Jugend-Landtag

Mit 16 in den Landtag: Ida Heynk war Abgeordnete beim Jugend-Landtag

Ida Heynk aus Graes hat für drei Tage im Stuhl von Heike Wermer (CDU) im Landtag in Düsseldorf Platz genommen. Sie berichten von guten Diskussionen, aber auch kritischen Erfahrungen.
Jugend-Landtags-Teilnehmerin Ida Heynk hat die Landtagsabgeordnete Heike Wermer (r.) vertreten. © Landtag NRW

Wie läuft das eigentlich ab im Landtag? Verstehen sich die Parteimitglieder untereinander oder kann es im Plenarsaal auch mal hitzig zugehen? Die Atmosphäre in Düsseldorf durfte Ida Heynk aus Graes jetzt live erfahren. Sie war eine von 400 Jugendlichen, die beim 11. Jugend-Landtag NRW mitgewirkt haben. Die 16-Jährige hat für drei Tage die heimische Landtagsabgeordnete Heike Wermer (CDU) in Düsseldorf vertreten.

Aufregend, aber auch anstrengend

Ein paar sehr aufregende, aber auch anstrengende Tage liegen hinter Ida Heynk. Vom 28. bis 30. Oktober durfte sie politische Luft in Düsseldorf schnuppern. Eingeladen sind jährlich Politikinteressierte zwischen 16 und 20 Jahren, die dabei die Plätze der echten Abgeordneten einnehmen. Das Ziel: Die parlamentarische Arbeit hautnah kennenzulernen.

Volle Terminkalender inklusive. So ging es direkt nach der Anreise schon ins Demokratietraining der Landeszentrale für politische Bildung zum Thema „Stammtischparolen“, bevor dann am Abend ein erstes Kennenlernen stattfand. Die Stimmung unter den Jugendlichen in der CDU-Fraktion beschreibt Ida als „sehr harmonisch“. Auch parteiübergreifend habe man sich gut verstanden.

Fraktionssitzung mit Wahlen

Am nächsten Tag stand dann früh morgens eine Fraktionssitzung an. Hier wurden unter anderem der Fraktions-Vorstand, die Ausschussvorsitzenden und die Themensprecher gewählt. Ida Heynk, die erst seit Kurzem privat politisch aktiv ist, unter anderem als JU- und CDU-Mitglied, hielt sich bei den Wahlen ersteinmal zurück und ließ den erfahrenen Jugendlichen den Vortritt.

Anschließend folgten verschiedene Anhörungen. „Innerhalb unserer Fraktion gab es wenige Unstimmigkeiten“, sagt Ida Heynk. Man habe gut zusammengearbeitet, beraten und diskutiert.

Teilweise erschreckende Eindrücke

Am dritten und letzten Tag durften die Teilnehmer dann endlich ins Plenum. Nach einer weiteren Fraktionssitzung durften die jeweiligen Sprecher hier ihre Standpunkte zu den Tagespunkten vortragen.

Das lief, ähnlich wie im echten Leben, nicht ohne Zwischenrufe und Anschuldigungen. Vor allem die Teilnehmer der AfD-Fraktion polarisierten mit ihrer Rede, in der sie den anderen Parteien vorwarfen, der Antifa zugehörig zu sein. „Es war schon heftig zu sehen, wie einige junge Menschen denken und welche politischen Meinungen sie verfolgen“, erinnert sich Ida Heynk. „Das hat mich sehr erschreckt.“

Sehr positive Bilanz

Dies blieb aber die einzige negative Erinnerung, denn alles in allem war der Jugend-Landtag für die 16-Jährige eine tolle Erfahrung und hat sie darin bestärkt, weiterhin in der Politik aktiv sein zu wollen. Den Jugend-Landtag kann Ida Heynk auf jeden Fall weiterempfehlen, auch für Politik-Unerfahrene wie sie selbst: „Auch wenn ich anfangs unsicher war, da ich noch nicht so viele Erfahrungen in der Politik habe, war der Jugend-Landtag sehr lehrreich und spannend.“

Auch Heike Wermer, deren Posten Ida Heynk in diesem Jahr übernommen hatte, blickt positiv auf die vergangenen Tage zurück: „Die Begeisterung für die Politik, die junge Menschen mitbringen, haben wir vermisst“, sagt die Landtagsabgeordnete im Hinblick auf die coronabedingte Absage des Jugend-Landtags im vergangenen Jahr.

Jugend-Landtag als Motivation vor allem für junge Frauen

Vor allem stimme es sie froh, dass viele engagierte Jungpolitikerinnen wie Ida Heynk an dem Format teilgenommen hätten. „Der Jugendlandtag kann junge Frauen motivieren, sich in der Politik auszuprobieren“, ist sich Heike Wermer sicher.

Für die 16-jährige Ida Heynk steht fest, dass sie auf jeden Fall in Kontakt bleiben möchte mit den JU-Mitgliedern aus ganz NRW, die sie in Düsseldorf kennenlernen durfte.

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