichtsverfahren zur Rechenschaft gezogen.

Seit einem Jahr drogenfrei

Nach seiner Festnahme sei ihm klar geworden, worauf er sich eingelassen hatte, erklärte der 39-Jährige. Noch „in der Zelle“ habe er dem Drogenkonsum abgeschworen.

Seit einem Jahr sei er clean. Der Richter hakte skeptisch nach: „Ist das wirklich so? Das können wir ja zweifelsfrei feststellen.“ Der Angeklagte entgegnete: „Ja, Sie können gerne jederzeit einen Drogentest machen.“ Ihm sei der Verzicht auf Drogen auch nicht schwer gefallen. „Ich bin kein Typ, der schnell süchtig wird.“

Mildernde Umstände gewürdigt

Das Schöffengericht wertete den Entzug, das bislang straffreie Leben des Angeklagten und sein umfassendes Geständnis als strafmildernd und verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, dir für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird.

„Sie haben mit ihrem Geständnis eine komplizierte Beweisaufnahme überflüssig gemacht“, sagte der Vorsitzende Richter 1500 Euro Vermögenswert aus den Straftaten werden eingezogen. Zur Bewährungsauflage gehört auch eine 2000-Euro-Geldauflage sowie regelmäßige Drogentests.

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